Javier Marías feiert das heroische Comeback der Machos
Kaum ein Milieu weckt so abenteuerliche Phantasien wie der Geheimdienst. Nun ist auch der spanische Schriftsteller Javier Marías dem faulen Zauber erlegen.
Kaum ein Milieu weckt so abenteuerliche Phantasien wie der Geheimdienst. Nun ist auch der spanische Schriftsteller Javier Marías dem faulen Zauber erlegen.
Matthias Herdegen schlägt eine strategische Ausrichtung des Völkerrechts vor. Dabei schärft er den Blick für die Machtstrukturen und politischen Interessen hinter den rechtlichen Regeln.
Der Transithandel ist ein unentbehrliches Schmiermittel der Weltwirtschaft. Und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sind Schweizer Kaufleute stark an ihm beteiligt – Lea Haller zeigt, wie hiesige Händler zu treibenden Akteuren der Globalisierung wurden….
Noch einmal wird die Paarbeziehung demontiert. Die österreichische Schriftstellerin macht es gründlich und mit Witz. Und sie zielt aufs Ganze der Gesellschaft….
Menschen, Gesellschaften, Staaten, Landschaften – der Zweite Weltkrieg hat nichts unberührt gelassen und die Verhältnisse tiefer umgekrempelt als jeder andere Konflikt. Keith Lowe geht den vielen Spuren der Zerstörung und Neuschöpfung nach.
Zwei Kammern und zwei Vorhöfe hat ein normales Herz. Ein «Herz mit neun Kammern», wie es Janice Pariats Roman den Titel gibt, müsste also überdurchschnittlich viel Raum für Liebe bieten. Aber in keiner dieser Kammern wohnt die Person, um die …
Die Französische Revolution betrachtete er kritisch. Und vom Wesen der Freiheit hatte er seine eigene Vorstellung: Friedrich Schleiermachers Denken bewegt sich zwischen Liberalismus und Reaktion.
Noch immer gibt es in Russland viel totgeschwiegene Geschichte, doch nimmt sich die Gegenwartsliteratur zusehends der Dinge an. Zu Maria Stepanowa und Sergei Lebedew gesellt sich nun Jewgeni Wodolaskin mit seinem Roman «Luftgänger». Allerdings ist die Ambition höher als das literarische …
Im Februar meldete Koch, Neff & Volckmar in Deutschland Insolvenz an. Damit ist ein zentrales Bindeglied zwischen Buchhandel und Verlagshäusern in gefährlicher Schieflage. Nun lassen sich erste Aussagen über die Auswirkungen auf hiesige Editionshäuser treffen….
Sind betagte Männer Meckergreise, die unter Gedächtnisausfall leiden und die Vergangenheit verklären? Nicht diese beiden Franzosen: Marc Augé und der jüngst verstorbene Michel Serres loben die Gegenwart – in zwei Büchern und auf ganz unterschiedliche Weise.
Soll für Organspenden statt der Zustimmungslösung künftig das Widerspruchsprinzip gelten? Cass Sunstein, Miterfinder eines «libertären Paternalismus», bemüht sich, die Einwände gegen ähnliche «Schubser» abzuwehren.
Die wichtigen Fragen sind die, denen man ausweicht. Der Literaturwissenschafter Hans Ulrich Gumbrecht stellt sich ihnen. Und schont sich dabei nicht….
Anke Bärs «Kirschendiebe – oder als der Krieg zu Ende war» ist ein Glücksfall. Weil das Buch so schön leicht erzählt von einer Zeit, die für die Menschen damals schwer war. Wer das Buch liest, kann das alles besser verstehen….
Geschichte hört nicht auf, auch im Kinderbuch nicht. Es vermittelt historisches Wissen und den Umgang damit.
Anke Bär erzählt so schön leicht von einer Zeit, die für die Menschen damals schwer war. Wer ihr Buch liest, kann das alles besser nachvollziehen.
Und keiner erzählt davon in derart schlafwandlerischer Präzision wie Thomas Stangl. Seine «Geschichte des Körpers» schildert den stillen Verfall.
Kant war nicht Anfang, sondern Gipfel einer langen Entwicklung: Hermann Cohens Denken kreist um den grössten Philosophen der deutschen Aufklärung. Und er gewinnt ihm unerwartete Erkenntnisse ab.
Verkündigung – das war für Karl Barth der Kern jeder theologischen Existenz. Schon als junger Mann stand er regelmässig auf der Kanzel. Seine Predigten sind eindringliche Zeugnisse für ein unablässiges Fragen nach Gott….
Wenn der Schriftsteller Jáchym Topol in seinem neuen Roman eine vierköpfige Schauspielerfamilie im Caravan eine europäische Tour de Force unternehmen lässt, dann wird daraus Kasperletheater und Ritterroman in einem. Zugleich wirbelt der Autor die historischen Traumata seiner Heimat Tschechien durch die …
Feinkost für Schöngeister – das gilt für Lyrik schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: Die ins Exil getriebenen syrischen Dichterinnen und Dichter führen vor, wie facettenreich sich die Erfahrung von Krieg und Gewalt gerade in dieser Kunstform fassen und transformieren …
Reinhard Kaiser-Mühlecker hat einen Krimi aus Schweigen und sprechenden Gesten geschrieben. Und nebenbei erfindet er das Genre des Heimatromans noch einmal neu.
Vom futuristischen Hightech-Büro bis zur dystopischen Trümmerlandschaft reichen die Szenarien, die je fünf afrikanische Autorinnen und Autoren für die Anthologie «Imagine Africa 2060» verfasst haben. Besonders reizvoll ist der Vergleich zwischen Erzählungen, die dasselbe Thema auf unterschiedliche Weise in den …
Wolfgang Koeppen machte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit drei grandiosen Romanen Furore. Dann verstummte er fast vollständig.
Der ungarische Schriftsteller György Dragomán legt einen grossartigen neuen Erzählreigen vor. Das Phantastische ist darin immer in Reichweite. Ein Handgriff, ein Gedankenblitz – und die Story kippt….
Er suche einen Stil, «der etwas verbirgt und zugleich etwas entlarvt», gab der britische Schriftsteller Alan Hollinghurst einmal zu Protokoll. Mit dieser Strategie umkreist er seit gut dreissig Jahren das Thema Homosexualität. Sein neuer Roman spannt einen Bogen von der …