Alle Artikel von NZZ Literatur
Warum der Schriftsteller Reto Hänny manchmal in die Luft gehen möchte
Vor über dreissig Jahren hat Reto Hänny das phantastische Buch «Flug» geschrieben. Nun hat er es noch einmal neu geschrieben, zum dritten Mal!
Warum die Menschen nicht gleich sind
Der streitbare Autor Charles Murray zeigt auf, was die Genetiker über die Unterschiede zwischen Geschlechtern, Rassen und Klassen wissen. Er tut dies ziemlich entspannt.
Ist gegen Gerechtigkeit, wer keine politisch korrekte Sprache benutzt?
Kübra Gümüşay hat ein Buch über «Sprache und Sein» geschrieben. Die deutsche Journalistin will von einzelnen Menschen statt pauschal über Gruppen reden und einen Kulturwandel in der Gesellschaft vollziehen.
«Sie fangen Leute, und sie sägen mit dem Messer den Hals ab» – einer der letzten amerikanischen Sklaven erzählt aus seinem Leben
Cudjo Lewis wurde 1860 von Benin nach Alabama verschleppt. Mit 86 Jahren sprach er über seine Kindheit, die Gefangennahme und den Alltag in Amerika. Sein Bericht ist Pflichtlektüre….
Einer zieht aus, um zu hassen, kann dann aber doch nicht anders, als zu lieben
Peter Handke erzählt die Geschichte von einem, der am Haarschopf weggelupft werden möchte. Es ist seine Geschichte – und ist es trotzdem nicht.
Selbstbestimmt Leben heisst auch – Verweilen. Doch dafür glaubt niemand mehr Zeit zu haben
Wann sind wir ganz bei uns? Vielleicht, wenn wir ein Bild betrachten und alles um uns herum vergessen. Das ist keine Flucht, im Gegenteil: Es ist bewusstes Leben….
Wenn der Grossvater zu Besuch ist, fallen Worte wie Gewehr, Bombe oder Soldat
Was mit den Menschen geschieht, wenn die Geschichte nicht vergeht, erzählt Valerie Fritsch in ihrem Roman: Die Dämonen sitzen ihnen im Nacken.
Rettet Virginia Woolf und ihre letzten Lebenstage vor diesem Schwadroneur
Der Schriftsteller Michael Kumpfmüller hat sich in den Kopf der englischen Dichterin begeben und beschreibt die letzten Tage vor ihrem Suizid. Das geht gründlich daneben.
Die entscheidende Grenze verläuft in diesem Buch nicht zwischen Schwarz und Weiss. Es beleuchtet die Verwerfungen innerhalb der afrikanischen Communitys
In seinem Debütroman rollt der Ghanaer Michael Donkor eine etwas andere Weltkarte auf. Drei Mädchen müssen den Globus neu vermessen – mit unterschiedlichen Ellen.
Pascal Mercier lässt einen Romanhelden aus der Zeit fallen – und fällt selbst aus der Zeit
Der Roman «Das Gewicht der Worte» macht sich wichtiger, als ihm guttut. Das Lesevergnügen schmälert das erheblich.
Überall ist Seufzen und Schönheit. Aber reicht das auch schon für einen Roman?
Der begnadete Schauspieler und Essayist Hanns Zischler ist auch ein virtuoser Illusionskünstler. In seinem neuen Roman verliert man leicht die Orientierung.
Cool und lichterloh brennend – die südafrikanische Lyrikerin Koleka Putuma
Siebenundzwanzig Jahre zählt sie und gilt bereits als eine der aufsehenerregendsten Vertreterinnen der jungen südafrikanischen Literatur. Am kommenden Wochenende ist Koleka Putuma in Zürich zu Gast.
Man muss die Heimat nicht den Rechten überlassen
Der Schriftsteller Selim Özdogan entzieht sich mit Witz und Verstand allen Etikettierungen. Und er unterläuft die verbreitete Empörungsrhetorik.
Von einem, der auszog, die «Rasse» in Rente zu schicken
Thomas Chatterton Williams ist Afroamerikaner, Kulturkritiker und Vater zweier hellhäutiger Kinder. In einem autobiografischen Buch emanzipiert er sich von überkommenen Kategorien. Und setzt dabei auch seine eigene Identität aufs Spiel….
Ziviler Ungehorsam gegen Hitler: Wie Emil und Emmie Oprecht auch Thomas Mann politisierten
Die Zürcher Verleger brachten in den dreissiger und vierziger Jahren viele Exilautoren heraus. Nun strahlt ihr Lebenswerk in neuem Licht.
In Osteuropa haben die Kinder ihre Revolution gefressen
Vor dreissig Jahren hat Timothy Garton Ash ein Buch über die Umbrüche in Osteuropa geschrieben. Nun liegt der Klassiker neu vor, ergänzt um Betrachtungen zur Gegenwart. Eine erhellende Lektüre….
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Das kann schon sein. Aber lesen muss man es trotzdem. Sonst sieht man gar nichts
Texte sind kompliziert, Bilder versteht man gleich. Nicht so bei Hannes Binder. Wenn er zeichnet, muss man sich anstrengen….
Verhängnis mit Ansage: Der «Hippolytos» von Euripides zeigt, wie Götter Menschen zerstören
Ist Liebe ein Spiel, das Götter mit den Menschen spielen? Im «Hippolytos» zeigt der antike Tragiker Euripides, wie eine beleidigte Aphrodite ein Königshaus in den Abgrund reisst.
Die grosse Familie der Nationalisten
1945 hat George Orwell einen Essay über das nationalistische Denken geschrieben. Er untersuchte eine Geisteshaltung, die Menschen in identitätsstiftende Segmente gruppierte – und hat uns damit auch heute einiges zu sagen.
Wer hat’s erfunden?
Das Telefon ist schon 160 Jahre alt – nicht Graham Bell, sondern der deutsche Tüftler Philipp Reis hat es entwickelt.
Der Mensch hat sich selber gezähmt
Durch die Anwendung tödlicher Gewalt hat sich der Mensch zum zivilisierten Wesen entwickelt – das ist eine irritierende These. Der Primatenforscher Richard Wrangham macht sie in seinem Buch plausibel.
Der Krieg macht auch vor dem Dorf keinen Halt
In extremen Zeiten zeigen die Menschen ihr wahres Gesicht. Monika Helfer stellt die Figuren ihres Romans auf eine harte Probe.
Selbst am untersten Rand der Gesellschaft, schaut man noch auf andere herunter
Der junge deutsche Schriftsteller Christian Baron debütiert mit einem Bericht über seine Kindheitswelt. Er verbrachte sie im Dunst von Alkohol und häuslicher Gewalt.
Andrei Platonow glaubte an die Notwendigkeit der kommunistischen Utopie und zeichnete zugleich unerbittlich deren Scheitern nach
Das Romanfragment «Die glückliche Moskwa» ist einer der vielen Texte von Andrei Platonow (1899–1951), die aus Zensurgründen unpubliziert blieben. Dabei sympathisierte der Autor lange mit der Revolution, entstellte sie aber unbeirrbar zur Kenntlichkeit.
