Eine talentierte Pianistin verliert während der Pandemie den Boden unter den Füssen
Die britische Schriftstellerin Deborah Levy verbindet in ihrem Roman «Augustblau» die Lebenskrise einer jungen Frau mit den Erschütterungen des Corona-Lockdowns.
Die britische Schriftstellerin Deborah Levy verbindet in ihrem Roman «Augustblau» die Lebenskrise einer jungen Frau mit den Erschütterungen des Corona-Lockdowns.
Sergei Gerasimow befindet sich noch immer in Charkiw und führt sein Kriegstagebuch weiter. Auch wenn die Raketenangriffe nachgelassen haben, der Schrecken des Krieges mit seinen seelischen Abgründen und absurden Situationen bleibt in drängender Weise präsent.
Immanuel Kant ist alt, krank, müde. Er fühlt sich einsam und streitet mit seinem Diener: Felix Heidenreichs Roman «Der Diener des Philosophen» ist ein raffiniertes Kammerspiel über die letzten Jahre des grossen Aufklärers.
Vor zehn Jahren ist der Autor und Künstler in Berlin durch Suizid aus dem Leben geschieden. Eine grosse Biografie zeichnet das kurze, intensive Leben nach.
Breitbart, Vice, «Huffington Post», Buzzfeed – digitale Medien erlebten einen Boom und erzielten Milliarden an der Börse. Doch dann folgte ihr Absturz. Wie es dazu gekommen ist, zeigt der ehemalige Buzzfeed-Chef Ben Smith in einem Buch….
Die Pressegrafik fokussiert auf das Wesentliche und stellt dieses prägnant dar. Dabei bewegen sich Karikaturen zwischen Kunst und Agitation. Selbst für Vincent van Gogh waren sie ein Vorbild….
In Tadeusz Borowski Erzählungen vermischen sich Lakonie und Zynismus mit scheinbarer Akzeptanz der Zustände im Lager. Aus dem hochtalentierten Schriftsteller wurde ein stalinistischer Schreiberling mit Hang zur völligen Selbstaufgabe.
Vor fünf Jahren ist der russische Dichter Oleg Jurjew gestorben. In ihrem kurz darauf begonnenen Tagebuch versucht seine Ehefrau, die Schriftstellerin Olga Martynova, dem Schmerz eine Gestalt zu geben.
Der französische Schriftsteller Emmanuel Carrère hat den Prozess gegen die Bataclan-Attentäter während zehn Monaten verfolgt. Sein Buch «V13» gibt Zeugnis von grosser Menschlichkeit im Angesicht grösster Unmenschlichkeit.
Der russische Überfall auf die Ukraine zeigt, wie prekär die politisch-historische Tektonik im Osten Europas immer noch ist. Volha Hapeyeva, Polina Barskova und Yevgeniy Breyger verleihen der Not ihres Exils gültigen Ausdruck.
In der dänischen Metropole Kopenhagen ballen sich Geist und Kultur wie an wenigen Orten. Ein intellektueller Spaziergang durch eine lebensbejahende Stadt am Meer, in der einstmals Raum und Zeit zu Grabe getragen wurden.
Die israelische Schriftstellerin Michal Govrin erzählt in ihrem Roman «Strandliebe» die Geschichte einer Dreiecksbeziehung im Israel der 1960er Jahre. Sie selber kennt die Sehnsucht nach intensiven Erfahrungen, weshalb sie heute lieber in Jerusalem als Tel Aviv lebt.
Eine Bauernfamilie im Münsterland. Kühe, Felder und viel Arbeit. Ein Leben, das sich abseits der modernen Welt zu vollziehen scheint….
Nach Ausbruch des Ukraine-Kriege hat Maxim Biller gesagt, dass er kein Schriftsteller mehr sein wolle. Der Roman «Mama Odessa» könnte sein Vermächtnis sein, vielleicht ist es auch der Auftakt zu etwas Neuem.
Er galt mehrfach als Nobelpreiskandidat, und doch kam der russische Exilautor Mark Aldanow (1886–1957) weder beim russischen noch beim westlichen Publikum je richtig an. In modernistischer Epoche pflegte er akribisch den Stil des 19. Jahrhunderts, der obsolet zu sein schien….
Von den drei grossen bosnischen Romanen, die Ivo Andrić verfasst hat, ist «Das Fräulein» von 1944 der unbekannteste. Darin zeichnet der jugoslawische Literaturnobelpreisträger eine manisch geizige Frauenfigur vor dem Hintergrund der historischen Wirren des Balkans.
Meine Mutter war mit meinen frühen Erzählungen nicht zufrieden. Man höre in ihnen meine Stimme nicht, ich ahme andere Autoren nach. Das nahm ich mir zu Herzen….
Als er sich reichlich spät doch noch entschlossen gegen real existierenden Sozialismus stellte, wurde Milan Kundera von den Machthabern in eine Unperson verwandelt. Die Prager Literatur hatte in ihren Büchern das Schicksal des Verschwindens vorweggenommen.
Im Anfang war der Lärm: Der Historiker, Heavy-Metal-Schlagzeuger und Rundfunkredakteur Kai-Ove Kessler erzählt die Geschichte eines Ärgernisses, das so alt ist wie die Menschheit. Es beschäftigt Philosophen und Intellektuelle bereits seit der Antike.
Von Argentinien über Spanien bis nach Polen und Japan legt Nikolai Epplée einen Vergleich von nationalen Vergangenheitsbewältigungen vor. Am Beispiel von Südafrika zeigt er, wie Russland sich mit seiner Geschichte kritisch auseinandersetzen kann.
Paul Celan hat die Gassen seiner Heimatstadt verewigt, heute sucht die Stadt im Westen der Ukraine wieder Anschluss an ihre grosse multikulturelle Tradition. Der Essayist Helmut Böttiger hat diesen Ort der Zeitenwenden drei Jahrzehnte durch Höhen und Tiefen begleitet.
Mit «Grenzfahrt» ist dem polnischen Starautor Andrzej Stasiuk ein grandioser Roman gelungen, der hilft, wenigstens ansatzweise das vergangene, vielmals geschundene und verratene Polen zu verstehen.
«Die Einladung» heisst Emma Clines zweiter Roman, der mit boshaft brillanter Nüchternheit Szenen aus dem Leben eines jungen Escort-Girls zeichnet.
Der 1884 bei Kiew geborene Dovid Bergelson gehörte zur jüdischen Diaspora, die sich nach 1918 in Berlin tummelte. Als Dichter war er ein Apologet der säkularen jüdischen Wiedergeburt. 1934 floh er vor den Nazis zurück in die Sowjetunion….
Vor hundert Jahren wurde der Schriftsteller geboren. Er hat die Verzweiflung und die Armut der Südtäler ausgemalt wie kaum ein anderer. Und etwas vom Schönsten geschaffen, was die Literatur der italienischen Schweiz hervorgebracht hat….