Ein politischer Patchwork-Roman, eine abgeklärte Olivia Rodrigo und das Lebenswerk eines Schweizer Fotografen: Die Kulturtipps der «NZZ am Sonntag»
Was muss man gelesen, gesehen oder gehört haben – und was eher nicht?
Was muss man gelesen, gesehen oder gehört haben – und was eher nicht?
Zum ersten Mal wurde das frühe Tagebuch des Schweizer Schriftstellers ediert. Es erzählt von dem verzehrend intensiven Ringen um seine politischen und weltanschaulichen Positionen.
Als Kolumnist und Sendungsmacher gehört Jan Fleischhauer zu den erfolgreichsten Journalisten Deutschlands. Sein neustes Buch ist eine Abrechnung mit der Linken – und einer Rechten, die dieser Linken immer ähnlicher wird.
Im Erzählband «Ein zweites Leben» entführt der russisch-ossetische Schriftsteller in ein surreal-melancholisches Paris voller Sinnsucher und Heimatloser, die zwischen Traum und Exil sich selbst verlieren.
Ein Buch erzählt die anregende Kulturgeschichte der Beleidigung im Deutschen. Die Nachahmung im Alltag kann allerdings in einigen Fällen kostspielig werden.
Peggy Mädlers Roman «Die Selbstregulierung des Herzens» erzählt vom Scheitern einer politischen Utopie in der DDR und vom privaten Glück, das sich ihre Bürger dennoch zu schaffen versuchten.
Die Auswirkungen des Tourismus und der Immobilienboom beschäftigen auch die Literatur. Flurina Badels Debütroman «Nebelflüchtige» verbindet Poesie mit Zeitdiagnose.
Die allgemeine Krisenstimmung wird im Kulturmarkt zum Verkaufsschlager. Ein gutes Zeichen.
In ihrem Roman über ein japanisches Büro tobt ein Kleinkrieg. Zwischen Überstunden und Wochenendarbeit, Restaurant am Autobahnkreuz und eisiger Klimaanlage verdorrt die Lust an Onigiri und Okonomiyaki. Derweil lässt Junko Takase die Intrigen spriessen….
Im Leipziger Zoo beobachtete Lara Rüter Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans. Daraus entstand ein Essay über das Misslingen menschlicher Kommunikation.
Die Frauenquote hat mehr Frauen in die Geschäftsleitungen von Schweizer Unternehmen gebracht. Inzwischen würde sie den Frauen aber schaden, sagt die Ökonomin Margit Osterloh.
Mircea Cartarescus literarischer Ruhm wuchs langsam, aber gewaltig. Sein Schaffen lässt sich insgesamt als paradoxer Versuch begreifen, jene gigantische innere Leere, die das Scheitern des kommunistischen Experiments hinterliess, demiurgisch mit «Sinn» zu füllen.
«Arendal» ist der unsägliche Monolog eines vom kleinbürgerlichen Leben gebeutelten Mannes, der seine Gefühle im Suff ertränkt.
Seit Jahrzehnten schreibt Manfred Papst seine «Zugaben»: Kolumnen über Sprache, Bildung und die Lust am Abschweifen – leichtfüssig, kenntnisreich und fast immer gut gelaunt. Eine Auswahl dieser Texte liegt nun als Anthologie vor.
Tom Kummer, einst gefeierter und dann tief gefallener Popstar des Journalismus, sucht in seinem Roman nach einem Neuanfang. Besuch bei einem grössenwahnsinnigen und verletzten Mann.
Literaturklassiker werden heute wieder beliebter – vor allem bei jungen Leserinnen und Lesern.
Die preisgekrönte Autorin schreibt über den Reiz des Aufbruchs und Fortgehens. Es sei eine Übung, mit Widersprüchen umzugehen.
«Die Zugabe»: Manfred Papst über einen Begriff, der ganz viel meint.
Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss hadert mit seiner bösen Mutter. Und macht das System für ihr Versagen mitverantwortlich. Er reiht sich damit in eine literarische Tradition ein….
«Diese dumme, egoistische, verräterische, hurerische Schlampe», schreibt Lukas Bärfuss über seine Mutter. Aber sein Zorn gilt nicht ihr, sondern dem Mythos der Mutterfigur. Und der sozialen Kälte….
Maxim Leos Roman «Einatmen. Ausatmen.» ist sprachlich lax und findet keine Haltung gegenüber dem diagnostischen Furor unserer Zeit….
Sucht man nach einem Cicerone in Sachen osteuropäischer Kultur, Literatur und Geschichte, führt kein Weg am Österreicher Karl-Markus Gauss vorbei. In seinem schmalen jüngsten Buch «Die Liebe kommt immer zu spät» hat er einmal mehr einen brillanten Auftritt.
Was muss man gelesen, gesehen oder gehört haben – und was eher nicht?
Ben Lerner, der neue Star der amerikanischen Literatur, verhandelt in seinem Roman «Transkription» wieder eine grosse Frage der Gegenwart. Inhaltlich dicht und glücklich machend.
Die grosse italienische Autorin, die sich seit ihrem ersten Roman der Anonymität verschrieben hat, legt einen persönlichen Essayband vor. In «An den Rändern» erkundet Elena Ferrante das Lesen und Schreiben als Frau und fordert: «Keine Zeile darf im Wind verwehen….