Alle Artikel von intellectures

Emanzipation reloaded

Zadie Smiths fünfter Roman handelt einmal mehr von der Bedeutung von Herkunft und Hautfarbe. Zuweilen gerät die Autorin von »Zähne zeigen« und »London NW« dabei ins Straucheln. Fred Astaire war in den USA der dreißiger und vierziger Jahre eine große Nummer….

Raus aus der deutschen Enge

Der große Buchpreis geht in dieser Woche in die nächste Runde. Unabhängig davon, wer es mit seinem aktuellen Werk auf die Shortlist schafft, steht eines schon von vorneherein fest: die Vielfalt der deutschen Gesellschaft bildet auch dieser Buchpreis nicht ab. …

Hinreißend und bedrückend

In Sebastiáo Lelios Drama »Eine fantastische Frau« ist mit Daniela Vega eine außergewöhnliche Schauspielerin zu entdecken, die mit großer Würde die Rolle von Marina Vidal ausfüllt. Marina hieß vor Jahren Daniel und sucht nun in der neu gewählten Rolle der …

Alle Macht geht vom Volke aus

Als die Truppen des Warschauer Paktes am 21. August 1968 in Prag einmarschieren, zeigte der Realsozialismus einmal mehr seine repressive Fratze. Josef Koudelkas Fotografien aus dem umkämpften Prag beweisen eindrucksvoll, dass der Sozialismus nicht im Stande war, Vernunft und Menschlichkeit …

Einwurf für den demokratischen Populismus

Es ist nur ein schmales Büchlein, das Heribert Prantl da geschrieben hat. Aber wie viele der von diesem streitbaren und wertegetriebenen Journalisten für die Süddeutsche Zeitung verfassten Texte besticht auch der Essay »Gebrauchsanweisung für Populisten« durch seine gesellschaftspolitische Relevanz und …

Nachrichten aus Zwischenwelten

Rudolph Herzogs fantastische Berlin-Erzählungen konfrontieren die Leser mit »Truggestalten« und lassen sie zwischen Gegenwart und Vergangenheit wandeln. In Berlin wurden schon Wetten abgeschlossen, ob die erste literarische Aneignung der jetzt schon legendären Farce des Flughafenbaus noch vor oder erst nach der Eröffnung …

Wer ist das Volk? Eine demokratietheoretische Rückversicherung

Wer sich mit Politikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unterhält, wird viel über methodologische Herausforderungen erfahren, aber fast nichts über Politik. Zum Glück gibt es Jan-Werner Müller, einen politischen Politikwissenschaftler, der die demokratischen Grundlagen unseres politischen wie gesellschaftlichen Zusammenlebens reflektiert und weiterentwickelt. Mit …

Im trauten Kaff der Erinnerung

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017, verheißt schon der Titel von Brigitte Kronauers neustem Roman »Der Scheik von Aachen« sowohl eine interessante Lektüre als auch versierte Einbettung in die deutsche Literatur und Geschichte. Doch weder die durchaus überraschende …

Literatur ermöglicht Empathie

Der Berliner Schriftsteller und Bühnenautor Jakob Nolte hat mit »Schreckliche Gewalten« einen aufwühlenden und surrealen Roman über ein Geschwisterpaar in den siebziger Jahren geschrieben. Wir sprachen mit ihm über literarische Hegemonialketten, den Einfluss von Fernsehserien auf das Schreiben sowie das verführerische Angebot …

Hinter den Kulissen von Kunduz

Journalismus, politische Intrigen und Aufklärung stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Ohne investigative Recherche würde so mancher politische Skandal unentdeckt bleiben, wie der Journalist und Drehbuchautor Achim Zons in seinem verblüffend realistischen Kunduz-Medien-Thriller »Wer die Hunde weckt« zeigt. Die Angst vor einem Anschlag …

Der Misthaufen der Vergangenheit

Hanya Yanagiharas aufwühlendes Freundschaftsepos »Ein wenig Leben« ist ein Extremfall der Literatur. In seiner postmodernen, post-migrantischen, post-gender und post-sexuellen Form nötigt er zur permanenten Grenzüberschreitung. Kann man ernsthaft mit jemandem befreundet sein, wenn man ständig damit rechnet, getäuscht zu werden?…

Am Anfang war das Wort

Am 28. März wird die Berliner Kritikerin und Autorin Gisela von Wysocki mit dem Heinrich-Mann-Preis 2017 der Akademie der Künste ausgezeichnet. Damit wird nicht nur Wysockis umfangreiches essayistisches Werk geehrt, sondern dezidiert auch ihre Romane, in denen es der Schriftstellerin …

Eine verwässerte Zukunft

Welche intellektuellen Auswirkungen haben existenzielle und gesellschaftliche Veränderungen? Diese Frage liegt Philipp Bloms neuem Buch zugrunde, in dem er die These aufstellt, dass meteorologische Umstände das intellektuelle Klima prägen. Der Wiener Historiker Philipp Blom hat uns wunderbare Stunden der Lektüre …