Abgedriftet im Wellness-Reduit
Timon Karl Kaleyta lässt den Sanatoriumsroman wiederauferstehen und schickt seinen Helden in die Untiefen zwischen Mindfulness und Verschwörungstheorie.
Timon Karl Kaleyta lässt den Sanatoriumsroman wiederauferstehen und schickt seinen Helden in die Untiefen zwischen Mindfulness und Verschwörungstheorie.
In ihrem Buch «Auf allen vieren» geht es um Lust, Sex und Urin. Vor allem aber um die Menopause – von da an, schreibt die amerikanische Autorin, gehöre der Körper der Frau zum ersten Mal ihr selbst.
Die in Mailand lebende und auf Italienisch schreibende Autorin erhält dieses Jahr den Gottfried-Keller-Preis. Zugleich erscheinen bei Suhrkamp Neuausgaben ihrer wichtigsten Bücher.
Martin Heidegger habe einen geistigen Nationalsozialismus propagiert, und Hannah Arendt habe die Intellektuellen entlastet, die sich in den Dienst der Nazis stellten: Der französische Philosoph Emmanuel Faye rechnet ab mit zwei Ikonen des modernen Denkens.
Goethe verdankte ihm viel, Lessing fand ihn erhaben, aber dröge: Vor 300 Jahren wurde Friedrich Gottfried Klopstock geboren.
Obwohl ihm der Literaturnobelpreis versagt blieb, war der Albaner eine lebende Legende. Mit seinem magischen Realismus vermochte er wie niemand sonst die entsetzlichen Abgründe albanischer Geschichte auszuloten. Nun ist er im Alter von 88 Jahren gestorben….
Die polnische Autorin Joanna Bator schöpft für ihre Romane aus der eigenen Geschichte – und erklärt damit ein düsteres Stück deutsch-polnischer Vergangenheit.
«Auf allen Vieren», der neue Roman von Miranda July, ist ein Trip: wild, sinnlich, aufwühlend und unerwartet versöhnlich
Wie die Büste der altägyptischen Königin weltweit zur identitätspolitischen Projektionsfläche geworden ist.
Weil sich mehr und mehr Menschen verletzlich fühlen, schaffen wir ständig neue Gesetze, glaubt die Rechtswissenschafterin Frauke Rostalski. Aber wollen wir das wirklich?
Benedict Wells hat ein Buch über sein Leben als Schriftsteller geschrieben: «Die Geschichten in uns». In diesem Vorabdruck erzählt er von seiner Kindheit und ersten Leseerfahrungen.
Das Heimweh treibt die Schweizer Autorin Michelle Steinbeck immer wieder nach Italien. Was sie dort findet, sind seltsame Geschichten und ein Frauenmord. Was Schreiben mit Geisterbeschwörung und Gesellschaftskritik zu tun hat….
Ein deutsches Autorenduo hat den Skandal um den Rammstein-Sänger Till Lindemann in einem Buch neu aufgerollt. In «Row Zero» geht es aber auch darum, die zunehmende Kritik am Sexismus in der Musikszene zu dokumentieren.
Der amerikanische Schriftsteller ist ein Verwandlungskünstler. Mit jedem Roman taucht er in eine neue Welt ein. Besuch beim deutsch und englisch schreibenden John Wray in Brooklyn….
Bis heute geistert in Russland das Bild des erfolgreichen, aber gefühllosen Deutschen herum. In Deutschland gab es lange eine Russlandschwärmerei. Iwan Gontscharow und Thomas Mann haben mit den Stereotypen gespielt….
«Rückkehr in die Zukunft» heisst der autobiografische Bericht, den die Nobelpreisträgerin Sigrid Undset 1942 in den USA vorlegte. Sowohl Hitlers NS-Staat als auch Stalins UdSSR werden darin gnadenlos durchschaut. In Norwegen konnte das Buch erst 1949 erscheinen….
In der UdSSR war das grösste Verbrechen des Holocaust kein Thema – die Ermordung von 33 000 Juden passte weder ins heroische Sieges- noch ins Klassenkampf-Narrativ. Eine Ukrainerin will mit Empathie und Einbildungskraft den Opfern Name und Stimme zurückgeben.
Fussball-EM, Olympische Spiele: ein Sommer voller Sport. Martin Krauss legt die dazu notwendige Erinnerungsarbeit vor. Im Buch «Dabei sein wäre alles» erzählt er von Athletinnen und Athleten, die sich ihre Teilhabe hart erkämpfen mussten….
Der belgische Autor war medikamentenabhängig und wurde für geistesgestört erklärt. In der Psychiatrie schrieb er den meisterlichen Erzählband «Knisternde Schädel».
Wie schauen die Bewohner der ehemaligen DDR heute auf sich selbst? Wie haben die Erfahrungen der Nachwendezeit Menschen entfremdet? Und wie findet man zusammen?…
Hryhir Tjutjunnyk ist ein literarischer Aussenseiter, der sich mit seiner impressionistischen Schreibweise dem Sowjetkanon verweigert.
In Kreisen, die sich als divers verstehen, ist Michel Foucault ein Star. In der Philosophie hat sein Ansatz an Bedeutung verloren. Das postum erschienene Buch «Der Diskurs der Philosophie» wird daran nichts ändern….
Zu prasselndem Regen und rollendem Donner erzählt das Internationale Literaturfestival Leukerbad viele Geschichten von verschiedenen Generationen.
Die Dichterin wurde zu einem prominenten Beispiel für die schlechte Flüchtlingspolitik der Schweiz vor und während des Zweiten Weltkriegs. Doch sie hat selbst ihren Teil zum Streit mit der Fremdenpolizei beigetragen.
Der geheimnisumwitterte sowjetisch-jiddische Schriftsteller Nister (1884–1950) hielt so lange wie möglich an seinem symbolistischen Credo fest. Nun liegen seine Erzählungen auf Deutsch vor.