Nur wenn das Kind blau mit Flecken und rot vor Schrammen ist, kann die Mutter es lieben
In ihrem neuen Roman «Zitronen» beschreibt die österreichische Autorin Valerie Fritsch eine wahrhaft toxische Beziehung.
In ihrem neuen Roman «Zitronen» beschreibt die österreichische Autorin Valerie Fritsch eine wahrhaft toxische Beziehung.
«Long Island» ist ein glänzend austarierter Roman. Colm Tóibín konfrontiert in der Fortsetzung von «Brooklyn» die Figur Eilis mit ihrer bahnbrechenden Vergangenheit.
In vielen Betten läuft wenig. Das habe vor allem mit den Frauen zu tun, deren Ansprüche steigen würden, sagt die Psychologin Juliane Burghardt. Was eigentlich eine gute Nachricht sei, bedeute indessen ein Verlust….
«Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Giesskanne mit dem Ausguss nach vorne» – so heisst der neue Erzählungsband. Er ist ein typischer Stanišić.
Anfang 1933 verbreitete sich unter Nationalsozialisten die Sorge, der Umsturz könnte auf halber Strecke scheitern. Dann wurde ein mörderischer Plan umgesetzt – und zum «Zentralereignis» der Frühgeschichte Nazi-Deutschlands.
Vor der bretonischen Küste ragt ein Leuchtturm nur wenige Meter aus dem tosenden Meer. Der einstige Wärter hat dem Ort ein Buch gewidmet.
Schlafstörungen nehmen zu, obwohl es den Menschen immer besser geht. Theresia Enzensberger hat zu diesem seltsamen Sachverhalt ein erhellendes Buch geschrieben.
Wie soll der Westen angesichts von Putins Krieg gegen die Ukraine mit Literatur aus dem Russischen umgehen?
Carolin Emcke ist in der linken Szene ein Star. Die Intellektuelle schreibt gegen Gewalt und Hass an, manche sehen in ihr eine Retterin der Demokratie. Wenn da bloss nicht diese Betroffenheit wäre, mit der sie ihre eigene Empathiefähigkeit vorzeigt….
Die Wirklichkeit anderer ist für Rainald Goetz eine paradoxe Zumutung: anziehend und abstossend zugleich. An ihr schärft er seine Messer, ist Arzt und Täter und natürlich Autor.
Gut waren in der Ukraine die Zeiten, da man noch über «das moderne Leben der Tiere» schreiben konnte. Yevgenia Belorusets widmet sich dem Thema vielschichtig in Erzählungen und Dialogen, Reflexionen und Märchen, Vorträgen sowie Inseraten von Tierheimen.
Verantwortung ist ein Schlüsselbegriff in Zygmunt Baumans Denken. Doch über seine Arbeit als Geheimdienstoffizier im kommunistischen Polen sprach er nie. In seinen Lebenserinnerungen windet er sich….
Die Figuren von T. Coraghessan Boyle sind Getriebene. Verloren in einer komplexen Gegenwart, versuchen sie, sich einen Weg durch das Dickicht der Gesellschaft zu bahnen….
«James» von Percival Everett erzählt Mark Twains «Die Abenteuer des Huckleberry Finn» neu. Der Roman ist revolutionär.
Etwas ganz Neues kam in die Welt, als die Surrealisten den bürgerlichen Kunstbegriff in die Luft sprengten. Heute ist der Wahnsinn die Signatur dieser Epoche.
Die Pulitzerpreisgewinnerin Jhumpa Lahiri beschreibt den italienischen Rassismus der Gegenwart so sanft und klar, dass es einem das Herz bricht. Ein Buch wie ein schmerzhafter Spaziergang durch Rom.
Frauen malen sich eine Welt ohne Männer aus, so geschieht es im Roman «Das Verschwinden» der amerikanischen Autorin Sandra Newman. Der feministische Wunschtraum ist beliebt in einer Zeit, in der der Mann der Sündenbock für viele Missstände ist.
Yan Lianke ist von den in China verbliebenen Autoren einer der wenigen, der es noch mit dem System aufnimmt – mit der Technik eines grotesken Symbolismus.
An der Aare diskutiert man über die Freuden und Herausforderungen der Schweizer Mundart, nimmt das Ich zwischen den Buchdeckeln wichtig und fordert «Haltung!» – in allen Belangen. Impressionen vom Landhausquai
Moral sei kein Grund, um Literatur nachträglich zu korrigieren, sagt Melanie Möller. Die Literaturwissenschafterin plädiert für die Freiheit der Literatur.
Autofiktion hat Konjunktur: Jahr für Jahr erscheinen Dutzende von Romanen über Selbsterfahrenes. Was sie auszeichnet, ist ein blässlicher Realismus, der der Wirklichkeit nichts schuldig bleiben will.
Die jüdische Journalistin und Autorin ist eine wichtige Chronistin der Goldenen Zwanziger in Berlin. Sie hat Hitler bekämpft, aber auch den Zionismus vehement abgelehnt. Palästina war für sie ein Horrorszenario….
Ist die Gesellschaft gespalten? Nicht unbedingt, sagt der Philosoph Michael Andrick. Und vor allem nicht deshalb, weil es verschiedene Meinungen gibt….
Die Südkoreanerin Han Kang ist mit dem Roman «Die Vegetarierin» weltberühmt geworden. Der Körper einer Frau wurde darin zum Schlachtfeld um Fleischverzicht, Sex und Wahnsinn. Der neue Roman «Griechischstunden» dagegen kommt ganz zart und heiter daher….
In der Welt, die Mareike Fallwickl schildert, leiden alle Menschen – offen oder uneingestanden – an Überforderung. Die österreichische Schriftstellerin taucht im Roman «Und alle so still» in die Abgründe des kapitalistischen Systems ein.