Alle Artikel von NZZ Literatur
Wie ein Isländer das Nordlicht verkauft: In seiner brillanten Romantrilogie «CoDex 1962» erweckt Sjón den Golem zu neuem Leben
In «CoDex 1962» zeigt der Isländer Sjón die ganze Vielfalt seiner erzählerischen Begabung. Die Trilogie ist eine Wundertüte und schillert zwischen Liebesgeschichte, Kriminalgeschichte und Science-Fiction.
Die Welt ist ein Knäuel von Wörtern: Kurt Marti war auch ein Sprachsammler. Weil er wusste, dass wir nur das verstehen, was wir benennen können
Vom «Dunkelall» bis zum «Weltbildsturz». Auf über hundert Blättern hat der Schweizer Dichter Kurt Marti Wörter versammelt, denen er bei der Lektüre begegnete: ein Kosmos, in dem man sich verlieren kann.
Das Leben führt den Menschen immer an den Rand des Lebens – zum Tod des grossen weissrussischen Dichters Ales Rasanau
Mit Ales Rasanau verliert die weissrussische Literatur ihre stärkste poetische Stimme. Rasanau war ein Stiller im Lande, der seine Projekte mit Energie verfolgte. Doch war er keineswegs apolitisch….
Die Eltern sterben, das Kind auch, und die Frau geht fremd. Kann es noch schlimmer kommen?
Der italienische Schriftsteller Sandro Veronesi ist der Mann der Stunde. Aus dem Unglück seiner Romanfiguren schöpft er seinen Erfolg – und das Glück seiner Leserinnen und Leser.
Er konnte hassen wie kein Zweiter: Archilochos von Paros war Soldat – und der erste griechische Lyriker, den wir kennen
Vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren hat ein griechischer Dichter erstmals «ich» gesagt: Archilochos von Paros steht am Anfang der antiken Lyrik. Und noch heute rauben einem seine Verse den Atem. Kurt Steinmann hat sie schlicht und schnörkellos übersetzt….
Da reisst es dem Mann unversehens den Arm zum Hitlergruss hoch – und gleich stehen die alten Gespenster wieder mitten in Berlin
In Maxim Billers neuem Roman brechen alle Widersprüche der deutschen Gesellschaft auf, und die Gegensätze prallen mit voller Wucht aufeinander.
Peter Stamms Helden leben alle ein wenig am Dasein vorbei. Ihre Sehnsucht nach den grossen Gefühlen aber verlieren sie nie – bis es sie aus ihrem Reduit reisst
Der neue Roman des Schweizer Schriftstellers erzählt von einem Archivar, der alles schön ordentlich und übersichtlich haben möchte.
Der Mann mit dem «Durchsetzungs-Gen»: wie Robert Habeck wurde, was er werden wollte
Susanne Gaschke schreibt eine famose politische Biografie über den Co-Vorsitzenden der Grünen. Seine Schwächen wie seine Stärken lassen vermuten, dass Habecks Ambitionen erst am Anfang stehen.
Auf der Suche nach einem ganz anderen Leben sind die Menschen früher in Künstlerkolonien gepilgert. Aber die Zivilisation konnten sie trotzdem nicht hinter sich lassen
In einem Buch über Aussteiger zeigt der Historiker Andreas Schwab, dass zur Sehnsucht nach «ursprünglichen» Orten oft ein kolonialistischer Gestus gehörte.
Mit dreizehn Jahren wurde der jüdische Tscheche Tomáš Radil nach Auschwitz verschleppt. Er überlebte, weil er das Lager und seine «Spielregeln» genau zu lesen lernte
In seinen Erinnerungen hat sich Tomáš Radil zurück ins Konzentrationslager begeben, um seine ermordeten Kameraden zum Leben zu erwecken.
Revolutionsträume gingen zu Ende, Minderheiten erhielten Beachtung, Computer wurden gebastelt – die 1970er Jahre erscheinen heute ebenso nah wie exotisch fern
Der Zürcher Historiker Philipp Sarasin rückt in seinem neuen Buch das Jahr 1977 ins Zentrum. Es zeigt auf vielschichtige Weise, wie sich zu jener Zeit die Gewissheiten der Moderne verschoben.
Als sei der Rhein ein sehr altes Lebewesen: Jahrmillionen nach seiner Entstehung wird dem Fluss eine überbordende Biografie gewidmet
Als Wanderer und Naturbeobachter nähert sich Hans Jürgen Balmes dem Rhein und seiner Geschichte. Pathos und Romantik lässt er beiseite – und dringt eben dadurch zur Seele des Flusses vor.
