Alle Artikel von NZZ Literatur
Bachtyar Ali – Erzählmagier aus Kurdistan: Worte wie Rauch und Licht
Zwanzig Jahre lebte Bachtyar Ali unentdeckt in Deutschland. Nun legt der Unionsverlag seine bildmächtige Parabel über die Unterdrückung und den Bruderzwist der irakischen Kurden auf Deutsch vor.
«Das Kopfkissenbuch» der Dame Sei Shonagon: Die Freiheit, Ich zu sagen
Um 1000 entstand in Japan das Werk einer Hofdame, dessen Frische, Intelligenz und Ironie uns noch heute den Kopf verdreht. Hier wagt es jemand, in einer regelstarren Gesellschaft Ich zu sagen.
Ein historischer Roman von Shusaku Endo: Warum schweigt Gott?
Nach anfänglicher Minne hob Ende des 16. Jahrhunderts in Japan eine Christenverfolgung an. Shusaku Endos Roman «Schweigen» erzählt davon in faszinierender, doch nicht unproblematischer Weise….
Friedenspreis für Carolin Emcke: Unterwegs in Krisengebieten
Die Publizistin Carolin Emcke wird in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Sie hat sich mit grossen Reportagen aus Krisen- und Kriegsgebieten profiliert.
Debatte um Autorenhonorare: Die Revolte der Schriftsteller
In der Romandie ist eine Debatte über Autorenhonorare entbrannt. Das Scheingefecht wird nichts bringen, offenbart aber, wie wenig man in der Branche voneinander hält.
Gespräch mit dem kolumbianischen Schriftsteller Héctor Abad: «Literatur bedarf der Mystifikation»
Der Schriftsteller Héctor Abad gehört zu den wenigen liberalen intellektuellen Stimmen Lateinamerikas. In Zürich sprach er über die Perspektiven Kolumbiens und Lateinamerikas sowie über seinen neuen Roman «La Oculta».
Comics von Olivier Schrauwen: Halluzinieren im Dschungel
In «Arsène Schrauwen» zeigt der Belgier Olivier Schrauwen die Geschichte seines Grossvaters als kolonialen Albtraum. Fernab aller Trends schafft er eine eigene Welt und bleibt dennoch zeitgenössisch.
Ottmar Ettes Buch «Der Fall Jauss»: Hermeneutik des Verschweigens
Die Diskussion um den Romanisten Hans Robert Jauss (1921–1997) und dessen Nazivergangenheit erhält durch ein Büchlein von Ottmar Ette neue Akzente.
Åsne Seierstads beklemmendes Buch über Anders Breivik: Versuch über einen Massenmörder
Die Frage, was den Norweger Anders Breivik zu seinen schrecklichen Taten bewog, treibt die Norweger bis heute um. Åsne Seierstad versucht sich dessen Leben und Tat nüchtern und minuziös zu nähern.
Carl Schmitts «Glossarium», neu ediert: Ein Schreibtischtäter, der sich als Opfer stilisiert
Das «Glossarium» des Staatsrechtlers Carl Schmitt ist voller Ressentiments; es gibt Einblicke in den affektiven Untergrund eines Theoretikers der Machtpolitik und der illiberalen Demokratie.
Romain Rollands Tagebücher: Ganz Europa ein Irrenhaus
Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs hielt sich der Pazifist Romain Rolland in der Schweiz auf – wo er dann auch blieb. Seine Erschütterung hielt er in Tagebüchern fest. Es lohnt sich, sie zu lesen….
Autorin Benoîte Groult gestorben: Für die Freiheit der Frau
96 Jahre alt wurde die französische Schriftstellerin, Journalistin und Feministin Benoîte Groult – rund drei Jahrzehnte nach Erscheinen ihres Bestsellers «Salz auf unserer Haut» ist sie gestorben. Das Buch gehört heute zu den Klassikern der erotischen Literatur.
Lasha Bugadzes turbulenter Roman «Der Literaturexpress»: Wenn Dichter reisen
In seinem jüngsten Roman schickt der Georgier Lasha Bugadze eine Gruppe von Dichtern per Sonderzug kreuz und quer durch Gross-Europa. Natürlich können Turbulenzen und Gedanken nicht ausbleiben.
Judith Hermanns Erzählung «Lettipark»: Verzauberte Riesen
Zwischen lautlosem Unglück und Alltäglichkeit taumelnde Figuren zeigt Judith Hermann in ihren neuen Erzählungen. Die gelungensten Stücke sind Kleinode von Genauigkeit und Komik.
Michel Houellebecq überall: «Ich bin der Beste»
Der 23. Juni ist der Tag der Brexit-Abstimmung. Ausserdem aber eröffnet an diesem Datum im Pariser Palais de Tokyo eine Ausstellung mit Fotos des Starautors Michel Houellebecq….
Etgar Keret im Gespräch: Jede Geschichte ein neues Leben
Etgar Keret ist der israelische Meister der Kurzgeschichte. Was sein Vater damit zu tun hat und warum er um keinen Preis hätte Zahnarzt werden dürfen, verrät er im Interview.
Fünf Jahre Neuer Realismus: Wider die postmoderne Flucht vor den Tatsachen
Unter dem Banner eines Neuen Realismus hat sich eine philosophische Bewegung formiert, die sich gegen postmodernen Konstruktivismus und gegen imperialistischen Naturalismus gleichermassen wendet.
Marie de Gournay, eine Intellektuelle in der frühen Neuzeit: Über die Schwierigkeit, klug sein zu dürfen
Zu den «fast Vergessenen» der Geistesgeschichte gehört Marie de Gournay (1565–1645), eine Femme de lettres, Philosophin und Frauenrechtlerin, die es schaffte, ein eigenes Leben zu führen.
Fraktale Strukturen: Was Literatur mit Blumenkohl zu tun hat
Physiker haben in literarischen Texten fraktale Strukturen entdeckt. Sie gleichen den Strukturen von Musik und Gehirnströmen.
Boualem Sansal im Gespräch: Ist Diktatur das Staatsmodell der Zukunft? INTE FE
In «2084» verknüpft der algerische Autor Orwells «1984» mit der Vision einer globalen islamistischen Diktatur. Das Buch traf den Nerv der Zeit – obwohl es Sansal eigentlich um etwas ganz anderes ging.
Pathos und Ironie: Seid feierlich!
Kleines Plädoyer für mehr Pathetik in Kunst und Leben.
Bettina Balàkas Roman «Die Prinzessin von Arborio»: Botox, Brust und Nase
Hauptfigur in Bettina Balàkas vergnüglichem Roman ist eine bildhübsche Dame, die alles tut, um die Schönheit zu erhalten, und die über Leichen geht, um den Mann fürs Leben zu finden.
Norman Maneas Essays über Flucht und Einsamkeit: Zweimal Exil
Das Leben war nicht immer leicht für den als Sohn jüdischer Eltern in der Bukowina geborenen rumänischen Autor Norman Manea. Zweimal machte er die Erfahrung des Exils, das ihn indes auch bereicherte.
Joanna Bators düster-grotesker Roman «Dunkel, fast Nacht»: Mörder, Schatzsucher, Katzenfresser
Auch der dritte Roman der polnischen Schriftstellerin Joanna Bator spielt in der schlesischen Stadt Walbrzych/Waldenburg. Es ist ein Unort, in dem das Böse von gestern und von heute Hochzeit feiert.
