Efeu – Die Kulturrundschau vom 28.10.2016 – Literatur
In der SZ bietet Baharehi Ebrahimi einen Überblick über die Geschichte der iranischen Kinderbücher.
In der SZ bietet Baharehi Ebrahimi einen Überblick über die Geschichte der iranischen Kinderbücher.
Dass es keine italienischen Literaturkritiker waren, die Elena Ferrante enttarnten, und dass erst die US-Kritik das Phänomen Ferrante literarisch wirklich würdigte, ist kein Zufall, meint Andrea Affaticati im Freitag: Der Zustand der italienischen Literaturkritik sei nämlich allenfalls nur noch als …
Der Guardian meldet, dass der Man Booker Prize in diesem Jahr an Paul Beatty geht, und damit zum ersten Mal an einen Amerikaner. Die Jury fühlt sich von seiner Rassismus-Satire „The Sellout“ an Mark Twain und Jonathan Swift erinnert: „Beatty …
Für die FAZ unterhält sich Sandra Kegel mit Ian McEwan über dessen neuen Roman „Nussschale“, dessen Erzählperspektive konsequent die eines ungeborenen Embryos im Mutterleib entspricht. Den Autor reizte dabei die Idee, „jemanden zu zeigen, der über die Welt nachdenkt, ohne …
In der NZZ bilanziert Roman Bucheli schlichtweg begeistert den Auftritt der Flamen und Niederländer auf der Buchmesse. Schon die leichte Eleganz ihres Pavillons hat ihm eine Unbekümmertheit vermittelt, die nie ans Leichtfertige grenze. Und dann die Autoren: „Allein schon an …
In der NZZ überlegen der Schriftsteller Raoul Schrott und der Pharmakologe Gerd Folkers im Gespräch, wie Naturwissenschaftler Künstlern heute noch ihre Arbeit erklären können. Fruchtbar ist dieser Dialog nicht nur für Künstler – „Mir steht aber immer das Beispiel des …
Nach dem Ferrante-Erfolg gönnt man sich beim lange gebeutelten Suhrkamp Verlag wieder den Raum für intellektuellere Exkurse, stellt in der SZ Johan Schloemann beim traditionellen Buchmesse-Empfangs des Hauses fest. Dort las Karl-Heinz Bohrer aus seinem angekündigten, recht kontraintuitiv betiteltem Erinnerungsband …
Im Aufmacher des Zeit-Feuilletons findet Adam Soboczynski das neue Buch der Friedenspreisträgerin Carolin Emcke „Gegen den Hass“ in seinem Beharren auf rassistischen und geschlechtlichen Kränkungen ziemlich soßig: „Man hat das ungute Gefühl, dass bei Emcke abgeleitete Oberflächenprobleme als zentrale begriffen …
Im Welt-Interview mit Richard Kämmerlings freut sich Bodo Kirchhoff über den Buchpreis (mehr hier), den er schließlich einst selbst ersonnen hat: „Ich kann schon sagen, dass der Preis im Wesentlichen auf mich zurückgeht. Nach dem Roman 'Parlando' von 2001 hatte …
Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Bodo Kirchhoff für seine schmale Novelle „Widerfahrnis“. Umso länger ausgefallen ist seine in Frankfurt gehaltene Dankesrede, wie Judith von Sternburg für die Berliner Zeitung berichtet. Sie findet es „ein bisschen verrückt, dass …
Für die FAZ hat sich Julia Bähr die von Anne Schüßler zusammengestellten Zahlen über die Defizite der Genderparität beim Deutschen Buchpreis angesehen und ergänzt diese mit eigenen Beobachtungen: Die Tendenz beim Buchpreis – mehr Männer werden nominiert, doch Frauen gewinnen …
Bei der in wenigen Tagen beginnenden Frankfurter Buchmesse steht die Literatur aus den Niederlanden und Flandern im Fokus. Die NZZ widmet ihre ganze Beilage Literatur und Kunst den beiden Ländern. Die niederländische Autorin Pauline de Bok besingt das saftige Flämisch: …
Zum Literaturnobelpreis gibt es auch allgemeinere Überlegungen über Ausrichtung und Zukunft dieser wichtigen literarischen Institution. FAZler Jürgen Kaube fällt bei der Durchsicht der bisherigen Preisträger auf, dass soziales Engagement bei den Vergabeentscheidungen oft höher zu wiegen scheint als Ästhetik. Die …
Heute wird der Nobelpreis für Literatur verliehen. Die britischen Wettbüros sehen den kenianischen Autor Ngugi wa Thiong'o ganz oben stehen. Wir würden eher auf Karel Schoeman setzen….
