Song des Jahres: „Who Laughs Last“ von Lord Huron.
Der Song des Jahres ist „Who Laughs Last“ von Lord Huron. Bzw. wird man sich über die Bezeichnung “Song” trefflich streiten können….
Der Song des Jahres ist „Who Laughs Last“ von Lord Huron. Bzw. wird man sich über die Bezeichnung “Song” trefflich streiten können….
Von den bisher hier gelesenen klassischen Dystopien Kalokain und 1984 hebt sich Aldous Huxleys „Brave New World“ deutlich ab. So deutlich, dass man dessen Status als Dystopie durchaus in Frage stellen könnte. Am ehesten handelt es sich um eine Geschichte …
Dieses Jahr hatte ich gefürchtet, die besten Gelegenheiten für Bodennebelfotos schon verpasst zu haben. Einmal konnte ich wegen Arbeitszeiten einfach nicht raus, ein zweites Mal hatte ich die Wetterbedingungen nicht rechtzeitig eingeschätzt. Und so viele Chancen gibt es in manchen …
Hypothese zur Entstehungsgeschichte von „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ von Italo Calvino: Ein Autor hatte einen oder mehrere recht gelungene Romananfänge, mit denen er aber nicht so recht weiterkam. Also bastelt er einen Text rund um das Lesen und …
„Der Herbst des Mittelalters“ von Johan Huizinga ist wahrscheinlich die faszinierendste Lektüre zum mittelalterlichen Leben und Denken, insbesondere zum späten Mittelalter bzw. einer Zeit, die häufig schon als frühe Renaissance betrachtet wird. Die Kernthese könnte man in etwa folgendermaßen zusammenfassen: …
„Wir“ von Jewgeni Samjatin ist die älteste und leider auch die schwächste der berühmten Dystopien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wieder geht es um einen totalitären Staat, der zum Zwecke der Sicherheit und Versorgung seiner Bewohner das Leben streng …
“Was nützt, ist nur ein Teil des Bedeutenden. Um einen Gegenstand ganz zu besitzen, zu beherrschen, muß man ihn um sein selbst willen studieren.” Das sagt Jarno im zweiten Teil von Goethes Wilhelm Meister, nachdem er sich in Montan …
„Der junge Tischlermeister“ ist mein vierter Roman von Ludwig Tieck und der erste, den der Autor tatsächlich vollendet hat. Mit seiner häufigen Reisethematik weist der Text einige Anklänge an den bisher stärksten Text des Autors, “Franz Sternbalds Wanderungen”, auf. Gleichzeitig …
Ein Titel ist heute, auch wenn er für gewöhnlich als Bestandteil des literarischen Textes betrachtet wird, vor allem ein Marketinginstrument. Entsprechend idiotisch viele Titel literarischer Texte wie Filmtitel ebenso. Henrik Ibsen scheint dieses Problem noch nicht gehabt zu haben, anders …
Einige im älteren Artikel nicht notierte Beobachtungen bei neuerlicher Lektüre des Wilhelm Meister: Sehr auffällig ist die starke Fetischisierung der Nützlichkeit, selbst dort, wo man es nicht erwartet. Nicht nur wird Wilhelm von familiärer Seite früh gedrängt, eine pragmatisch nützliche …
„Der Bruderkrieg der Donkosaken“ ist strukturell sogar wieder stärker als der zweite Band von „Der stille Don“. Der Autor oder die Autoren, wer immer das letztlich gewesen sein mag, erinnert sich hier wieder deutlicher daran, dass seine Hauptfigur Grigori ist …
Von Selma Lagerlöf, deren Romane und Erzählungen ich, soweit sie mir auf Deutsch vorlagen, hier vor einiger Zeit besprochen habe, gibt es auch einige schöne weihnachtliche Geschichten. Die werden in verschiedenen Büchern zusammengefasst, man kann sie sich aber, da sie …
