Alle Artikel von Christoph

Ein Lächeln wie von Mona Lisa

Zum zweiten Mal schickt Leif Karpe seinen kunstsinnigen Ermittler Peter Falcon von New York nach Europa, um ein kniffliges Rätsel zu lösen. Stand in „Der Mann, der in die Bilder fiel“ noch der Impressionismus im Mittelpunkt, begibt sich „Die Göttin, …

Teuflischer Spuk auf hoher See

Nach dem bei den Costa Book Awards 2018 mit dem Preis fürs beste Debüt ausgezeichneten „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ liegt nun auch der zweite Roman des Briten Stuart Turton in deutscher Übersetzung vor. Mit mehr als 600 Seiten …

Ali Smith: Sommer

Brexit, die Buschfeuer in Australien, das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump und eine neuartige Viruserkrankung, die sich von China aus langsam ihren Weg um die Welt bahnt — das, was Ali Smith auf den ersten Seiten von „Sommer“, dem letzten …

Miika Nousiainen: Quality Time

Nach Olli Jalonens „Die Himmelskugel“ ist „Quality Time“ bereits die zweite Neuerscheinung eines finnischen Autors, die in diesem Jahr den Weg in mein Blog gefunden hat. Anders als der recht sperrige Historienschinken seines Landsmannes ist Miika Nousiainens Roman eine locker …

Martin Suter: Allmen und der Koi

Sommerzeit ist Urlaubs- und damit Reisezeit. Da größere Reisen angesichts grassierender Virus-Varianten auch in diesem Jahr eine eher schlechte Idee sind, empfiehlt es sich, den Liegestuhl im eigenen Garten oder zumindest irgendwo in der Nähe aufzustellen und lesend in die …

Erzählungen für Eingeweihte

Rund um den Friedhof der vergessenen Bücher, einen mythenumrankten Ort irgendwo in bzw. unter Barcelona, hat Carlos Ruiz Zafón seit seinem 2001 veröffentlichten Weltbestseller „Der Schatten des Windes“ einen faszinierenden Kosmos geschaffen. Wer weiß, wie viele spannende und schauerliche Geschichten …

Achtzehn Jahre danach

Liest man nur die Kurzzusammenfassung auf der Rückseite des Einbands, könnte man glatt zu dem Schluss kommen, es handele sich bei „Wo niemand uns sehen kann“ (deutsche Übersetzung von Eva Bonné) um einen Kriminalroman oder einen Thriller. An einem stürmischen …

Sommerhaus, sehr viel später

Viel Gutes habe ich zuletzt über Judith Hermanns neuen Roman „Daheim“ gehört und auch ein kurzes, sehr sympathisches Interview mit der Autorin in der Zeitschrift chrismon hat mein Interesse an dem Buch zusätzlich angefacht. Allerdings wollte zuerst einmal Judith Hermanns …

Verhängnisvolle Bücherliebe

Die Bände der seit 1912 erscheinenden Insel-Bücherei eignen sich ganz wunderbar, um seine bibliophile Sammelleidenschaft auszuleben. Die mittlerweile kaum noch zu überblickende Zahl an Veröffentlichungen, die enorme Themenvielfalt und die Bandbreite von der günstigen, in jeder Buchhandlung zu erwerbenden Neuausgabe …

Botanische Weltreise

Vor knapp drei Jahren legten der britische Botaniker Jonathan Drori, ehemals Kurator der Royal Botanic Gardens in Kew, und die französische Illustratorin Lucille Clerc mit ihrem gemeinsamen Buch „In 80 Bäumen um die Welt“ (mehr dazu u. a. bei Elementares …

(K)eine ehrenwerte Familie

Von außen betrachtet muss einem die Familie Bal Mitte der 1990er Jahre vermutlich wie das Musterbeispiel einer wohlhabenden, großbürgerlichen Familie vorgekommen sein. Der Vater ein erfolgreicher, angesehener Richter, drei Kinder, ein herrschaftliches Haus in einem Dresdner Villenviertel. Alles bestens also?…

Eine verpasste Chance

Vor ein paar Tagen fiel mir beim Aufräumen — neben dem Spazierengehen und Brotbacken derzeit mein liebstes Hobby — ein Kalender aus dem Jahr 2007 in die Hände. Beim Durchblättern stach zwischen all dem Alltäglichen wie Uni-Kram, Ankunftszeiten von Zügen …

Fränkischer Doppelgänger

Christoph Walter Ende Mai 1967 jubelt die Bevölkerung von Rothenburg ob der Tauber zwei prominenten Besuchern zu. Der Schah von Persien ist nebst seiner Gattin zu Gast im westmittelfränkischen Städtchen und winkt der — abgesehen von ein paar „linksgerichteten Studenten“…

Eine Zeit des Aufbruchs

 Christoph Walter Olli Jalonen ist erst der zweite finnische Schriftsteller, dem das Kunststück gelungen ist, gleich zweimal mit dem wichtigsten Literaturpreis seines Heimatlandes ausgezeichnet zu werden. Seinen zweiten Finlandia-Preis erhielt der 1954 geborene Jalonen für seinen Roman „Taivaanpallo“, der unter …

Monatsrückblick Februar ’21

Christoph Walter Die Zeit hatte jetzt starke Rhythmusstörungen, sie ruckte nach vorne, tippelte auf der Stelle, mal blieb sie stehen, mal raste sie und nicht selten tat sie alles zugleich.Mariana Leky: Die Herrenausstatterin Auch im zu Ende gehenden Februar …

Mit einem Geist zurück ins Leben

Christoph Walter Für sehr viele Leserinnen und Leser (mich eingeschlossen) dürfte das 2017 erschienene, immens erfolgreiche „Was man von hier aus sehen kann“ der erste Kontakt mit Mariana Leky gewesen sein. Dabei hatte die Autorin bereits vor ihrem wundervollen Bestseller …

Irgendwann im Kino

Foto von mir (Eintrittskarten aus besseren Zeiten) Nach wie vor ist nicht abzusehen, wann die Lichtspielhäuser grundsätzlich wieder öffnen dürfen — von der Möglichkeit eines normalen Kinobesuchs wie in Vor-Pandemiezeiten ganz zu schweigen. Wenn es dann aber wieder losgeht, erwartet …

Ein leiser Held

Hintergrundfoto von mir, Coverbild © dtv Mit „Winterbienen“ schaffte es 2019 zum zweiten Mal ein Roman von Norbert Scheuer auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis (die Premiere war bereits zehn Jahre zuvor mit „Überm Rauschen“). Gewonnen hat er den öffentlichkeitswirksamen Preis bislang …

Monatsrückblick Januar ’21

Foto von mir (Archivaufnahme vom September 2018) „Es fängt an, wie es aufgehört hat“ — dieser Titel eines mehr als zehn Jahre alten Clickclickdecker-Songs drängt sich bei der Rückschau auf den Januar geradezu auf. Wir haben ein neues Jahr, sind …

Zurück im Koselbruch

Beitragsfotos von mir Zu den unvergessenen Leseerlebnissen meiner Kindheit gehört ohne jeden Zweifel die erste Lektüre von Otfried Preußlers Roman „Krabat“. Ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich damals war — vermutlich ein wenig jünger als die vom Verlag …

12.000 Kilometer bis Wien

Hintergrundfoto von mir, Coverbild © Hanser Verlag Im Herbst habe ich mit großem Vergnügen die ersten beiden Kriminalromane der inzwischen vierbändigen August-Emmerich-Reihe von Alex Beer gelesen, die kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Wien spielt. Neben dem Krieg ist auch …