Wie Deutschland reich wurde, eine schöne Betrügerin und ein «schwarzer Mozart»: Die Kulturtipps der «NZZ am Sonntag»
Erhellendes zur Industriegeschichte, kühle Action und wunderschöne Musik.
Erhellendes zur Industriegeschichte, kühle Action und wunderschöne Musik.
Das renommierte ukrainische Literaturfestival Meridian hat sich entschlossen, die Veranstaltungen nicht am Stammsitz Czernowitz, sondern in Frontstädten stattfinden zu lassen. Dieses Jahr in Charkiw und Saporischja. Ein beklemmender Augenschein vor Ort….
Mit «Himmelskörper am Rande der Welt» beweist der isländische Schriftsteller Jón Kalman Stefánsson seine überragenden Qualitäten. Es geht um ein Massaker an spanischen Walfängern, aber noch stärker um haarsträubende intime Verwicklungen und erotische Verfehlungen.
Der Schweizer Schriftsteller machte aus Todesangst grosse Komik – nun erscheint sein wildes und bislang unaufgeführtes Theaterstück als Buch.
Auch Tadeusz Borowski kannte Auschwitz. Der von Imre Kertész hochgeschätzte Pole, der 1951 mit knapp 29 Jahren Hand an sich legte, war auf Deutsch bisher nur als Prosaautor präsent. Nun liegen in dem eindrucksvollen «Hörspiel-Oratorium» Gedichte von ihm vor….
In seinem Roman «Pfingsten» porträtiert der Tscheche Miroslav Hlauco mit Witz und Verve eine Berggemeinde, die sich dem technischen Fortschritt am liebsten verweigern würde. Seine rückwärtsgewandte Utopie verzichtet ganz auf Tragik.
Was muss man gelesen, gesehen oder gehört haben – und was eher nicht?
Mit grosser sprachlicher Kraft erzählt der britische Rapper und Schriftsteller Kae Tempest von einem Transmann, der sich aus den Zuschreibungen seiner Umwelt befreit. Und unterläuft dabei immer wieder die Erwartungen der Leser.
Ein altes Buch, ein neuer Film: wie die Polen immer wieder mit einem scheinbar längst abgeschlossenen Kapitel ihrer Zeitgeschichte konfrontiert werden – der bleiernen Zeit des Kriegsrechts in der Spätphase des ihnen aufgezwungenen Sowjetkommunismus.
Das ehemalige Kadermitglied Sarah Wynn-Williams legt all das offen, was Mark Zuckerberg vor der Öffentlichkeit lieber verborgen halten möchte.
Bei sommerlichen Temperaturen und den nahenden Ferien soll es entspannt zugehen. Hundert neue Bücher, die zum Eintauchen einladen.
«Yesteryear» von Caro Claire Burke gilt bereits als das Buch des Sommers: Darin erwacht eine Verfechterin traditioneller Rollenbilder plötzlich im Jahr 1855. Progressive Leserinnen feiern das als gerechte Strafe.
Was muss man gelesen, gesehen oder gehört haben – und was eher nicht?
Zum ersten Mal wurde das frühe Tagebuch des Schweizer Schriftstellers ediert. Es erzählt von dem verzehrend intensiven Ringen um seine politischen und weltanschaulichen Positionen.
Als Kolumnist und Sendungsmacher gehört Jan Fleischhauer zu den erfolgreichsten Journalisten Deutschlands. Sein neustes Buch ist eine Abrechnung mit der Linken – und einer Rechten, die dieser Linken immer ähnlicher wird.
Im Erzählband «Ein zweites Leben» entführt der russisch-ossetische Schriftsteller in ein surreal-melancholisches Paris voller Sinnsucher und Heimatloser, die zwischen Traum und Exil sich selbst verlieren.
Ein Buch erzählt die anregende Kulturgeschichte der Beleidigung im Deutschen. Die Nachahmung im Alltag kann allerdings in einigen Fällen kostspielig werden.
Peggy Mädlers Roman «Die Selbstregulierung des Herzens» erzählt vom Scheitern einer politischen Utopie in der DDR und vom privaten Glück, das sich ihre Bürger dennoch zu schaffen versuchten.
Die Auswirkungen des Tourismus und der Immobilienboom beschäftigen auch die Literatur. Flurina Badels Debütroman «Nebelflüchtige» verbindet Poesie mit Zeitdiagnose.
Die allgemeine Krisenstimmung wird im Kulturmarkt zum Verkaufsschlager. Ein gutes Zeichen.
In ihrem Roman über ein japanisches Büro tobt ein Kleinkrieg. Zwischen Überstunden und Wochenendarbeit, Restaurant am Autobahnkreuz und eisiger Klimaanlage verdorrt die Lust an Onigiri und Okonomiyaki. Derweil lässt Junko Takase die Intrigen spriessen….
Im Leipziger Zoo beobachtete Lara Rüter Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans. Daraus entstand ein Essay über das Misslingen menschlicher Kommunikation.
Die Frauenquote hat mehr Frauen in die Geschäftsleitungen von Schweizer Unternehmen gebracht. Inzwischen würde sie den Frauen aber schaden, sagt die Ökonomin Margit Osterloh.
Mircea Cartarescus literarischer Ruhm wuchs langsam, aber gewaltig. Sein Schaffen lässt sich insgesamt als paradoxer Versuch begreifen, jene gigantische innere Leere, die das Scheitern des kommunistischen Experiments hinterliess, demiurgisch mit «Sinn» zu füllen.
«Arendal» ist der unsägliche Monolog eines vom kleinbürgerlichen Leben gebeutelten Mannes, der seine Gefühle im Suff ertränkt.