Alle Artikel von Fixpoetry

Der ideale Frachtverlauf

Kritik: Mehr als ein Kompagnon zu Roman Ehrlichs jüngstem Roman Malé, eine Meeresgeschichte auf dem Land (Malediven, unter Wasser nun) ist die Zusammenarbeit Ehrlichs mit dem Fotografen Michael Disqué namens Überfahrt. Ein Text-Bild-Essay, erschienen als Band #4 Volte expanded bei …

Die Magie der Küche, des stillen Morgens

Kritik: Mit den Texten „Berlin“ und „Konstantinopolis“ werden zwei kurze Prosatexte aus dem Frühjahr 1944 vorgestellt, die in charakteristischer Weise jenen poetologischen Ansatz des tschechischen Schriftstellers und Graphikers Ludvík Kundera zum Ausdruck bringen, an welchem er ein produktives Künstlerleben lang …

Als es vorbei war [4]

Notiz: …war es eben nicht vorbei, was wir durchaus schon wussten, als wir unsere sommerlichen Lockerungsübungen machten, in weißen Kampfanzügen auf dem leeren Schulhof in der Abendsonne wie kleine Spitzbuben, die eine Lücke im Zaun gefunden hatten: so  voller Stolz …

Dass ich Dichter* bin

Kritik: Eine schöne Sammlung von Gedichten Marina Zwetajewas legt der Ritter Verlag unter dem Titel Morgen soll für übermorgen gelten vor. Es handelt sich um eine Zeitenschau, vor allem kürzere Gedichte aus allen Schaffensperioden, auch einige Erstübertragungen aus dem Nachlass, …

Seitenwechsel * Tagebuchnotizen 27. Mai 2020

Kolumne: Geschrieben werden Tagebuchnotizen, die zeitgleich an verschiedenen Orten und in verschiedenen Ländern entstehen und in der WORTSCHAU veröffentlicht werden. An einem bestimmten (vorgegebenen) Tag, in dieser Ausgabe der 24. Dezember 2019, machen sich fünf Autorinnen und Autoren Notizen darüber, …

Im Neuen das Vertraute zu schaffen

Lesart:   Mit dem klangvollen Namen Paul Hindemith mag der Kunstbewanderte nicht direkt die Dichtung in Verbindung bringen, viel eher ist der 1895 in Hanau Geborene als einer der wichtigsten Komponisten der Moderne in Erinnerung. Nichtsdestotrotz war dessen Verhältnis zur …

„Der Krieg hat alles verändert“

Kritik: Zu den Autoren, die Thomas Mann aufrichtig bewunderte und zu deren Büchern er zeit seines Lebens immer wieder gerne griff, gehörte Iwan Bunin. Die entsprechenden Leseeindrücke sind in zahlreichen Tagebuchnotizen festgehalten. Von den 18 Erzählungen dieses Bandes sind acht …

Subtile Firniskratzerin

Kritik: Es wird immer offenbarer, dass die kürzeren Prosaformen Erzählung, Novelle und Kurzgeschichte momentan wieder mehr an literarischem Gewicht gewinnen. Unangefochten residiert über allem natürlich nach wie vor der Roman (oder das, was das geneigte Publikum dafür halten soll). Dass …

Ganz schön abgefuckt oder doch nur „verquatscht“?

Kritik: Wer seinen Plot mit Rocklyrik und Satzfetzen aus Telephongesprächen der späten 1990er Jahre einleitet, dann ein Sieben-Tage-Programm  für seine unterschiedlichen „Tatorte“ entwirft, um anschließend seinem Leser etwas über „halbgare Buddhisten“ und einen „fehlenden Waffenschein“ vorzuschwafeln, mehr noch: bei… Weiterlesen

Spinnen im Glas

Kritik: „Das Schimpfen zur Wissenschaft erheben“, ein Satz aus dem quasi-Protokoll Dostojewskis in der Stimme eines „leicht verrückten“ Berichterstatters, angeblich ein gefundenes Heft, seiner Jahre in Ketten in der Katorga, einem Verbannungslager in Sibirien – neu übersetzt als Aufzeichnungen aus …