Das Leben verpasst
Als stiller Meister der Form präsentiert sich der Brite David Constantine in seinen Kurzgeschichten. Nahe am Leben verfasst, weisen sie dennoch subtile literarische Bezüge auf.
Als stiller Meister der Form präsentiert sich der Brite David Constantine in seinen Kurzgeschichten. Nahe am Leben verfasst, weisen sie dennoch subtile literarische Bezüge auf.
«Der Sonnenschirm des Terroristen» ist ein faszinierender politischer Kriminalroman des 2007 gestorbenen Jori Fujiwara. Erzählt wird eine monströse Terrorgeschichte, die eine frappante und sehr japanische Wendung nimmt.
Der Romancier Catalin Dorian Florescu veröffentlicht seinen ersten Erzählband und stellt seine Kunst auch in dieser kürzeren Form unter Beweis.
Derweil in Rumänien Literaturkritiker darüber streiten, ob der Gebrauch von Bild und Ton die Poesie verfälscht, liegt kaum bemerkt auf Deutsch ein Roman vor, der die ganze Dämonie der Securitate ergründet: Doina Rustis «Das Phantom in der Mühle».
In einer zauberhaften Parabel stellt Italo Calvino unsere Weltordnung auf den Kopf. Das Gleichgewicht des Diebstahls hält hier das soziale Gefüge zusammen. Lena Schall illustriert den Text mit ganz eigener Komik….
Neue Jugendbücher finden eindrückliche Bilder für erdrückende Ängste. Sie durchbrechen auch das stereotype Bild, wonach Krankengeschichten Erfolgsgeschichten sein müssen.
Eine Graphic Novel erzählt die Geschichte des jüdischen Mädchens im Amsterdamer Hinterhaus mit Auszügen aus dem Tagebuch und mit Bildern, die die Gedanken weiterspinnen.
Ein Bilderbuch zum Thema Abschied überrascht durch poetische Leichtigkeit.
Die Gegenwart hält er für verlogen und seine Schriftstellerkollegen für zahm. Gerade von ihnen fühlt sich Jürg Halter im Stich gelassen. Immerhin bewahrt ihm dies die Unabhängigkeit im Denken….
Der polnische Dichter Adam Zagajewski ist ein poetisch denkender und politisch engagierter Zeitgenosse. Einer, der angesichts von Katastrophen nicht zum Zyniker wird, sondern sich den Blick für Schönheit und Werte bewahrt. Auf einem Spaziergang durch Krakau beklagt er die Kurzsichtigkeit …
Die Wiener Philharmoniker sind eines der besten Orchester der Welt und bis heute die Stütze der Salzburger Festspiele. Zum 175-jährigen Bestehen beleuchtet Christian Merlin Höhen und Tiefen in der Geschichte dieses Elite-Ensembles.
Der Romancier Thomas Hettche ist auch ein glänzender Essayist. In seinen neuen Denkstücken untersucht er vorurteilsfrei Phänomene der Gegenwart.
Hiob zeigt, was es heisst, umsonst zu leiden. Vielleicht hat ein Zensor die seltsame Geschichte zurechtgebogen
Der Roman «Das Päckchen» ist ein munterer Thriller über ein teures Manuskript, sinistre Gestalten, lebenslustige Mönche und einen schrulligen Bibliothekar.
In ihrem Gedichtband «Tarkowskis Pferde» schreibt die dänische Dichterin Pia Tafdrup über den langsamen Abschied ihres demenzkranken Vaters. Ein sehr berührendes Buch über Vergessen und Erinnerung
Heinrich August Winklers Postskriptum zu seinem vierbändigen Standardwerk
Der Bolivianer Rodrigo Hasbún hat einen grossartigen Roman über eine deutsche Familie geschrieben, die erst mit Hitler und dann mit Che Guevara im Bunde stand.
Der Musikwissenschafter Martin Geck hat ein ungewöhnliches Buch über Beethoven geschrieben. Es ist zugleich eines über die Grenzen und Möglichkeiten der eigenen Profession geworden.
Der französische Philosoph Tristan Garcia schreibt nebenher auch noch Romane. In «Faber. Der Zerstörer» entwirft er eine komplex gestrickte Geschichte vom Erwachsenwerden….
Wo leben überleben bedeutet, hat der Tod einen ganz anderen Stellenwert: Felix Philipp Ingold hat die Kultur von Tod und Sterben in Russland untersucht.
«Selbstjustiz» heisst der neue Roman von Tanguy Viel. Der Titel benennt das darin verhandelte Geschehen unzweideutig. Und dennoch zieht der Angeklagte seinen Kopf aus der Schlinge….
Was geschieht, wenn eine schwarze Venus einen durch die Museen der Welt führt? Die afroamerikanische Lyrikerin Robin Coste Lewis wartet in ihrem Debütband mit ungewöhnlichen Antworten auf.
Nordamerika lockte ihn von Kind auf – und Bernhard von Sachsen-Weimar-Eisenach machte das Beste aus seiner Reise. Goethe plädierte einst für die Publikation seiner Tagebücher, die jetzt in einer Neuedition vorliegen.
Dass viele von ihnen mit Sklavenhandel reich wurden, haben die Dänen weitgehend verdrängt. Der Schriftsteller Mich Vraa erkundet in seinem überaus lesenswerten Roman «Hoffnung» dieses düstere Kapitel dänischer Geschichte.
Der Dreissigjährige Krieg sei heute aktueller denn je, sagt Herfried Münkler. Nur hätten die Historiker das noch nicht gemerkt.