«Der Teufel» von Andreas Maier: langhaariges Linkssein, Pali-Tücher, erster Sex und jeden Abend «Tagesschau»
In seinem neuen Roman vermengt der Autor deutsche Kulturgeschichte mit Jugenderinnerungen an die Achtzigerjahre. Das überzeugt – meistens.
In seinem neuen Roman vermengt der Autor deutsche Kulturgeschichte mit Jugenderinnerungen an die Achtzigerjahre. Das überzeugt – meistens.
Heimatverlust gab es vor 1989 nicht nur im modernistischen Westen, sondern auch im Osten. Der preisgekrönte tschechische Roman «370 m über NN» erzählt die Geschichte eines Dorf, das von einem Stausee überflutet wird.
Der Theoretiker des Kapitals gab immer mehr Geld aus, als er hatte: Uwe Wittstock schildert in seinem neuen Buch das chaotische Leben von Karl Marx. Und erzählt, wie der Revolutionär als alter Mann nach Algier fuhr.
Auf abgelegenen Routen ist der «Zeit»-Korrespondent Michael Thumann über die letzten offenen Grenzübergänge Russlands gereist. Sein Buch ist ein Bericht aus einem Europa, das wieder geteilt ist.
Die meisten Russen wünschten sich ein rasches Ende des Kriegs, schreibt der russische Publizist Andrey Gurkov in seinem neuen Buch – aber mit einem russischen Sieg.
Der Verlag Taschen ist berühmt für seine opulenten, hochwertig produzierten Bildbände über Stars wie Helmut Newton, Karl Lagerfeld oder Tina Turner. Die heutige Chefin Marlene Taschen glaubt weiterhin an das sinnlich erlebbare Buch.
Die portugiesische Schriftstellerin Lídia Jorge schreibt einen Roman über ihre Mutter als alte Frau. Sie hat das traurig-komische Buch gewissermassen in deren Auftrag geschrieben.
Im Journalismus liegen Aufklärung und Mythenbildung nahe beieinander. Ein Buch erzählt die Kulturgeschichte der Nachrichten von der Pestpandemie bis zu 9/11.
Welche Rolle spielen Stimmen in unserem Leben? Der Kulturtheoretiker Hans Ulrich Gumbrecht nähert sich einem unterschätzten Alltagsphänomen.
Der deutsch-ukrainische Autor Dmitrij Kapitelman hat aus der eigenen Familiengeschichte ebenso finstere wie komische Literatur gemacht. «Russische Spezialitäten» erzählt von nötigen Neuanfängen und ungesunder Nostalgie.
Wiktor Remisows Roman «Permafrost» erzählt am Beispiel einzelner Biografien vom Leben der Lagerhäftlinge, Verbannten und Geheimpolizisten im sibirischen Norden. Ein monumentaler literarischer Solitär, so wie einst Tolstois «Krieg und Frieden».
Der Grossvater des Tessiner Schriftstellers Fabio Andina hat 1944 italienischen Juden auf der Flucht in die Schweiz geholfen. Nun rekonstruiert der Autor die Geschichte in einem bewegenden, virtuos erzählten Roman.
Was ist rechte Politik? Im Buch «Ich bin Giorgia» sagt Giorgia Meloni, was sie darunter versteht: ein Denken, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Heute Freitag erscheint das Buch der italienischen Ministerpräsidentin auf Deutsch….
Vom Pech, hoffnungsvoll verliebt zu sein: Milica Vučkovićs Roman «Der tödliche Ausgang von Sportverletzungen» schildert hinreissend komisch das Strampeln einer gutherzigen Frau im Spinnennetz eines psychotischen Manipulators.
Er gehörte zu den prominentesten Publizisten Deutschlands. Aber Sebastian Haffner war auch ein Schriftsteller von Rang. Mit über neunzig Jahren Verspätung erscheint sein Roman «Abschied»….
In seinem Buch «Menschenkunde» lässt sich Martin Meyer von den Comics des belgischen Zeichners Hergé zu vergnüglichen alltagsphilosophischen Betrachtungen anregen.
Die Schriftstellerin ging jahrelang in die Psychotherapie und schrieb ein Tagebuch darüber. Bei der Lektüre der postum veröffentlichten intimen Protokolle ist man hin- und hergerissen.
Der preisgekrönte Science-Fiction-Roman «Tokyo Sympathy Tower» der japanischen Autorin Rie Qudan geht den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Einzelnen und die Gesellschaft nach. Es erweist sich, dass der Maschine nichts Menschliches fremd ist.
Die leidenschaftliche Depressivität von Tor Ulvens Schreiben zerstört jede Art von bürgerlicher Sicherheit. Am Ende geht es dem Norweger in seiner unerhört präzisen und emotionslosen Prosa darum, zu zeigen, «dass das Leben streng genommen unmöglich ist».
Jubelnde Massen, willige Erfüllungsgehilfen: Das ist das Bild, das man vom «Dritten Reich» hat. Peter Longerich vertritt in seinem neuen Buch die These, die meisten Deutschen seien keine überzeugten Nazis gewesen, sondern Konformisten.
Nach fünfzig Jahren erscheint ein Bericht über Verbrechen der Wehrmacht erstmals auf Deutsch, Gerhard Paul erzählt vom Ende des «Dritten Reichs», und David Blackbourn zeigt, dass deutsche Geschichte nicht an den Landesgrenzen haltmacht.
Die Literatur deutschsprachiger Secondos erlebt einen Boom. Ihre Romane erweisen sich als Spiegel deutscher Konfliktzonen. Allerdings sorgen Klischees, Ironie und Ressentiments für krasse Verzerrungen….
In seinem Gedichtband «Vinegar Hill», der jetzt auf Deutsch erscheint, wird der Lyriker und Essayist zum Archäologen scheinbarer Nichtigkeiten. Auf der Rückseite des Glücks lauert bei Colm Tóibín immer die Trauer.
Sie alle waren in Kalifornien im Exil: Franz Werfel, Bertolt Brecht, Heinrich und Thomas Mann und Berthold Viertel. Mitsamt ihren Ehefrauen, von denen meist weniger die Rede ist.
Im Gefängnis schrieb er einen seiner bedeutendsten Romane, mehrmals galt er als Favorit für den Nobelpreis: Nun ist Ngugi wa Thiong’o 87-jährig gestorben.