Wie inszeniert man Elfriede Jelinek?: «Diese Sprache will gesprochen werden»
Keine Rollenbezeichnungen, keine Regieanweisungen – sind Jelineks «Textflächen» überhaupt Theaterstücke? Der Regisseur Nicolas Stemann findet: ja, und erklärt, warum.
Keine Rollenbezeichnungen, keine Regieanweisungen – sind Jelineks «Textflächen» überhaupt Theaterstücke? Der Regisseur Nicolas Stemann findet: ja, und erklärt, warum.
Die österreichische Romanautorin und Dramatikerin zählt zu den schärfsten Kritikern ihres Landes. Dieses wiederum blieb ihr nichts schuldig. Nun wird die Nobelpreisträgerin siebzig….
Gisela von Wysocki porträtiert den Philosophen Theodor W. Adorno in ihrem Roman «Wiesengrund» als Sprach- und Tonkünstler.
Der in Oxford lehrende Historiker Peter Frankopan schreibt die Weltgeschichte neu; er sieht Europa abtreten und jenen «Osten» einflussreich werden, in dem die Zivilisationsgeschichte einst begann.
Dass er sich so gut in weibliche Charaktere einfühlen kann, führt der irische Autor Colm Tóibín unter anderem auf seine Homosexualität zurück. Diese schreibend preiszugeben, kostete allerdings Mut.
Klaus Reichert schreibt gedankenreich und gar nicht wolkig über Wolken und über Wolkenfreunde in der Kulturgeschichte.
Leichtfüssig und kenntnisreich lässt die englische Autorin Sarah Bakewell den Existenzialismus wiederauferstehen: als philosophische Bewegung, die auch heute noch zu bewegen vermag.
Judith Butler, die ausgebildete Philosophin, hat sich als feministische Theoretikerin des «gender trouble» einen Namen gemacht. Ihr neuestes Buch steht unter dem Motto: Getan ist schon gesagt.
Eigenwillig, plastisch und äusserst gekonnt erzählt die Irin Sara Baume von einem linkischen Sonderling. Am Ende lässt sie scheinbar Nebensächliches zu einem verstörenden Tableau zusammenschiessen.
Der Lyriker Gerhard Falkner schickt in seinem ersten Roman einen Erotomanen auf einen wüsten Selbsterfahrungstrip. Alles ist diesem recht, was die Wahrnehmungsintensität steigert.
In einem Sittenbild des Sommers 1972 beschreibt Olli Jalonen humorvoll ein Finnland, das noch tiefe Provinz ist. Nach einem Schicksalsschlag muss sich der 17-jährige Ich-Erzähler dem Leben stellen.
Der Schauspieler und Sohn von Willy Brandt veröffentlicht Erzählungen. Es sind Geschichten von einem Kind, das unter der Glasglocke des Bonner Kanzleramts aufwächst.
Tod, Verlust und Zeitlichkeit stehen im Zentrum von Don DeLillos jüngsten Romanen. In «Null K» transformiert er den Wunsch nach ewigem Leben in ein kühl-sinnlich schillerndes literarisches Kunstwerk.
Nach einem Zusammenbruch geriet die norwegisch-dänische Schriftstellerin Amalie Skram 1894 in die Mühlen der Psychiatrie. Ihr Roman «Professor Hieronimus» über die Zustände erschüttert noch heute.
F. Scott Fitzgerald zählte zu den Hochbegabten, deren Stern früh und auf tragische Art erlosch. Sein amerikanischer Schriftstellerkollege Stewart O’Nan nähert sich dieser Vita mit Augenmass….
Im Jahre 1686 erschien eine der bedeutendsten Schriften der neuzeitlichen Toleranzphilosophie – verfasst von Pierre Bayle. Das Werk ist nun in einer zeitgemässen Edition zugänglich gemacht worden.
Der österreichische Schriftsteller Reinhard Kaiser-Mühlecker schreibt unermüdlich an der Tradition des Antiheimatromans fort: virtuos, subtil und mit grosser Nüchternheit.
Unterwegs zu einer Biografie – ein opulenter Band versammelt neue und alte Erkenntnisse über den ostdeutschen Regimekritiker Robert Havemann.
Von Buch zu Buch erweist sich in Terézia Moras literarischem Werk, dass sie an einem Logbuch unserer Zeit schreibt. Nicht als Prophetin des Untergangs, aber mit einem utopischen Impetus.
Vor hundert Jahren starb Mário de Sá-Carneiro an einer Überdosis Strychnin. Den Suizid nahmen viele Protagonisten seiner Erzählungen voraus. Fernando Pessoas Briefe an ihn gingen leider verloren….
Sein Erstlingswerk, «Der Hase mit den Bernsteinaugen», begeisterte Kritiker und Leser. Das Folgewerk widmet Edmund de Waal seiner Leidenschaft für Porzellan, dessen Geschichte auch dunkle Seiten hat.
Er gehört zu den Grossen unserer Zeit: Pierre Chappuis, in Twann geboren und heute in Neuenburg ansässig, sucht auch mit 86 Jahren weiter nach der dichterischen Wahrheit. Dabei wird er fündig.
Die Literaturkritik ist matt und brav geworden. Dass sie Einfluss nehmen kann und soll, hat sie vergessen. Soll die Kritik eine Zukunft haben, muss sie wissen, was sie kann und soll….
In seinem neusten Gedichtband macht Klaus Merz noch einmal eine poetische Inventur. Mit der Altersmilde paart sich hier eine sanfte Liederlichkeit.
Ein düsteres Nocturne orchestriert Henri Thomas, der 1993 verstorbene französische Schriftsteller, in diesem Buch. Sein Protagonist, ein Solitär wie der Autor, sucht Klarheit im Dunkeln.