Atemlos durch die Schlacht
Dicht an der Realität und ungeschönt schildert Omar Robert Hamilton die ägyptische Revolte von 2011. Schon auf dem Tahrir-Platz zeichnet sich ab, wie brüchig die damals beschworene Einheit des Volkes war.
Dicht an der Realität und ungeschönt schildert Omar Robert Hamilton die ägyptische Revolte von 2011. Schon auf dem Tahrir-Platz zeichnet sich ab, wie brüchig die damals beschworene Einheit des Volkes war.
Sechs Jahre zählte Myriam Rawick, als die Aufstände in Syrien begannen. Das Mädchen, dessen Familie im umkämpften Aleppo lebt, begann damals ein Tagebuch zu führen; nun ist es auf Deutsch erschienen.
Nach George Saunders macht auch Robert Seethaler einen Gottesacker zum Schauplatz eines Romans. Er erfindet fabelhafte Figuren. Sie könnten genauso gut lebendig wie tot sein….
Die afroamerikanische Literatur ist um eine prägnante Stimme reicher. Die 1977 geborene Jesmyn Ward verbindet in ihrem neuen Roman harte, faktennahe Schilderung mit dem Mut zur Vision.
Die Computer holen auf, auch in der Medizin. Sie stellen Diagnosen rascher und zuverlässiger als Menschen. Besser werden sie nie sein, wenn sich die Ärzte darauf besinnen, was es heisst, ein guter Arzt zu sein….
Man kann die Eigenarten der Schweiz auch auf dem Umweg über China kennenlernen. Zum Beispiel durch die Sicht des Taoismus. Harro von Senger tut es….
«Starke Führer» haben eine grosse Schwäche: Die Wahrscheinlichkeit, dass sie schlecht entscheiden, ist hoch. Kollektive politische Führung sei der unbeschränkten Macht eines Einzelnen vorzuziehen, sagt der britische Historiker Archie Brown.
In der Textsammlung «Under My Thumb» schreiben Autorinnen aus verschiedenen Milieus und Kulturen über ihre Erfahrungen mit misogynen Pop-Songs. Das Buch klagt nicht an, es deckt Klischees und Machtverhältnisse der Pop-Kultur auf.
Die langjährige Suhrkamp-Lektorin hinterliess bei ihrem Tod ein Fragment, das nun unter dem vielsagenden Titel «Nicht zur Veröffentlichung bestimmt» erschienen ist. Es ist alles andere als ein wohlwollender Rückblick auf ihr Lebenswerk.
Das Publikum frisst Angel Deverell aus der Hand, und sie hat Geld wie Heu. Aber kein Kritiker will das Knie vor ihr beugen. Scharf und klug porträtiert die Schriftstellerin Elizabeth Taylor eine Antiheldin, die auch ihr eigenes literarisches Gegenstück ist….
Das Massaker an den Juden von Iasi im Jahr 1941 ist ein Schandfleck der rumänischen Geschichte, der verschwiegen wurde. Von den 127 Synagogen der Stadt blieb nur eine bestehen. Catalin Mihuleacs Roman «Oxenberg & Bernstein» nähert sich dem Horror mit exzentrischen …
In einem Tweet «das Schweigen zu brechen», sei kein Akt der Selbstermächtigung. Das findet die Philosophin Svenja Flasspöhler. In ihrem Essay «Die potente Frau» fordert sie einen emanzipierteren Feminismus und einen neuen Umgang zwischen den Geschlechtern….
Wie Lore Berger an der Liebe litt, liess bisher nur ihr Roman ahnen. Charles Linsmayer gibt das Buch neu heraus – und legt Fragmente aus dem bisher unveröffentlichten «Journal intime» bei. Es wirft neues Licht auf ein tragischen Leben und eine bewegte …
Die Erderwärmung soll deutlich unter 2 Grad Celsius bleiben. Schweizer Durchschnittstemperaturen haben diese Grenze bereits überschritten, trotzdem steigt der Verbrauch fossiler Energien weiter. Dabei gäbe es eine einfache Antwort….
Lange galt der Autor mit der unverkennbaren Stirnlocke als das leicht chaotische Enfant terrible der amerikanischen Literaturszene. T. C….
Der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom hat einen Gedichtband veröffentlicht, der auf schönste Weise das Gespräch mit den Verstorbenen fortführt.
Die Geburt der Verantwortung aus dem Geist der Demokratie: Etienne de Villiers liest Max Weber als postmodernen Denker.
Der israelische Schriftsteller David Grossman ist einer der grossen Vorkämpfer für einen Frieden zwischen Israeli und Palästinensern. Er gibt die Hoffnung nicht auf – obwohl sein eigener Sohn in einem bewaffneten Konflikt umgekommen ist.
Zwar sieht man sich lieber als kultivierten Reisenden denn als Tourist und blickt verächtlich auf den Feriengast im All-inclusive-Resort herab. Doch alle Welt lebt heute im «Zeitalter des Tourismus». Das schreibt Marco d’Eramo – und prophezeit zugleich das baldige Ende dieser Epoche….
Ob es um Kunstwerke ging oder um bäuerliches Leben: John Berger war ein Meister der Achtsamkeit. Sie erhellt auch seine letzten, kurz vor seinem Tod erschienenen Prosastücke.
Noch einmal kehrt der Schriftsteller Ralf Rothmann mit seinem neusten Roman zurück in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Er lässt dabei grelle Widersprüche aufeinanderprallen.
Ist es Satire oder Parodie – oder einfach ein nur zur Hälfte gelungener Roman? In Alexander Schimmelbuschs «Hochdeutschland» erstickt der Luxus an sich selbst.
Die Wiederentdeckung der Werke von Iwan Bunin (1870–1953) dauert an. Heute berührt er vor allem als Chronist einer untergehenden Welt, der er auch noch im Vorgefühl der Katastrophe eine eigentümliche ästhetische Qualität abtrotzte.
Der Historiker James Q. Whitman zeigt, wie die Nationalsozialisten zu Beginn ihrer Herrschaft versuchten, von rassistischer Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten zu lernen. Für Vernichtungskrieg und Holocaust benötigten sie allerdings keine Vorbilder….
Angelika Reitzer entwirft in ihrem Roman «Obwohl es kalt ist draussen» ein Kleinfamilienparadies. Aber das Leben im Paradies kann ganz schön anstrengend sein.