Alle Artikel von NZZ Literatur
Lionel Trouillots «Yanvalou für Charlie»: Die Sternsucher
Der haitianische Romancier Lyonel Trouillot entwirft in schmalen Romanen dichte, facettenreiche Bilder seiner heimgesuchten Heimat. Sein neues Buch zeigt das schroffe Gefälle zwischen Arm und Reich.
Wettbewerb auf dem Eisenbahnnetz: Nicht durch die Hintertür
Durch die «Ausschreibung» von SBB-Fernverkehrslinien versucht das Bundesamt für Verkehr, an der Politik vorbei Wettbewerb einzuführen. Hat es damit Erfolg, ist das schlecht für die «Metro Schweiz».
Inger Christensen und Søren Ulrik Thomsen: Nachdenken und nachleuchten
Zwei dänische Lyriker lenken den Blick auf eine Literatur, die hierzulande nur wenig bekannt ist. Wo Inger Christensen Weltschöpfung betreibt, erkundet Søren Ulrik Thomsen das Beiläufige des Alltags.
Kolonialliteratur: Reich der Rücksichtslosigkeit
James Gordon Farrells «Singapur im Würgegriff» ist eine atemlose, höchst gegenwärtige Lektüre. Bevölkert ist der Roman mit einem so menschlich-sympathischen wie grotesken Personal.
Canetti-Stiftung gegründet: Hebung eines Schatzes
In Zürich ist eine Canetti-Stiftung aus der Taufe gehoben worden. Ins Auge gefasst wird die Edition einer kritischen Gesamtausgabe des Werkes von Elias Canetti.
Alfred-Kerr-Preis: König ohne Land
Wer sich als Kritiker mit Literatur auseinandersetzt, sollte bereit sein, sich mit Haut und Haar auf Werke einzulassen. Das Neue in seiner Andersheit zu erkennen, erfordert Spürsinn und Wachheit.
Alfred-Kerr-Preis: Der Kritiker darf auch Mathematik verstehen
Neben Genauigkeit stehen Sehnsucht und Entsetzen am Anfang und auch wieder am Ende des kritischen Handwerks. Laudatio auf den Literaturkritiker Andreas Breitenstein, den diesjährigen Alfred-Kerr-Preisträger.
Takis Würgers Debütroman «Der Club»: Boxen in Cambridge
Takis Würger hat eine Mischung zwischen Thriller und Campus-Roman geschrieben. Die Rezeptur ist erfolgversprechend.
Neue Einheitsübersetzung der Bibel: «Heil dir» oder «sei gegrüsst»?
Die revidierte Einheitsübersetzung der Bibel weist Spuren des Zeitgeistes auf und ist nicht mehr ökumenisch. Sprachlich-stilistisch aber ist sie insgesamt verbessert.
Preis der Leipziger Buchmesse: Natascha Wodin ausgezeichnet
In der Kategorie Belletristik geht der Preis der Leipziger Buchmesse an Natascha Wodin für ihren Roman «Sie kam aus Mariupol».
Martin Walser wird neunzig: «Unsere Gesellschaft ist nicht gefährdet»
Vielleicht sei er doch ein Glückskind, sagt Martin Walser im Gespräch. Er tauge aber gewiss nicht zum Apokalyptiker. Und Stoff zum Schreiben hat der 90-Jährige in Hülle und Fülle….
Städte in Afrika: Die blühende Tropen-City
Die Städte in Afrika changieren zwischen Pseudo-Urbanität und Ländlichkeit. Das wirkt absurd, könnte aber zukunftsweisend sein. In seinem letzten Buch fährt Al Imfeld die Ernte aus Jahrzehnten Afrika-Erfahrung ein….
Bekenntnis zu geeintem Europa: Leipziger Buchmesse mit Preisvergabe eröffnet
Die «Apokalypse» des Johannes: Das Ende ist nah – wer Augen hat zu sehen, der sehe!
Das letzte Buch des Neuen Testaments, die «Offenbarung» oder «Apokalypse» des Johannes, ist eine ausnehmend bildkräftige Schrift – zwei Neuerscheinungen stellen dies unter Beweis.
Leipzig ehrt Mathias Enard: Literatur gegen das Böse
Der französische Romancier Mathias Enard erhält in diesem Jahr den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. In Zeiten des Hasses gemahnt er an die alte Sehnsucht des Okzidents nach dem Orient.
Daniel Pennacs Kult-Krimis: Die schmutzigen Geheimnisse der Republik
Der letzte erschien vor achtzehn Jahren. Nun hat Daniel Pennac wieder einen Kriminalroman geschrieben. Nicht nur der Autor ist gealtert, auch seineFiguren….
Hisham Matar sucht seinen Vater: Weh dem, der widersteht
Hisham Matar ist der Sohn eines libyschen Oppositionellen, der 1990 in Ghadhafis Kerkern verschwand. Sein neues Buch lotet den Abgrund aus, den dieser Verlust ins eigene Leben riss.
Das Hämmern der Twitterer: Immer schön höflich weiterlesen
Das Schreiben ist in letzter Zeit in Verruf geraten. Ein Gegenmittel gibt es, schreibt der österreichische Schriftsteller Thomas Stangl in seinem Essay.
Litauen auf dem Weg nach Europa: In der Erinnerungsschleife
Die Suchbewegung ihrer Heimat zwischen Ost und West prägt auch das Schaffen litauischer Autoren. Vieles dreht sich um Geschichte, wie an der diesjährigen Leipziger Buchmesse zu erfahren sein wird.
Droht in den USA eine Tyrannei?: Wehret den Anfängen!
Der amerikanische Historiker Timothy Snyder fasst die Möglichkeit eines autoritären Regimes in Washington ins Auge und ermuntert seine Landsleute dazu, den Dingen nicht ihren Lauf zu lassen.
Europas Währungsunion: Ein Tunnelblick auf die Krise des Euro
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz zieht sich zwar den Mantel der Wissenschaft über. Sein Buch zur Europäischen Währungsunion verkommt dennoch zum Pamphlet.
Sara Stridsbergs Roman «Das grosse Herz»: Heimweh nach der Psychiatrie
Die schwedische Schriftstellerin Sara Stridsberg hat bisher mit literarischem Radikalismus auf sich aufmerksam gemacht. Ihr neuster Roman nun ist von bezaubernder Sanftheit und melancholischer Poesie.
Montaignes Essayistik: Glücklich sind jene, die zu lesen verstehen
Michel de Montaigne, der Begründer der Essayistik, hat in Karlheinz Stierle einen idealen Interpreten gefunden. Das zeigt ein Buch des Literaturwissenschafters über Montaigne und die Moralistik.
Neue Lyrik: Am Anfang ist das Wort und danach erst recht
Gedichte sind phantastische Vergrösserungsgläser für den Blick in die Natur. Tom Schulz und Steffen Popp haben zwei fabelhafte Lyrikbände veröffentlicht.
