Alle Artikel von Fixpoetry

Über völlige Zerstörung

Lesart: Es ist schon eine Weile her, da fand ich in Hans Magnus Enzensbergers „Museum der modernen Poesie“, einer Art documenta der klassisch-modernen Lyrik von 1960, dieses Gedicht des US-amerikanischen Dichters William Carlos Williams. Ich hatte das „Museum“ antiquarisch… Weiterlesen

Translokationen

Kritik: Die 1922 geborene Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy ist in wenigen Jahren zu einer auch in der breiteren Öffentlichkeit bekannten Expertin für Provenienzforschung geworden. Den Begriff Provenienz, Herkunft, zählt der „Kluge“, [Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache von 1999 (S. 652)] zum …

Schönheit für die hirnverbrannte Welt

Kritik: „Latenzen verschwinden nicht, indem man für sie unempfänglich ist oder sich ihnen gegenüber halb automatisch verhärtet; sie bilden den Huf des Ausgesprochenen, umgeben das Frontale sowie das Deutliche.“ Mit dieser poetischen und sehr präzisen Beobachtung aus ihrer… Weiterlesen

Die Sprache ist ein solch Ding

Lesart: Porphyr, das Wort, das dem Gedicht von Melanie Katz als Titel dient, ist ein in seiner Bezüglichkeit leicht unspezifischer Begriff. Er wird allgemein für vulkanische Gesteine verwendet, manchmal mit der zusätzlichen Voraussetzung, dass darin Kristalle eingeschlossen sein müssen. Strenggenommen, …

Merkur Mai 2019

Fix Zone: Der Merkur annonciert in seinem Newsletter die gerade erschienene Mai-Ausgabe (mit einem frei lesbaren und sehr lesenswerten Abriss von Hannes Bajohr um das Anthropozän… Weiterlesen

„Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht“

Kritik: Unübersehbare Scharen von Schülern und Studenten haben sich mit Goethes Faust-Tragödie beschäftigt – für den Fall, daß sie ihnen nahegebracht werden konnte, durchaus auch „mit heißem Bemühn“. Was ihnen bislang nicht zur Verfügung stand, war eine Ausgabe mit… Weiterlesen

Umfrage

Fix Zone: Über 700 Frauen haben unseren Fragebogen zur Situation der Frau in der Literatur, den wir anlässlich des Gertrud Kolmar Preises verschickt haben… Weiterlesen

Kein Ort. Nirgends. Revisited

Kritik: Lass erstmal alles hinter dir. So lautet in einem beachtlichen Teil der Romanliteratur der Appell an die Hauptfigur, aus der was werden soll. Tschüss, langweiliges Provinzkaff, verkrachte Familie, Leerlauf und Ereignislosigkeit….

„Denn ich bin meinesgleichen“: Inge Müller

Lesart: Arno Schmidt, ebenso hellsichtig wie befangen in der bornierten Männerwelt der Jahrhundertmitte, beschwört immer wieder die Schreckensmänner der deutschsprachigen Literatur: Autoren wie Johann Karl Wezel oder Karl Philipp Moritz, die mit starkem Eigensinn und wenig Fortüne bezweifeln,… Weiterlesen

Das Leben der Quallen

Kritik: Alva Kuhla, der Ich-Erzählerin des Romans, muss etwas passiert sein, etwas Unangenehmes, sonst würde ihr jetzt nicht eine Krankenschwester mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten. Abrupt war Alva im Krankenhaus aufgewacht, war also zurück in ihrem eigenen Körper, …

Inside Fixpoetry April 2019

Notiz: TEXT DES TAGES 1   Hannah Bründl · Der Platz der Birke 2   Cornelia Travnicek · Was nicht ist kann nicht werden 3   Jan Wagner · reifen 4   Monika Vasik · weiträumiges improvisieren 5   Niklas L. Niskate · ewenken FEUILLETON …

Glühbirne, Stirnlampe

Kritik: Es ist so eine Sache mit der Kunsttherapie und allem, was damit gemeinhin in einen Topf geworfen wird. Art brut etwa gilt vielen als Kunst von (und für) Outsider und Laien. Dass sie als anti-elitäre und anti-akademische Abrechnung mit …

GEGENWARTSPROOF: Gertrud Kolmar

Fix Zone: Lesung & Gespräch mit Esther Dischereit Autorin, Berlin | Orsolya Kalász Autorin, Berlin | Anja Utler Autorin, Prag | Moderation Beate Tröger Literaturkritikerin, Frankfurt am Main im Haus für Poesie am 09. Mai um 19.30 Uhr Knaackstr….

Lullaby Wiegenlied

Lesart: Im August 2017 erschien in der edition offenes feld (eof) der zweisprachige Lyrikband A Private Country | Ein privates Land von Moya Cannon, übertragen von Eva Bourke und mir. Abgesehen von einer kleineren Anzahl ihrer Gedichte in einer von …

Ein eigenes Zimmer.

Kolumne: »Literatur ist wie ein Spinnennetz, vielleicht nur ganz lose, aber dennoch an allen vier Ecken mit dem Leben verknüpft.« (Virginia Woolf: Ein eigenes Zimmer) Vor etwa einem Jahr schicke ich einen Auszug aus meinem aktuellen Projekt nach Schwaz …