„Ein Hauch vergangener Zeiten“
Henry James’ „Daisy Miller“ amüsiert mit Ironie und spritzigen Dialogen „Ich hab’ keine Zähne, die kaputtgehen können. Die sind alle ausgefallen. Ich hab’ nur noch sieben….
Henry James’ „Daisy Miller“ amüsiert mit Ironie und spritzigen Dialogen „Ich hab’ keine Zähne, die kaputtgehen können. Die sind alle ausgefallen. Ich hab’ nur noch sieben….
Sándor Márai entfacht in „Die Glut“ ein grandioses Drama im Kopf „Ja, du hast wohl viel erlebt. In der Welt draußen. Da vergißt man rasch….
Jens Andersen zeigt in seiner Biographie, wie Astrid Lindgren mit den Waffen der Sprache streitet „Die beinahe achtzigjährige Astrid Lindgren wurde gefragt, was sie wohl getan hätte, wenn sie seinerzeit nicht Schriftstellerin geworden wäre. Ihre Antwort lautete: „Ich wäre eine …
Richard Fords Frank in Zeiten des Hurrikans „Die starke Hand eines ordentlichen Hurrikans hat etwas für sich, sie macht dem Leben unsanft klar, wie relativ alles ist.“ Als Frank vor den Überresten seines einstigen Hauses steht, fällt sein Blick …
„Die Liebenden von Mantua“ – Ralph Dutlis wort- und wissensreiche Weberei über die Liebe „Vielleicht war es ein religiöses Märchen, vielleicht –ein jungsteinzeitlicher Opernstoff. Du hauchst auf das Glas, meinetwegen auf das gläserne Gebilde des Romans, diesen schmucklosen Schaukasten, dieses Kristallhaus …
„Löwen wecken“ von Ayelet Gundar-Goshen ist ein Roman für schlaflose Nächte Löwen wecken, der Roman der israelischen Autorin Ayelet Gundar-Goshen, inszeniert hochdramatisch den Wendepunkt einer Biographie. Der Neurochirurg Etan Grien, verheiratet und Vater zweier Kinder, ist von der renommierten …
Tilmann Lahmes Biographie über die Manns schenkt neue Einblicke und ein großes Lesevergnügen „Alle glücklichen Familien ähneln einander, jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.“…
In „Königsallee“ erweist Hans Pleschinski einem grossen Schriftsteller und einem grossen Gefühl Reverenz „Und was ist Treue? Sie ist Liebe, ohne zu sehen, der Sieg über ein verhaßtes Vergessen….
Literaturpreis Alpha 2015 Nachdem in diesem Jahr eine Verquickung von Nachlässigkeit und Überdruss mich von Literaturpreisen fernhielt, soll einer doch Beachtung finden. Alleine, weil ich die Kombination von Casino und Hochkultur unnachahmlich finde….
Hilary Mantels Erinnerungsbuch „Von Geist und Geistern“ „Wenn meine frühen Erinnerungen auch bruchstückhaft sind, glaube ich doch nicht, dass sie, zumindest nicht vollständig, Konfabulationen sind, und das glaube ich aufgrund ihrer überwältigenden sinnlichen Kraft. (…) Wenn ich sage: „Ich schmeckte“, …
Susanne Kippenberger porträtiert in Das rote Schaf der Familie Jessica Mitford und ihre Schwester Die Mitford Sisters sind in England eine nationale Legende, außerhalb des Commonwealth allerdings wenig bekannt. Lediglich eine der sechs Töchter von Lord und Lady Redesdale brachte …
In „Schöne Seelen“ vereint Philipp Tingler Society-Satire mit Psycho-Persiflage „So also war die Gesellschaft beschaffen. Der Eindruck, den ein unbefangener Beobachter hätte empfangen können (wenn es diesen Beobachter nur je gegeben hätte), war folgender: mittelmäßige Menschen von meist zweifelhafter Liebenswürdigkeit, die, …
Im Dienst der Literatur erforscht Rainer Moritz „Wer hat den schlechtesten Sex“ Im Neapler Museo Nazionale findet sich neben Mosaiken und Malereien aus den vom Vesuv zerstörten Städten ein spezieller Ausstellungsraum. Dieses Gabinetto Segreto war zum Schutz empfindsamer Seelen lange …
Alte Bekannte und zwei Neuentdeckungen Das aktuellste Thema der Longlist, welche die diesjährigen Buchpreis-Jury aus den knapp 200 Titeln zusammengestellt hat, behandelt Jenny Erpenbeck in ihrem Roman „Gehen, ging, gegangen“ (Knaus). Im Aufeinandertreffen von jungen Migranten und einem Professor in …
In „Konzert ohne Dichter“ hinterfragt Modick die Rolle von Kunst und Künstler „Ja, warum machte man eigentlich Kunst? Warum malte man Bilder? Warum schrieb man Gedichte?…