Dialektik der Abklärung – Hanno Rauterberg „Wie frei ist die Kunst“
Vor einem Gemälde im Museum steht ein massiger Mann. Er thront da wie ein Bodyguard, blockiert mit seinem Rücken die Sicht auf das Kunstwerk. Er protestiert gegen ein Bild….
Vor einem Gemälde im Museum steht ein massiger Mann. Er thront da wie ein Bodyguard, blockiert mit seinem Rücken die Sicht auf das Kunstwerk. Er protestiert gegen ein Bild….
Man könnte meinen, AISTHESIS setzte die Trends und Themen. Die SpON-Kolumne vom inzwischen immer mehr geschätzten Jan Fleischhauer vom 16.8….
„Unsere Städte haben enge stinkende Straßen – die Zimmer sind eng, dunkel getäfelt, mit dunklen Fenstern – große Säle niedrig und drücken, wenn man darin ist – um ja nichts Freies zu haben, wurden Säulen in der Mitte angebracht, so …
Songs for Drella von Lou Reed und von John Cale war eine Platte, die ich, als sie 1990 herauskam, sehr mochte. Viel schrammelnde Gitarrenlast, betörender Gesang. Die Platte ist Andy Warhol gewidmet….
„Zweideutigkeit ist die bildliche Erscheinung der Dialektik, das Gesetz der Dialektik im Stillstand. Dieser Stillstand ist Utopie und das dialektische Bild also Traumbild. Ein solches Bild stellt die Ware schlechthin: als Fetisch….
Fabian, 1931 erschienen, ist ein, wie ich damals Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts von Hamburg aus fand, interessanter Berlin-Roman, ein Großstadtroman im Geist der Zeit, wie es als Genrebezeichnung üblich auf ein Buch appliziert wird, neusachlich im Erzählen …
Samstagnacht auf dem Fahrrad mit Riesling im Blut, im trunkenen Fürsichsein, im reichen Westen Berlins, Grunewald, an den Villen vorbei auf menschenleeren Straßen heimwärts radeln, irgendwann im Monat Mai in einer dieser warmen Nächte, da man noch bis tief in …
Um den ästhetischen Unwillen abklingen zu lassen, habe ich mich mit dem Schreiben einige Tage zurückgehalten – zumal ich die Woche über Besuch erwartete und insofern kaum Zeit bliebe, auf Blog-Kommentare zu reagieren. Nun also, etwas über eine Woche nach …
Ich bin dann pünktlich um halb drei zum Mittagsschlaf gegangen. Den Text von Anselm Neft unterbrechend, man kann das ja eh nachlesen, im Internet, und braucht es nicht im Fernsehen zu schauen. Und später als Buch – vielleicht….
Ein fast Robert-Walserhaftes Spazieren, bloß ohne Ziel, anders als in der seltsam-versponnenen und auf ihre Art unendlich traurigen Erzählung „Der Spaziergang“. Das Licht im Winter ist schöner als im Sommer, denke ich mir auf meinem Weg aus der Stadt hinaus …
Reist man ins schön-wunderschöne Bamberg, ins wellige, ins hügelig-liebliche Oberfranken, dann passiert der Fußgänger, wenn er am Bahnhof eintrifft, aus dem Zug aussteigt und ebenerdig zu Fuß zum Kloster-Hotel auf den Kaulberg spaziert, zunächst die Luitpoldstraße und schreitet schnellen Schrittes …
„Der Traum eröffnet nicht mehr eine blaue Ferne. Er ist grau geworden. Die graue Staubschicht auf den Dingen ist sein bestes Teil….
An den Ufern des Mains herrschte, um die Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Frank Schirrmacher, Sohn eines Ministerialbeamten, einer der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. – Dieser außerordentliche Mann würde, bis zu seinem …
Heute Abend gibt es die Verfilmung von Michel Houellebecqs Unterwerfung. Dazu schrieb Necla Kelek einen kleinen Essay im „Perlentaucher, daraus ich insbesondere die letzten Sätze hervorheben möchte, weil sie einige Wahrheit haben. Besonders, was die Verkitschung durch Kunst betrifft….
Ein Fahnenmeer vorm Hauptbahnhof und Hitzewellen in stickiger S-Bahn. Bereitschaftspolizei in Kampfmontur, darin es wie im Glutoffen sich anfühlen mußte. Sprechchöre dann draußen an den Absperrungen: „Ganz Berlin haßt die AfD!…
Wir sehen Menschen auf einer Reise oder auf einer Flucht, auf alle Fälle mit einigem Gepäck und in Bewegung – von einem Ort zu einem anderen. Ihre Kleidung wirkt wenig elegant und wie Touristen sehen diese Menschen nicht aus, zumindest …
Zum Abtakt des 200. Marx-Geburtstags im Mai, den dieser Blog von seiner Herkunft her naturgemäß beging: Der Mann mit dem Koks ist da! Essen und Villa Hügel….
The Electric Kool-Aid Acid Test war ein ziemlich cooles Buch. Es war gut, es lockte in den Strom der Zeit, es elektrisierte in der Art zu erzählen, obwohl ich für solche Gruppen-Hippies eher Verachtung hegte. Ich las Tom Wolfes Buch …
Sie haben Steine, Brandsätze, Bomben, brennende Autoreifen, Attentäter, Antisemitismus. Israel hat die Zahal! Und das ist gut….
Ach, ich möchte schon seit Jahren einmal an den Nordpol fahren zwischen Ende März und Anfang Mai. Doch das war mir nie beschieden, und so sag ich unzufrieden: „Also gut! Auch Frühling geht vorbei“…
Chemnitz – das ist eine seltsame Stadt. Hoch aufragend der Schornstein, er ist Blickmarke und Blickfang, den man von fast jedem Punkt aus sieht. Er begrüßt den, der mit dem Auto einreist genauso wie einen Bahnfahrer….
Was gilt es zu feiern? Man kann es mit Kant sagen und hat darin die Marxsche Sache in nuce: „Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muß….
Da heute das Berliner Theatertreffen mit Castorfs wunderbarer „Faust“-Inszenierung beginnt, hier noch einmal meine Stückkritik vom März 2017. Seinen Einstand an der Berliner Volksbühne gab Frank Castorf 1990 mit Schillers Räubern….
„Wenn das Proletariat die Auflösung der bisherigen Weltordnung verkündet, so spricht es nur das Geheimnis seines eignen Daseins aus, denn es ist die faktische Auflösung dieser Weltordnung. Wenn das Proletariat die Negation des Privateigentums verlangt, so erhebt es nur zum …