Frankreich raspelt Süssholz und macht Kleinholz an der Buchmesse
Der Gastland-Pavillon an der Frankfurter Buchmesse ist stets eine grosse Bühne für die Selbstdarstellung des eingeladenen Landes. Frankreich übt sich in hölzernem Understatement.
Der Gastland-Pavillon an der Frankfurter Buchmesse ist stets eine grosse Bühne für die Selbstdarstellung des eingeladenen Landes. Frankreich übt sich in hölzernem Understatement.
Was würde Eugen Drewermann dem Papst raten? Matthias Beier weiss es auch nicht, aber eine Vermutung hat er.
Mit «Jakobsleiter» legt Ljudmila Ulitzkaja einen grandiosen Familien- und Epochenroman vor. Er basiert zu grossen Teilen auf Briefen und Tagebuchnotizen ihres nach Sibirien verbannten Grossvaters.
Ein grossartiges und fesselndes Panorama aus dem Dreissigjährigen Krieg entfaltet Daniel Kehlmanns Roman «Tyll». Witz, Vernunft und Kunst sind darin mächtige Verbündete.
Hunderte von Lesungen werden an der Frankfurter Buchmesse das Publikum beglücken oder enttäuschen. Für die Autoren war es schon immer ein Gang durch viele Höllen.
An ihrer letzten Tagung 1967 sahen sich die Schriftsteller der Gruppe 47 mit unerhörten Forderungen aus linken studentischen Kreisen konfrontiert. Das überforderte die Dichter.
Seit mehr als einem Jahr sitzt der türkische Schriftsteller und Journalist Ahmet Altan im Gefängnis. In einem bewegenden Manifest erklärt er, warum ihn die Haft nicht brechen kann.
Manche französische Schriftsteller der Gegenwart scheinen sich darauf kaprizieren zu wollen, die Menschen zu therapieren. Und viele Leser nehmen das Angebot in einer Zeit des Orientierungsverlusts dankbar an.
Früher zeichneten sich französische Staatspräsidenten durch ihre literarischen Kenntnisse aus. Heute brüstet man sich weitherum mit Unkenntnis.
Streit, Vorwürfe, Tränen – das gehört dazu, wenn eine Ehe auseinandergeht. Aber wie trennt man sich von einem Mann, der gar nicht mehr da ist? Daraus macht Katie Kitamura ein fabelhaftes kleines Buch….
Nachts, wenn sie nicht schlafen kann und die übrigen Sender nichts Interessantes bringen, hört die Schriftstellerin Cécile Wajsbrot manchmal Radio Courtoisie. Weil sie wissen möchte, was die extreme Rechte denkt und wie sie spricht.
Während sich die Politik in Fiktionen flüchtet, nimmt die Literatur Abschied von ihnen. Sie sucht nach dem Wahren, nach dem Leben, nach der Wirklichkeit.
In ihrem zweiten Roman erzählt die Zürcher Autorin die seltsame Geschichte des Zoltán Kertész, der als Kind vom Motorrad fällt. Nun wird er zum wunderbar irritierenden Inbild einer Zeit der vielen Gefallenen.
Ein Mann bricht aus seinem Leben aus und findet sich wieder, indem er sich verliert. Marion Poschmann hat mit «Die Kieferninseln» einen knisternd-klugen Roman geschrieben.
Kein Bundesrat flog so hoch und fiel so tief wie der St. Galler Arthur Hoffmann. Der Historiker Paul Widmer hat nun eine Biografie über den Magistraten vorgelegt, die mit brisanten Befunden aufwartet….
Als Zehnjährige kam sie aus Russland nach Deutschland. Nun hat Sasha Marianna Salzmann mit «Ausser sich» ihren ersten Roman veröffentlicht und ist damit für den deutschen Buchpreis nominiert. Eine Begegnung mit der Autorin in Berlin….
Clémentine Beauvais erzählt eine Geschichte um Aussenseiter und Gezeichnete. Es ist aber auch die Geschichte einer mutigen Revolte, die beim Lesen ausserdem ein grosses Vergnügen bereitet.
Dem Meer ist nichts auf Erden fremd. Wer nur lange genug aufs Wasser hinausschaut, findet, wonach er sucht. Ein Blick in grossartige Kinderbücher zum Thema….
«The Hate U Give» ist ein aufrüttelndes Jugendbuch über Rassen- und Klassenunterschiede.
Ein Talisman fällt auf wundersame Weise aus den Wolken auf die Erde und weiss bloss: Hier wird er gebraucht. Er begibt sich darum auf eine lange Reise. Ein grossartiges Bilderbuch lässt die Funken der Imagination sprühen….
Ihr Eigenwille hat sie weit gebracht. Mit skurrilen Storys und finster grundierten Romanen eroberte sich Ottessa Moshfegh einen Platz unter den vielversprechendsten Jungautoren in den USA.
Ein Schriftsteller sammelt Frauen wie Trophäen. Dann holt ihn die Vergangenheit ein. Gerhard Falkners Roman «Romeo oder Julia» ist ein virtuoses Spiel um Eros und Tod, Wahn und ein wenig Kunst….
Kinder- und Jugendbücher erzählen die Lebensgeschichten von bemerkenswerten Frauen aller Zeiten und Länder. Das lange vernachlässigte Thema vermittelt jungen Menschen weibliche Vorbilder und Identifikationsfiguren.
Die Jugend ist der unbekannteste Kontinent. In wunderbaren Skizzen aus seinen frühen Jahren lässt der Schriftsteller Alain Claude Sulzer eigene wie kollektive Erinnerungen wach werden.
Glaubenszweifel haben die britische Schriftstellerin Hilary Mantel schon als Kind umgetrieben. Ihr Roman «Der Hilfsprediger» zeigt, wie damit umzugehen wäre.