Vielleicht wird der Himmel weiss werden, vielleicht werden die Tiere auf Zwergengrösse schrumpfen – in jedem Fall wird die Natur in der Zukunft anders aussehen
Durch den Klimawandel und seine Bekämpfung wird sich die Natur drastisch verändern – zwei Bücher zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, wo die Reise hinführen könnte.
Wo schlug der amerikanische Rassismus die tiefsten Wunden? – Für James Baldwin war klar: Nicht der, den die Peitsche trifft, sondern wer sie schwingt, entsagt seiner Menschlichkeit
Nach sechzig Jahren ist das Werk des afroamerikanischen Schriftstellers so aktuell wie eh und je.
Auch Frauen, die nie existiert haben, können Geschichte glaubhaft lebendig machen
Zwei neue Bücher dokumentieren den Kampf um mehr Gleichberechtigung, den die Schweizerinnen seit dem 19. Jahrhundert führten. Im einen Fall steht eine Pionierin aus Bern im Zentrum, im anderen die Imaginationskraft der Autorin….
Am Nullpunkt des Lebens – mit «Brot für die Toten» liegt eines der bedeutendsten Werke der polnischen Holocaust-Literatur endlich auch auf Deutsch vor
Der Fundus der Shoah-Literatur aus Ostmitteleuropa ist noch lange nicht ausgeschöpft. Zu entdecken gibt es etwa Bogdan Wojdowskis erschütternden Roman von 1971.
Hinter den Kulissen von Facebook: wie das soziale Netzwerk zur autoritären Machtmaschine wurde
In der Schule hatte Mark Zuckerberg ein Faible für römische Geschichte – sein autoritärer Führungsstil orientiere sich an diesem Vorbild. Das schreiben zwei Autorinnen in einer eindrucksvollen Milieustudie über den Weltkonzern Facebook.
Eine Reise durch das eigene Zimmer kann ganz schön gefährlich sein. Das gilt erst recht, wenn einer etwas überspannte Phantasien hat
Oswald Egger nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch die Innenwelt, die auch eine Aussenwelt ist. Und landet im Mississippi, dem inneren und dem realen.
Gäbe es Wien nicht, man müsste es erfinden, mit allen seinen verrückten Politikern und todessehnsüchtigen Selbstdarstellern. Einer tut es
Früher schrieb Ferdinand Schmalz fürs Theater, jetzt veröffentlicht er seinen ersten Roman, der das Zeug zu einer Tragikomödie hat.
Selbst Futurologen können die Liebe nicht prognostizieren
Politische Funktionäre arbeiten an der Gestaltung der Zukunft. Ihre persönlichen Leben aber sind von Erinnerungen an Vergangenes durchdrungen – das jedenfalls lässt Jean-Philippe Toussaints Roman «Die Gefühle» glauben.
Die Comics von Taiyō Matsumoto zeigen: Der Weg in die Welt der Erwachsenen führt durch das Tor der Phantasie
Der grosse japanische Comicautor hat eine unverwechselbare Handschrift entwickelt. Endlich erscheinen zwei seiner Hauptwerke auf Deutsch.
Wenn der Drache tanzt: Die wirtschaftliche Abhängigkeit von China droht Europa stumm zu machen
Wie verändert Chinas Aufstieg zur Weltmacht die internationale Politik? Dieser Frage geht ein neues Buch nach. Den westlichen Akteuren wirft es ihr Schweigen zu wichtigen Themen vor….
Mark Twain umging einmal eine Quarantäne, dann kletterte er illegal auf die Akropolis. Doch selbst ihm verging am Ende die Lebenslust
Die amerikanische Literatur ist ohne Mark Twain undenkbar. Seine Eskapaden in Europa und im Nahen Osten kann man nun ungekürzt auf Deutsch lesen. Aber Achtung: Twains Humor ist gnadenlos….
Salman Rushdie misstraut Büchern, in denen Autoren aus ihrem Leben erzählen. Sein neuer Band geizt allerdings auch nicht mit persönlichen Anekdoten
Der Schriftsteller hat kürzere Texte aus den letzten beiden Dekaden zusammengestellt. Klar wird dabei, was Rushdie nicht mag: eindimensionale Antworten auf komplexe Fragen.
