Krise des Lesens in Island: Nach dem Bankenkollaps der Buchkollaps
Island hat sich stets stark von seinem literarischen Erbe her definiert. Jetzt brechen die Verkaufszahlen auf dem Buchmarkt dramatisch ein. Werden die Isländer zum Volk ohne Buch?…
Island hat sich stets stark von seinem literarischen Erbe her definiert. Jetzt brechen die Verkaufszahlen auf dem Buchmarkt dramatisch ein. Werden die Isländer zum Volk ohne Buch?…
Der Name Pawel Salzman (1912–1985) fehlt im Kanon der Literaturgeschichte. Zu Unrecht: Sein erst 2012 entdeckter, sprachwuchtiger Roman «Die Welpen» ist ein Hauptwerk der russischen Moderne.
Thomas Lehr hat einen Roman voller Liebe, Sex und Solarphysik geschrieben. Er lässt daraus eine atemberaubende Chronik des 20. Jahrhunderts hervorgehen….
In einem Doppelporträt setzt Richard Ford seinen Eltern ein Denkmal. Es geht darin um Verlust und Versäumnis – und doch ist «Zwischen ihnen» kein trauriges, sondern ein wärmendes Buch.
Der Lyriker Charles Berthouzoz hat während rund zehn Jahren für ein Bestattungsunternehmen gearbeitet. Was er in der Zeit erlebte, hielt er in berührenden, hinreissenden Gedichten fest.
Im dritten Band von Elena Ferrantes Neapel-Tetralogie kommen die turbulenten sechziger und siebziger Jahre in den Blick. Die italienische Gesellschaft wird von Aufruhr und Terror heimgesucht.
Wenn Laien Wissenschaft betreiben – Tobias Scheidegger entfaltet ein Panorama der ausseruniversitären Naturforschung in der Schweiz um die vorletzte Jahrhundertwende.
Lustvoll schreibt Christoph Höhtker in seinem neuen Roman gegen jedes Tabu an und mokiert sich über jede wohlfeile Moral: ein seltenes Lesevergnügen mit Schockeffekten.
Vor 20 Jahren gelang es erstmals einem Computer, den besten menschlichen Schachspieler zu besiegen. Der Verlierer von damals, Garri Kasparow, nimmt den Match zum Anlass, über die Zukunft nachzudenken.
Wie beurteilten die Schweizer Botschafter die totalitäre DDR? Der deutsche Historiker Bernd Haunfelder hat eine spannende Quellenedition veröffentlicht. Doch seine Bewertungen sind problematisch….
Vor fünfzig Jahren liess San Francisco seine Bürger gewähren, als diese den Summer of Love feierten. Heute verheddern sich die Blumenkinder im Gesetzesdschungel.
Victor Klemperer schrieb nicht nur Tagebücher, sondern auch Briefe. Eine Auswahl zeigt, wie der Romanist und Chronist unter allen Umständen um Wahrhaftigkeit bemüht war.
Das Schamgefühl scheint out zu sein – Andrea Köhler beschreibt in einem mit eleganter Feder verfassten Essay, warum wir es auch im Zeitalter von Twitter und «Dschungelcamp» noch brauchen.
Gerade hat die Saison der nationalen literarischen Meisterschaften begonnen. Während Juroren im Verborgenen um den besten Roman ringen, redet das Publikum am Spielfeldrand mit: besserwisserisch, kenntnisreich und leidenschaftlich.
Sie steht zwar quer zum Mainstream – aber sie verfasst ideale Lesekost fürs 21. Jahrhundert. Die Grübeleien und Synapsen-Blitze der Amerikanerin Lydia Davis führen eine vergnügliche Art des Denkens vor….
Den Londoner Himmel finden sie kalt und bleich, aber die Heimat bietet den Immigranten aus der Karibik auch keine besseren Perspektiven. Samuel Selvon hat ihnen ein spritziges Romanporträt gewidmet.
Matthias Zschokke liest einen Sommer lang Proust und legt davon in einem dünnen Büchlein Rechenschaft ab. Er beschimpft Proust und alle Proustianer und beschädigt sich selbst damit am meisten.
Suchen Andrzej Stasiuk und Juri Andruchowytsch mit ihrer literarischen Archäologie eine mitteleuropäische Utopie zu rekonstruieren, macht sich ein junger Pole nun daran, die galizischen Verhältnisse zu persiflieren.
Willst du jemanden verletzen, so schreib ein Buch: eine Farce aus dem norwegischen Literaturbetrieb.
Der Lyriker und diesjährige Büchnerpreisträger Jan Wagner veröffentlicht einen glänzenden Essayband. Darin untersucht er sein eigenes poetisches Schaffen, indem er über Kollegen nachdenkt.
Wie das frühe Christentum es mit dem Reichtum hielt, wie Rom unterging und wie die Kirche aufstieg: Der Historiker Peter Brown führt es in einem meisterlichen neuen Werk vor Augen.
Aufmerksamkeit schätzen wir im Allgemeinen, aber wenn man sich beobachtet fühlt, kann das ziemlich ungemütlich werden. Das erlebt auch Patrick Flanerys mausgrauer Romanheld.
Sie hat zehn Romane verfasst und als Mitarbeiterin einer NGO in mehr als dreissig afrikanischen Ländern gelebt. Nun ist die senegalesische Autorin Ken Bugul für ein halbes Jahr in Zürich zu Gast.
Zum 80. Geburtstag des Petersburger Autors Andrei Bitow legt der Suhrkamp-Verlag dessen«Georgisches Album» von 1996 wieder vor: ein Momument der Sehnsucht nach dem Süden – auch in uns selbst.
Eine Handvoll Dichter haben sich in der Eifel zum Gedankenaustausch getroffen. Die Avantgarde ist noch nicht tot, aber die Tradition ist nicht mehr in Verruf.