Ach, lasst uns einfach dichten in der schönen Idylle
An ihrer letzten Tagung 1967 sahen sich die Schriftsteller der Gruppe 47 mit unerhörten Forderungen aus linken studentischen Kreisen konfrontiert. Das überforderte die Dichter.
An ihrer letzten Tagung 1967 sahen sich die Schriftsteller der Gruppe 47 mit unerhörten Forderungen aus linken studentischen Kreisen konfrontiert. Das überforderte die Dichter.
Seit mehr als einem Jahr sitzt der türkische Schriftsteller und Journalist Ahmet Altan im Gefängnis. In einem bewegenden Manifest erklärt er, warum ihn die Haft nicht brechen kann.
Manche französische Schriftsteller der Gegenwart scheinen sich darauf kaprizieren zu wollen, die Menschen zu therapieren. Und viele Leser nehmen das Angebot in einer Zeit des Orientierungsverlusts dankbar an.
Früher zeichneten sich französische Staatspräsidenten durch ihre literarischen Kenntnisse aus. Heute brüstet man sich weitherum mit Unkenntnis.
Streit, Vorwürfe, Tränen – das gehört dazu, wenn eine Ehe auseinandergeht. Aber wie trennt man sich von einem Mann, der gar nicht mehr da ist? Daraus macht Katie Kitamura ein fabelhaftes kleines Buch….
Nachts, wenn sie nicht schlafen kann und die übrigen Sender nichts Interessantes bringen, hört die Schriftstellerin Cécile Wajsbrot manchmal Radio Courtoisie. Weil sie wissen möchte, was die extreme Rechte denkt und wie sie spricht.
Während sich die Politik in Fiktionen flüchtet, nimmt die Literatur Abschied von ihnen. Sie sucht nach dem Wahren, nach dem Leben, nach der Wirklichkeit.
In ihrem zweiten Roman erzählt die Zürcher Autorin die seltsame Geschichte des Zoltán Kertész, der als Kind vom Motorrad fällt. Nun wird er zum wunderbar irritierenden Inbild einer Zeit der vielen Gefallenen.
Ein Mann bricht aus seinem Leben aus und findet sich wieder, indem er sich verliert. Marion Poschmann hat mit «Die Kieferninseln» einen knisternd-klugen Roman geschrieben.
Kein Bundesrat flog so hoch und fiel so tief wie der St. Galler Arthur Hoffmann. Der Historiker Paul Widmer hat nun eine Biografie über den Magistraten vorgelegt, die mit brisanten Befunden aufwartet….
Als Zehnjährige kam sie aus Russland nach Deutschland. Nun hat Sasha Marianna Salzmann mit «Ausser sich» ihren ersten Roman veröffentlicht und ist damit für den deutschen Buchpreis nominiert. Eine Begegnung mit der Autorin in Berlin….
Clémentine Beauvais erzählt eine Geschichte um Aussenseiter und Gezeichnete. Es ist aber auch die Geschichte einer mutigen Revolte, die beim Lesen ausserdem ein grosses Vergnügen bereitet.
Dem Meer ist nichts auf Erden fremd. Wer nur lange genug aufs Wasser hinausschaut, findet, wonach er sucht. Ein Blick in grossartige Kinderbücher zum Thema….
«The Hate U Give» ist ein aufrüttelndes Jugendbuch über Rassen- und Klassenunterschiede.
Ein Talisman fällt auf wundersame Weise aus den Wolken auf die Erde und weiss bloss: Hier wird er gebraucht. Er begibt sich darum auf eine lange Reise. Ein grossartiges Bilderbuch lässt die Funken der Imagination sprühen….
Ihr Eigenwille hat sie weit gebracht. Mit skurrilen Storys und finster grundierten Romanen eroberte sich Ottessa Moshfegh einen Platz unter den vielversprechendsten Jungautoren in den USA.
Ein Schriftsteller sammelt Frauen wie Trophäen. Dann holt ihn die Vergangenheit ein. Gerhard Falkners Roman «Romeo oder Julia» ist ein virtuoses Spiel um Eros und Tod, Wahn und ein wenig Kunst….
Kinder- und Jugendbücher erzählen die Lebensgeschichten von bemerkenswerten Frauen aller Zeiten und Länder. Das lange vernachlässigte Thema vermittelt jungen Menschen weibliche Vorbilder und Identifikationsfiguren.
Die Jugend ist der unbekannteste Kontinent. In wunderbaren Skizzen aus seinen frühen Jahren lässt der Schriftsteller Alain Claude Sulzer eigene wie kollektive Erinnerungen wach werden.
Glaubenszweifel haben die britische Schriftstellerin Hilary Mantel schon als Kind umgetrieben. Ihr Roman «Der Hilfsprediger» zeigt, wie damit umzugehen wäre.
Was wie selbstverständlich zum politischen System der Schweiz gehört, rückt im Rest Europas auch auf die Agenda: Schaffen Volksabstimmungen mehr Legitimität, oder unterhöhlen sie das System?
Das deutsche Literaturarchiv in Marbach hat Tagebücher des österreichischen Schriftstellers Peter Handke aus der Zeit nach 1990 erworben. Inzwischen sind über 200 Tagebücher im Archiv. Sie zählen zu den am meisten genutzten Beständen….
Gegen die Hinrichtung der Anarchisten Sacco und Vanzetti gingen sogar in der Schweiz Tausende auf die Strasse. Upton Sinclairs literarische Aufarbeitung des Falls ist zwar parteiisch, aber glänzend gemacht.
Mit seinem Nero-Roman von 1922 hat der Ungar Dezső Kosztolányi einen Gegenentwurf zu Henryk Sienkiewicz‘ Weltbestseller «Quo vadis» verfasst. Leider bleibt der Historienroman ein Skelett.
Es grenzt an Sadomasochismus, über die Lust schreiben zu wollen. Denn jenseits von etwas Gymnastik und einigen Körpersäften bleibt wenig Konkretes zu sagen. Der Rest ist Schweigen – oder peinlich….