Stefan Gmünder zu Ehren
Sehr geehrte Damen und Herrn, lieber Stefan Gmünder! „Ein Staatspreis für einen Zweifler, der in Richtung Glück dort aufs Ganze geht, wo die Optimisten bereits nach Atem ringen, von den Realisten ganz zu schweigen….
Sehr geehrte Damen und Herrn, lieber Stefan Gmünder! „Ein Staatspreis für einen Zweifler, der in Richtung Glück dort aufs Ganze geht, wo die Optimisten bereits nach Atem ringen, von den Realisten ganz zu schweigen….
Vielleicht hat Ernst Bloch recht, und Heimat ist kein Ort, sondern eine Perspektive. Ich bin in einer kleinen Stadt im Westen der Schweiz aufgewachsen, durch die ein Fluss fließt. Als Kind stand ich oft an dessen Ufer und schickte segellose …
Daniel Wisser. Foto: Arnold Pöschl Nach vierzig Jahren permanenter Kommerzialisierung muss sich auch der Literaturbetrieb – was oder wer das auch immer ist – eingestehen, dass er nicht ewig dabei mitwirken kann, die Flutwelle, die ihn fortzuspülen droht, auch noch …
Neulich war es also so weit, und mein Stammwirt starb. Wolfgang Wagner, der über sechzig Jahre die Apfelweinwirtschaft Zu den Drei Steubern in Frankfurt am Main, Dreieichstraße Ecke Klappergasse, geführt hatte. Jeden Tag waren wir bei ihm….
Es gibt Ereignisse, die fallen einem einfach zu oder buchstäblich auf den Kopf und verändern oder beenden gar eines Menschen Leben. Man mag sie Zufall nennen oder Schicksal, da einem die Hintergründe und Zusammenhänge nicht bekannt sind – warum sich …
Zwischen Apokalyptik und Erlösung: Der Traum eines lächerlichen Menschen. Grafik von Wiktor Piwowarow. Das Pandemiegeschehen der vergangenen anderthalb Jahre hat deutlich gemacht, wie ein unsichtbarer viraler Erreger sich verbreiten und durch Mutationen über längere Zeit sich behaupten kann….
Margit Schreiner. Foto: Patricia Marchart Die Wahrheit des Autobiographischen liegt im radikal subjektiven Blick. Ich habe immer schon zur Übertreibung geneigt….
Semier Insayif wer er sei. fragten sie. wer er sei….
Renate Welsh. Foto: Christopher Mavric Warum?…
Ludwig Laher. Foto: Reinhard Winkler Ich bin jetzt fünfundsechzig. Pensionsreif, heißt das in der Welt da draußen….
Anna Kim. Foto: EJ van Lanen Vor ein paar Monaten erhielt ich die Anfrage, ob ich einen Offenen Brief unterzeichnen würde, der folgendermaßen beginnt: „Am 13. April machte die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse ihre Shortlist öffentlich….
Paul Nizon, Norbert Gstrein. Fotos: Jerry Bauer, Gustav Eckart Lieber Paul Nizon, wir haben einmal eine Freundschaft gehabt, und irgendwann haben wir sie nicht mehr gehabt, und jetzt lese ich in Ihrem Journal*, auf mich bezogen, das Wort „Vatermord“ und …
Sandra Gugic.Foto: Dirk Skiba Die Augen öffnen, auf dem Rücken treiben, unter einem restlos zufriedenen Himmel, alles an dieser Situation könnte richtig sein, aber im ersten Stock öffnen und schließen sich unermüdlich Fenster. Am Morgen durften wir zwischen vier …
Günter Eich, Schluchsee, Mai 1950. Foto: Nimbus, Kunst und Bücher Der Dichter Günter Eich (1907–1972) steht seit einiger Zeit nicht mehr auf der Agenda des Literaturbetriebs. Er firmiert heute in Lexika als „Kahlschlag“-Literat und erfolgreicher Hörspielautor der Nachkriegszeit, der sich …
Ein fernes Land war Raul in die Wiege gelegt worden. Sein Vater lehrte dessen Sprache. Seine Mutter übersetzte Bücher, die dort – auf einem anderen Kontinent – erschienen….
Nach wochenlanger Hölderlin-Lektüre habe ich endlich Ben Lerners Essay The Hatred of Poetry gelesen, um vielleicht etwas zu finden, was mir all das nicht Verstandene zumindest ein bisschen erklärt. Darin gibt es den, wie ich glaube, bezwingenden und nahezu tautologischen …
In der Kinderserie Pan Tau gibt es eine Folge, in der Menschen ihre Münder verlieren. Sie fallen einfach aus den Gesichtern, doch bevor sie auf dem Boden aufschlagen, öffnen sich die Lippen, und die Münder fliegen davon wie Schmetterlinge….
GISELA TRAHMS Ist es nur ein Schritt von der Literatur zum Feuilleton? Wie kam es, dass Sie sich für beide entschieden?…
David Bröderbauer. Foto: Matthias Guido Braudisch Ich arbeite an einem Roman, der in der Zukunft spielt und von der Vergangenheit handelt. Die Zukunft zu konstruieren ist einfach….
Thomas Mann um 1900 Auf kaum einen Namen reagiert der Autor, Kritiker und Essayist Maxim Biller so gereizt wie auf den Namen Thomas Mann. Einen Eindruck von der Vehemenz seiner Ablehnung konnte man in der Ausgabe des Literarischen Quartetts vom …
Karin Peschka. Foto: Raphael Gabauer Frau X wird auf die Bühne gehoben. Im ersten Moment kennt sie sich nicht aus….
I Am Anfang steht gleich ein schiefes Bild. Und doch bin ich es nicht losgeworden….
Mit Amanda Gorman, die zu Beginn dieses Jahres bei der Inauguration der neuen US-Präsidentschaft ein rhapsodisches Gedicht vorgetragen und damit weltweite Resonanz erzeugt hat, kam das literarische „Fräuleinwunder“ nach längerer Pause zu einem wirkungsmächtigen Auftritt. Nicht nur die junge Autorin …
Es ist nichts Außergewöhnliches, sagte die Großtante, als sie aus dem Fenster zeigte. Wir saßen auf der Kücheneckbank und drehten uns um. Auf der anderen Straßenseite sahen wir die Gendarmerie, rechts davon den großen Parkplatz….
Leo Tolstoj Mitte der 1860er-Jahre, als er Krieg und Frieden schrieb. Foto: Bibliothèque de Genève Brechts Diktum, in finsteren Zeiten werde gesungen von den finsteren Zeiten, lässt sich nicht übertragen auf die Corona-Pandemie, da jedes weitere Wort über Covid-19 das …