Alle Artikel von Barbara Busch

Silke Schlichtmann: Die 3 aus Reihe 2

Mit Die 3 aus Reihe 2 hat die 1967 geborene Kinderbuchautorin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Lesekünstlerin des Jahres 2019 Silke Schlichtmann das Dutzend vollgemacht. Nach einem besonders originellen Ausflug ins Kindersachbuch mit dem Titel Staub ist ihr neuer Kinderroman mit den …

Edgar Selge: Juras letzter Winter

In Zeiten des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine ist es ein gewagtes Unterfangen, ausgerechnet ein sowjetisches Opfer des Zweiten Weltkriegs in den Mittelpunkt eines Romans zu stellen. Jura Rjabinkin, geboren am 2. September 1925, verhungerte wie über eine Million …

Norbert Scheuer: Holunderholz

Meist sind es Briefe oder Fotos, die, von den Nachfahren überraschend gefunden, in der Literatur zur Aufdeckung alter Familiengeheimnisse führen. Im Roman Holunderholz des 1951 geborenen Autors Norbert Scheuer sollen alte Tonbänder und ein schweres Vorkriegs-Magnetophon von AEG diese Funktion …

Jochen Mariss: Tage am Fluss

Eine Gierseilfähre, die den Fluss ohne Motor nur mit Hilfe der Strömungskräfte des Wassers quert, ist der Arbeitsplatz der knapp 50-jährigen Fährfrau Sara Harmsen. In vierter Generation bringt die menschenscheue Endvierzigerin Fußgänger und Radfahrer über das Gewässer und lebt zurückgezogen …

Eva Menasse: Alleinruhelage

Zu einem Abschied gehört gewöhnlich ein Blick zurück, und einen solchen wirft die namenlose Frau mittleren Alters im Roman Alleinruhelage von Eva Menasse auf die 20 Jahre, in denen sie Besitzerin eines Wochenendhauses im südlichen Vorpommern war. Nun aber ist …

Hélène Gestern: Rückkehr nach St. Malo

Yann de Kérambrun, knapp 50-jähriger Ich-Erzähler und Geschichtsprofessor an der Pariser Sorbonne, glaubte lange, seiner Familiengeschichte erfolgreich entkommen zu sein. Er hatte sich früh von der Bretagne, seinem autoritären Vater Charles und dem erfolgreichen Familienunternehmenden losgesagt und war selbst nach …

Birgit Bachmann: Ein Samstag im August

Birgit Bachmann beginnt ihren Debütroman Ein Samstag im August mit einem ausgezeichneten Prolog über die zwei Seiten von Familie, die sie mit einer Flickendecke vergleicht: kratzig, verdeckend und erstickend einerseits, aber auch fantasieanregend, tröstend und mit dem vertrauten Geruch der …

Upton Sinclair: Am Fließband

Als der US-amerikanische Schriftsteller, Enthüllungsjournalist und politische Aktivist Upton Sinclair (1878 – 1968) seinen Roman The Flivver King („Der Blechkistenkönig“, deutsch in der Übersetzung von Jörg Schröder unter dem Titel Am Fließband) 1937 veröffentlichte, zielte er nicht auf das übliche …

Franziska zu Reventlow: Ellen

Lange erinnerte im Schloss vor Husum nichts an Franziska zu Reventlow (1871 – 1918), obwohl die adelige Malerin, Schriftstellerin und Bohèmienne mit den Lebensdaten des Deutschen Kaiserreichs hier geboren wurde und ihre Kindheit verbrachte. Seit 2016 steht im Herzoginnengarten ein …

Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter

Von materiellem und immateriellem Familienerbe handelt der autofiktionale Debütroman Unerwünschte Töchter der 1967 geborenen deutsch-nigerianischen Arte-Redakteurin und Autorin Miriam Carbe. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund ab dem Deutschen Kaiserreich erzählt sie von ihrer um 1880 geborenen Urgroßmutter Margarethe, ihrer 1914 geborenen …

Eugen Ruge: Metropol

Als Eugen Ruge, geboren 1954 im Ural, 2011 seinen im gleichen Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten, von der eigenen Familiengeschichte inspirierten Debütroman In Zeiten des abnehmenden Lichts veröffentlichte, blieb die Vorgeschichte seiner kommunistischen Großmutter Charlotte und ihres zweiten Ehemanns …

Dror Mishani: Nicht

Der Titel Nicht hätte auch zum letzten Buch des 1975 geborenen israelischen Autors, Literaturwissenschaftlers und Übersetzers Dror Mishani gepasst, der international durch seine Krimis bekannt wurde. Kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 veröffentlichte er …

Robert Seethaler: Die Straße

Der 1966 geborene österreichisch-deutsche Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler Robert Seethaler zeigt in seinen Romanen immer wieder sein Herz für die „kleinen Leute“ und deren Kampf für ein würdevolles Leben mit ein bisschen Glück. Zuletzt gehörte Das Café ohne Namen zu …

Lukas Bärfuss: Königin der Nacht

Über seine Mutter, die keine war, schreibt der 1971 geborenen, mehrfach preisgekrönten Schweizer Autor Lukas Bärfuss in seinem autobiografischen literarischen Bericht Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter. Mit ihrem Tod 2018 in der Dominikanischen Republik und dem …

Thomas Strässle: Fluchtnovelle

Im Berliner Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie sind abenteuerliche Fluchten von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern zwischen 1961 und 1989 dokumentiert. Immer einfallsreicher und wagemutiger wurden die Ausreisewilligen und ihre Helferinnen und Helfer angesichts zunehmend perfektionierter DDR-Grenzsicherungssysteme, die sie mittels …

Gabriele Reuter: Das Tränenhaus

Als die bereits sehr bekannte Schriftstellerin Gabriele Reuter (1859 – 1941) im Jahr 1908 ihren Roman Das Tränenhaus über das Leiden lediger Schwangerer veröffentlichte, war sie seit neun Jahren unverheiratete Mutter einer Tochter. Da sie sich selbst während ihrer Schwangerschaft …

Ilia Vasella: Windstill

Es ist August und Hochsaison im bereits leicht verfallenden Landschloss aus hellem Sandstein mit blau gestrichenen Fensterläden am Rand der Pyrenäen. Fünf der sechs Gästezimmer sind belegt, die zufällig gemischte Urlauberschar teilt sich zwanglos eine Gemeinschaftsküche. Wer möchte, kocht und …