„Halbe Leben“ von Susanne Gregor ist vom Konzept her ein interessantes Buch. Der kurze Roman kreist um ein Ehepaar, das eine Pflegerin aus der Slowakei einstellt, diese besonders freundschaftlich in ihrer Familie aufnimmt und genau auf diese Weise sie mit …
Endlich mal wieder ein wirklich herausragender Film, und dazu noch ein deutschsprachiger, das ist ja eher selten…. “Heldin”, Regie Petra Volpe, könnte angesichts des Titels Gefahr laufen, zu Kitsch zu werden, eine späte Balkonklatsche-Aktion für die Menschen, die nicht nur …
Ludwig Tieck könnte der unterschätzteste Autor in deutscher Sprache sein. Denn sind wir ehrlich: diesen Romantiker aus der zweiten Reihe liest doch keiner mehr. Tieck ist nicht mal ein vergessener Autor, schlimmer: es ist ein Autor, an den sich die …
Jetzt habe ich endlich mal das berühmte, unter anderem in Peter Weissʼ Ästhetik des Widerstands ausführlich verarbeitete „Kallocain“ von Karin Boye gelesen. Der Roman war ja eine ganze Zeit lang zumindest unter LeserInnen, die mal nicht eben so Geld für …
„Hund 51“ von Laurent Gaudé ist eine neuere Dystopie, die versucht, zeitgenössische Entwicklungen durch Zuspitzungen zu kritisieren. Das gelingt nur so leidlich, weil zwar einerseits die generellen Entwicklungen hin zu marktwirtschaftlich entstehenden Oligopolen, die dann wiederum zu so etwas Ähnlichem …
„1984“ von George Orwell habe ich lange nicht mehr gelesen. Der Roman wurde in den letzten Jahrzehnten so ubiquär als Floskel für alles genutzt, was Menschen in der Politik nicht zusagt – und dabei insbesondere von Rechtsradikalen gegen jeden Versuch, …
Der Roman macht dann etwa im letzten Drittel oder Viertel eine deutliche Veränderung durch. Die lässt sich sogar visuell beim reinen Blättern schon bemerken. Deutlichstes Anzeichen: Im Vergleich zu vorher kommen nur noch sehr wenige Gedichte vor….
Das Doppelkapitel 17/18 ist ideal, um den dritten Abschnitt meiner umfangreichen Besprechung von „Der Traum der roten Kammer“ zu beginnen. Hier lässt die Familie Djia in Erwartung eines Besuchs der kaiserlichen Nebenfrau, einer älteren Schwester von Bǎoyù, eine gewaltige Gartenanlage …
„Krieg und Revolution“, der zweite Teil von „Der stille Don“, hält das sprachliche Niveau weitgehend, handelt sich aber mit dem schon aus dem Titel ersichtlichen Thema größere strukturelle Probleme ein. Grob die erste Hälfte, vielleicht auch nur das erste Drittel, …
„Der Stille Don“ dürfte der letzte abgeschlossene der großen russischen, Epochen und Gesellschaften umgreifenden Romane sein, die vor allem von Tolstoi, Turgenjew und dem nicht auf Deutsch übersetzten Melnikow geprägt wurden. Eine Tradition des auktorialen Erzählens einer Epoche durch Figuren …
„Das Traumcafé an der Pragerin“ ist ein Titel aus dem offenen Bücherschrank. Der Klappentext weist die Autorin Lenka Reinerová als wahrscheinlich letzte auf Deutsch schreibende Schriftstellerin in Prag aus. Das ist nicht etwa irgendeine Art von Revanchismus, sondern ein Verweis …
Ein neues, ich denke aber kurzlebiges, Thema im Kulturkampf scheint zu sein, dass Mary Wollstonecraft Shelley „Frankenstein“ nicht selbst geschrieben habe, sondern der früh verstorbene Ehemann das Buch verfasst habe. Das ist natürlich absoluter Quatsch. Der wissenschaftliche Konsens zu „Frankenstein“ …
„Hearing Secret Harmonies“, der zwölfte und letzte Band, ist ein reichlich seltsamer Abschluss für “A Dance to the Music of Time”, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ja bereits der neunte, der zehnte und der elfte Band jeweils für sich hätten …