Literarischer Kanon: Bitte mehr Verbindlichkeit!
Wo zehn Literaturkritiker aufeinandertreffen, kann es gut zwanzig Meinungen geben, die allesamt berechtigt sein mögen. Ein Plädoyer für weniger Stilpluralismus und mehr Verbindlichkeit.
Wo zehn Literaturkritiker aufeinandertreffen, kann es gut zwanzig Meinungen geben, die allesamt berechtigt sein mögen. Ein Plädoyer für weniger Stilpluralismus und mehr Verbindlichkeit.
Christoph Höhtker entwirft in seinem zweiten Roman ein pseudosoziologisches Panorama der Durchschnittlichkeit. Er ist mit diesem furiosen Buch für den Schweizer Buchpreis nominiert worden.
Pünktlich zum Beginn des Reformationsjahres liegt die Lutherbibel in revidierter Fassung vor. Sie scheut altertümliches Deutsch ebenso wenig wie sprachpolitische Eingriffe.
Die 17-jährige Azmera will nach Schweden zu ihrem Vater, durch die Sahara und übers Mittelmeer. Sie überlebt nur knapp – und wir verstehen, was es heisst, ausgeliefert zu sein.
Um die Flucht geht es nur im Prolog: Das Buch, geschrieben nach einer wahren Geschichte, erzählt anhand von Karim, was es bedeutet, ohne Eltern und Vertraute in einer fremden Kultur anzukommen.
Drei Jugendliche treffen sich 1945 auf der Flucht nach Westen, dazu kommt ein nazitreuer Matrose – aus vier verschiedenen Perspektiven erleben wir eine der grössten Schiffskatastrophen mit.
Eine Mutter flieht mit ihren beiden Kindern vor dem Krieg – eine universale Geschichte, die Francesca Sanna aus der Sicht der Kinder erzählt.
Jan bringt den 11-jährigen Djadi in die WG, «für’s Erste», wie er sagt. Niemand kümmert sich um den Jungen aus Afghanistan – doch das Zusammenleben in seinem Zuhause ist nicht einfach.
David I. Kertzer zeigt in einer neuen historischen Studie, welchen Preis Papst Pius XI. für seine Annäherung an Mussolini zu zahlen hatte….
Barack Obama bewundert Marilynne Robinson so sehr, dass er mit ihr ein langes Gespräch für die illustre «New York Review of Books» führte. Wer ist die hierzulande noch wenig bekannte Schriftstellerin?
Die türkische Autorin Elif Shafak ist eine durch und durch moderne Frau, die dennoch die Spiritualität nicht preisgeben will. Einen solchen «fragenden Geist» verleiht sie auch ihrer neuen Romanheldin.
Tamás Miklós beschreibt in einem neuen Buch die Diskrepanz zwischen Erwartung und Erfahrung als eine Grundspannung, die das geschichtsphilosophische Denken am Leben erhält.
Von der Komik des Grössenwahns und von der Melancholie der Ohnmacht erzählt Teresa Präauer in ihrem neuen Roman. Sie porträtiert einen Mann, der ein grosses Kind geblieben ist.
Der Schriftsteller Alexander Kluge ist in New York seiner Vergangenheit wiederbegegnet. Mit dem Lyriker Ben Lerner zelebriert er poetische Begegnungen.
Hermann Burgers Roman «Lokalbericht» von 1970 liegt erstmals gedruckt vor. Aus diesem Anlass rekonstruieren zwei Ausstellungen in Aarau den Kontext dieses Werks.
Schreiben heisst für Ruth Schweikert nach etwas suchen, das man selber nicht kennt. Am Samstag bekommt die Schriftstellerin den Zürcher Kunstpreis, auch für ihr kulturpolitisches Engagement.
«Nach einer wahren Geschichte» heisst der Roman, in dem die französische Schriftstellerin Delphine de Vigan aus realen und fiktionalen Fäden ein schillerndes Netz flicht. Das Grauen fasziniert.
Als Dichterin und bildende Künstlerin ist die 1925 geborene Etel Adnan eine der originellsten Stimmen aus Libanon. Ihre Meditationen über die Nacht tragen das Siegel eines Spätwerks.
Jens Westemeier legt seine akribische Untersuchung über Hans Robert Jauss vor, an dessen erste Karriere bei der Waffen-SS in der Nazizeit sich eine zweite als einflussreicher Romanist anschloss.
Heute erscheint Ian McEwans neuer Roman in deutscher Übersetzung. Der Autor spricht über seinen ungewöhnlichen Protagonisten, über Europas Zwiespalt und Englands Befindlichkeit nach dem Brexit.
Friederike Mayröcker hält sich mit ihrem Schreiben am Leben und im Leben. Dieser poetische Kraftakt hat sich auch ihrem neusten Band eingeschrieben.
John Williams verdichtet das Leben des römischen Kaisers Augustus zu einem verwirrend vielfältigen Bild.
Die Niederländer und Flamen zelebrierten bei ihrem Auftritt an der Frankfurter Buchmesse einen heiteren Kosmopolitismus. Ihr Pavillon war ein fabelhafter Begegnungsort.
Es gibt einen neuen Diskurs des Hasses und der Ausgrenzung in Europa. Gut, wenn man in der Frankfurter Paulskirche dagegenhält. Nicht gut, wenn es bisweilen selbstgerecht klingt….
Als Bildhauer hiess er Joseph Constant, als Schriftsteller nannte er sich Michel Matveev. Von Jaffa nach Kiew bis Paris führte ihn der Irrweg eines Lebens, in dem die Verfolgung als Jude Regie führte.