Alfred-Kerr-Preis: König ohne Land
Wer sich als Kritiker mit Literatur auseinandersetzt, sollte bereit sein, sich mit Haut und Haar auf Werke einzulassen. Das Neue in seiner Andersheit zu erkennen, erfordert Spürsinn und Wachheit.
Wer sich als Kritiker mit Literatur auseinandersetzt, sollte bereit sein, sich mit Haut und Haar auf Werke einzulassen. Das Neue in seiner Andersheit zu erkennen, erfordert Spürsinn und Wachheit.
Neben Genauigkeit stehen Sehnsucht und Entsetzen am Anfang und auch wieder am Ende des kritischen Handwerks. Laudatio auf den Literaturkritiker Andreas Breitenstein, den diesjährigen Alfred-Kerr-Preisträger.
Takis Würger hat eine Mischung zwischen Thriller und Campus-Roman geschrieben. Die Rezeptur ist erfolgversprechend.
Die revidierte Einheitsübersetzung der Bibel weist Spuren des Zeitgeistes auf und ist nicht mehr ökumenisch. Sprachlich-stilistisch aber ist sie insgesamt verbessert.
In der Kategorie Belletristik geht der Preis der Leipziger Buchmesse an Natascha Wodin für ihren Roman «Sie kam aus Mariupol».
Vielleicht sei er doch ein Glückskind, sagt Martin Walser im Gespräch. Er tauge aber gewiss nicht zum Apokalyptiker. Und Stoff zum Schreiben hat der 90-Jährige in Hülle und Fülle….
Die Städte in Afrika changieren zwischen Pseudo-Urbanität und Ländlichkeit. Das wirkt absurd, könnte aber zukunftsweisend sein. In seinem letzten Buch fährt Al Imfeld die Ernte aus Jahrzehnten Afrika-Erfahrung ein….
Das letzte Buch des Neuen Testaments, die «Offenbarung» oder «Apokalypse» des Johannes, ist eine ausnehmend bildkräftige Schrift – zwei Neuerscheinungen stellen dies unter Beweis.
Der französische Romancier Mathias Enard erhält in diesem Jahr den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. In Zeiten des Hasses gemahnt er an die alte Sehnsucht des Okzidents nach dem Orient.
Der letzte erschien vor achtzehn Jahren. Nun hat Daniel Pennac wieder einen Kriminalroman geschrieben. Nicht nur der Autor ist gealtert, auch seineFiguren….
Hisham Matar ist der Sohn eines libyschen Oppositionellen, der 1990 in Ghadhafis Kerkern verschwand. Sein neues Buch lotet den Abgrund aus, den dieser Verlust ins eigene Leben riss.
Das Schreiben ist in letzter Zeit in Verruf geraten. Ein Gegenmittel gibt es, schreibt der österreichische Schriftsteller Thomas Stangl in seinem Essay.
Die Suchbewegung ihrer Heimat zwischen Ost und West prägt auch das Schaffen litauischer Autoren. Vieles dreht sich um Geschichte, wie an der diesjährigen Leipziger Buchmesse zu erfahren sein wird.
Der amerikanische Historiker Timothy Snyder fasst die Möglichkeit eines autoritären Regimes in Washington ins Auge und ermuntert seine Landsleute dazu, den Dingen nicht ihren Lauf zu lassen.
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz zieht sich zwar den Mantel der Wissenschaft über. Sein Buch zur Europäischen Währungsunion verkommt dennoch zum Pamphlet.
Die schwedische Schriftstellerin Sara Stridsberg hat bisher mit literarischem Radikalismus auf sich aufmerksam gemacht. Ihr neuster Roman nun ist von bezaubernder Sanftheit und melancholischer Poesie.
Michel de Montaigne, der Begründer der Essayistik, hat in Karlheinz Stierle einen idealen Interpreten gefunden. Das zeigt ein Buch des Literaturwissenschafters über Montaigne und die Moralistik.
Zwar liegt der Fokus im jüngsten Werk des türkischen Autors auf der Vergangenheit. Aber es ist durchsetzt mit lärmigen Verlautbarungen eines gewissen Staatsoberhaupts – und die sind nicht von gestern.
Auch ein E-Mail-Roman kann ganz schön romantisch sein. Zsuzsa Bánk versucht es in ihrem neuen Roman und gerät dabei in Teufels Küche oder in sprachliche Untiefen.
Gedichte sind phantastische Vergrösserungsgläser für den Blick in die Natur. Tom Schulz und Steffen Popp haben zwei fabelhafte Lyrikbände veröffentlicht.
Dem «Leben eines Unvollendeten», des Philosophen und Kulturkritikers Walter Benjamin, spürt Lorenz Jäger, ehemaliger Redaktor für Geisteswissenschaften bei der «FAZ», in einem lesenswerten Buch nach.
Das Verhältnis zwischen den Baslern und ihrer Industrie war und ist nicht immer ein einfaches. Ein neues Buch zeichnet die Verflechtung von Stadt und Chemie nach.
Mit vierzehn ist das Leben ganz schön kompliziert. Man ist weder Fisch noch Vogel, und darum fühlt sich der Jugendliche in Flurin Jeckers Erstlingsroman ziemlich elend.
Mit den «Grasblättern» setzte Whitman einen Markstein in der Geschichte der US-Lyrik. An seine frühen Prosawerke erinnerte er sich nicht gerne – zu Unrecht, wie der wiederentdeckte Roman beweist.