Kölner Kongress 2022 – Hinterher ist man immer schlauer: Über Zukunftserzählungen
Man will aus der Geschichte lernen. Denn: Man ist ja schlauer geworden. Hofft man zumindest….
Man will aus der Geschichte lernen. Denn: Man ist ja schlauer geworden. Hofft man zumindest….
„Erzähl mir etwas Neues!“ lautet das Motto beim digitalen Kölner Kongress 2022, auf dem die Literaturwissenschaftlerin Eva Horn sich dem Nutzen und Nachteil düsterer Prognosen widmet.Von Eva Horn…
Zukunft heißt, im Heute vom Kommenden zu erzählen. Die Plots dieser Erzählungen, etwa die Machtergreifung einer Künstlichen Intelligenz, die Besiedelung ferner Orte mit besserem Leben, die Unsterblichkeit unserer Körper, klingen zumeist neu und aufregend – und doch gehören sie zu …
Der Klimawandel stellt auch die Literatur vor Herausforderungen. Wie lässt sich angemessen von der Aufheizung der Welt erzählen? Das Genre der Climate Fiction stellt sich dieser feinfühligen Aufgabe….
In welcher Sprache sprechen wir, wenn wir über die Zerstörung der Landschaften reden? Passt diese Sprache zu den Problemen, die wir mit dem Klimawandel haben? Obwohl wir in vielen Debatten die Sprache in den Mittelpunkt stellen, fehlt eine Sprache für …
In der Pandemie ist ein grundsätzliches Problem moderner Gesellschaften offenbar geworden: Erkenntnisse der Wissenschaften, von denen unser Leben abhängt, lassen sich durch natürliche Erfahrung, unmittelbaren Augenschein oder sinnliche Evidenz nicht beglaubigen. Oft genug widersprechen sie unseren Erfahrungen. Von Jochen Rack…
In Katastrophensituationen neigt der Mensch zu Massenpanik, hat ein Gefühl der Ohnmacht und Egoismus und kriminelle Verhaltensweisen nehmen zu: so drei gängige Annahmen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen offenbaren jedoch ein deutlich optimistischeres Bild des Menschen. Von Andreas von Westphalen…
In der Pandemie ist „Freiheit“ vielerorts zu einem schlichten Schlachtruf herabgesunken. Vermeintliche Freiheitskämpfer unterliegen oft drei Missverständnissen: Sie meinen, wir seien von Natur aus frei, sie halten Freiheit für ein Eigentum und sie suchen keinen Ausgleich zwischen ‚positiver‘ und ‚negativer‘ …
Seit Erfindung des Buchdrucks war der Quellenverweis eine der wichtigsten intellektuellen Errungenschaften. Er sicherte den kollektiven Wissenserwerb und die darauf basierenden Denkprozesse gegen Manipulationen ab. Doch im digitalen Zeitalter ist der Quellenverweis bedroht….
Es ist die bescheidene, deutsche Variante des „American Dream“, das Versprechen an die Kinder „Ihr sollt es einmal besser haben.“ Allein: Es trägt in vielen Fällen nicht mehr. Vermögensaufbau aus eigener Kraft ist für viele Bundesbürger unmöglich….
Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche, Pandemie – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon überall, auch unter den Eliten der …
„Is Taiwan next?“ schildert in einer langen New-York-Times-Reportage das Engagement von Nancy Tao Chen Ying, einer jungen Taiwanerin, die politischen Flüchtlingen aus Hongkong hilft, ein neues Leben in Taiwan zu beginnen. In Nancy kristallisiert sich das Schicksal eines ganzen …
„Heute Hongkong, morgen Taiwan“ – diesen Slogan skandierten und skandieren Demonstranten sowohl in Hongkong als auch in Taiwan. Mit gutem Grund: Chinas Staatspräsident Xi Jinping will die Peripherien Chinas an das Reich der Mitte angleichen. Tibet, die uigurische Provinz Xinjiang, …
„Eeb Allay Ooo“ lautet der Ruf, den die Männer von Delhi lernen müssen, um die Affen zu verjagen, die sich an allen nur erdenklichen Plätzen der Stadt aufhalten, sie geradezu besetzt haben. Eine kaum zu lösende Aufgabe. Von Megnaa Mehtta…
Ein weißer Kakadu auf dem Gemälde „Madonna della Vittoria“ des Früh-Renaissance-Malers Andrea Mantegna schreibt Kunstgeschichte. 1496 wurde das Altarbild fertiggestellt, Napoleons Truppen erbeuteten es später für den Pariser Louvre. Einer Studentin aus Melbourne fiel der Kakadu ins Auge – und …
Was hat Hand und Fuß, seit Menschen in Höhlen Unterschlupf suchten, Kunstwerke an den Wänden hinterließen und mit den Negativabdrücken ihrer gespreizten Finger signierten? Der Mensch hat wohl schon immer gerne Selfies gemacht, so zumindest könnte man die Handabdrücke in …
Die gewaltsamen Ausschreitungen im Sommer 2021 in Südafrikas Provinz KwaZulu-Natal erinnern Niren Tolsi an die Unruhen im Jahr 1949. Bei den Eltern des Autors rufen sie eindringliche Erinnerungsbilder einer erbitterten und blutigen Vergangenheit wach.Von Niren Tolsi…
Das Primat der Gruppenidentität in Israel schuf eine Ordnung, die einzelne Gruppen privilegierte, andere marginalisierte und die Zusammenarbeit erschwerte. Braucht Israel 74 Jahre nach der Staatsgründung eine gemeinsame staatsbürgerliche Identität?Von Daniel Cil Brecher…
Die Schriftstellerin Olga Grjasnowa blickt auf die gegenwärtige Zeit. Wie schnell Veränderungen möglich sind, wie wir in kürzester Zeit inne halten können, das hat die Coronakrise der ganzen Welt gezeigt. Von Olga Grjasnowa…
Wenn es das Sichtbare gibt, muss es das Unsichtbare geben, das galt und gilt in allen Kulturen für ausgemacht. Mit der Pandemie hat das, was sich der menschlichen Wahrnehmung entzieht, neue Aktualität gewonnen. Die Wirklichkeit steckt noch voller Geheimnisse und …
Drei neue Stimmen denken im Rahmen des Projektes „55 Voices for Democracy“ über die Verbindung von Demokratie, Wohlstand und sozialen Fragen nach. Wie kann missbrauchte Sprache rückerobert werden, wie funktioniert wirksame Protestkultur, kann die Gesellschaft sich auf sinnvolle politische Debatten …
Vorzugsweise übersetzt Sandra Hetzl literarische Texte aus dem Arabischen. Wie sie dazu gekommen ist und was sie dort findet, erzählt sie in einer ganz eigenen Geschichte über Berührungsängste, Zwillingsdasein und Identität. Über ihren Job sagt sie: „Übersetzen hat etwas von …
Vorzugsweise übersetzt Sandra Hetzl literarische Texte aus dem Arabischen. Wie sie dazu gekommen ist und was sie dort findet, erzählt sie in einer ganz eigenen Geschichte über Berührungsängste, Zwillingsdasein und Identität. Über ihren Job sagt sie: „Übersetzen hat etwas von …
Der öffentliche Disput über Literatur gilt als ein entscheidender Hebel der Aufklärung. Doch wie sieht es heute aus, wo sowohl von einem unaufhaltsamen Leserschwund als auch von selbstgefälligen Literatur-Bubbles die Rede ist? Kann Literatur überhaupt noch einen übergreifenden gesellschaftlichen Konsens …
Der öffentliche Disput über Literatur gilt als ein entscheidender Hebel der Aufklärung. Doch wie sieht es heute aus, wo sowohl von einem unaufhaltsamen Leserschwund als auch von selbstgefälligen Literatur-Bubbles die Rede ist? Kann Literatur überhaupt noch einen übergreifenden gesellschaftlichen Konsens …