In der Tell Review unterzieht Sieglinde Geisel Martin Mosebachs „Mogador“ ihrem Page-99-Test. Mit den vielen Adjektiven lernt sie zurecht zu kommen: „Diese Widersprüchlichkeit macht die Figur lebendig. Widersprüche – die Domäne der Adjektive….
Interessant, wie unterschiedlich die Verärgerung über die Enthüllung der wahren Identität Elena Ferrantes begründet wird, meint Rachel Donadio in der New York Times: „In den Vereinigten Staaten und Britannien wird die Enthüllung von Ferrantes wahrer Identität oft durch die Gender-Brille …
In der FAZ berichtet Kerstin Holm vom Literaturfestival in Odessa, bei dem sich auch zeigte, wie Europas Flüchtlingskrise die Ukraine verunsichert: „Das Land sei zerrissen, die meisten Westukrainer kennen Polen besser als den ukrainischen Osten, erklärt der Kiewer Journalist Artjom …
Die Literaturkritik regt nicht mehr zum Denken an, sie ist faul und behäbig geworden, ruft Roman Bucheli in der NZZ: „Es ist längst aus der Mode gekommen, das Buch als ein bald subtiles, bald rustikales Instrument im kulturellen, politischen, gesellschaftlichen …
Für die SZ spricht Lukas Latz mit Claudio Gatti über dessen Enthüllung der Identität Elena Ferrantes. Dafür sieht er sich nun krassen Anwürfen seitens der Literaturkritik ausgesetzt. Den Investigativjournalisten wundert es, dass ausgerechnet diese seiner Arbeiten auf soviel Resonanz gestoßen …
Auch Iris Radisch ärgert sich über Claudio Gattis Enthüllung der wahren Identität hinter dem Pseudonym Elena Ferrante: Dessen Recherchemethoden stellen „einen Übergriff [dar], der sich bei steuerflüchtigen Präsidentschaftsbewerbern rechtfertigen mag, hier aber in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht. … Was für …
Maike Albath hält in der SZ die Enttarnung Elena Ferrantes für übergriffigen „Sensationsjournalismus“, sie stört „der Gestus, hier werde eine illegitime Irreführung des Publikums aufgedeckt.“ Und: „Geld, Geheimnisse, ein Pseudonym, Judenverfolgung. Brisanter geht es kaum….
Mit einem in der FAS, der New York Review of Books, Il Sole24 Ore und Mediapart lancierten Coup sorgte der Investigativjournalist Claudio Gatti für großes Aufsehen am verlängerten Wochenende. Nach seinen Recherchen soll sich hinter dem berühmtesten Pseudonym der Gegenwartsliteratur …
Thomas David gibt sich in der Literarischen Welt alle Mühe, den notorisch reservierten Romancier Don DeLillo zu persönlichen Aussagen zu bewegen, etwa über seine Spiritualität und katholische Erziehung, weiß aber auch, dass es vom Autor heißt, er trage stets eine …
Im Interview mit Norbert Mayer (Presse) spricht der Schriftsteller Norman Manea über seinen Essayband „Wir sind alle im Exil“ und seine eigene Exilerfahrung: „Als ich 1986 Rumänien verlassen habe, hat man mir einen Pass gegeben. Aber ich verspürte zugleich das …
Lukas Latz rettet im Freitag das Feuilletongenre des Autorenporträts vor dessen Verächtlichmachung durch Jürgen Kaube kürzlich in der FAZ: „Im Reden und Schreiben über Literatur gibt es für mich kaum Aufregenderes als den schnöden Werkstattbericht. Die Auskunft darüber, wie Autoren …