TAGTIGALL: Die Zeit der Zitate ist zurück
Zweisprachig, mehrsprachig, mischsprachig: Der tschechische Surrealist Ivan Blatný verteidigte mit seinen Gedichtcollagen den Geist Europas noch in der englischen Psychiatrie. Eine Wiederentdeckung
Zweisprachig, mehrsprachig, mischsprachig: Der tschechische Surrealist Ivan Blatný verteidigte mit seinen Gedichtcollagen den Geist Europas noch in der englischen Psychiatrie. Eine Wiederentdeckung
Die FAZ liest Weltliteratur mit Gedichten von Philippe Jaccottet und einer Erzählung von Julio Cortazar. Und sie vertieft sich in ein lebendiges Panorama der deutschen Sprache im Ersten Weltkrieg. Die NZZ bewundert die filigranen neapolitanischen Miniaturen Wanda Marascos….
Ganz entzückend findet die SZ Anna Katharina Fröhlichs märchenhaft-bizarre „Rückkehr nach Samthar“. Auch die von Barbara Wiedemann herausgegebene und klug kommentierte Ausgabe der Gedichte Paul Celans liest sie mit Gewinn. Die FAZ reist mit Johann-Günther König durch die …
Die NZZ blickt mit Maggie O’Farrell in „Ich bin, ich bin, ich bin“ dem Tod ins Gesicht. Die FR lernt von Madeleine Albright, was Faschismus nicht ist. Viel mehr als ein erotischer Schlüsselroman über Philip Roth ist …
Die FAZ lauscht beglückt Gesprächen mit und über David Lynch. Mit Nina Lykke zerlegt sie den wohlhabenden Mittelstand in glasscherbenklare Einzelteile. Die SZ versinkt lieber in den Untiefen des Krötendaseins….
Die SZ setzt sich in Luise Meiers virtuose „MRX Maschine“ und feiert Julia von Lucadous Selbstoptimierungsdystopie „Die Hochhausspringerin“. Die taz würdigt Daniela Emminger als eine der originellsten Stimmen Österreichs. Die Welt radelt atemlos die Tour de France mit Antoine Blondin….
Die Welt folgt der italienischen Autorin Luce D’Eramo gebannt auf ihrem Weg von der glühenden Faschistin zur KZ-Überlebenden. Bei Lisa Halliday, einst Geliebte von Philip Roth, erkennt sie die eigene Sensationslust im Spiegel. Die taz verstrickt …
SZ und NZZ reisen mit Adolf Muschg ins verstrahlte Fukushima und kommen zu unterschiedlichen Urteilen: Zart und lebensprall, meint die NZZ, fragwürdig, findet die SZ. Die FAZ lernt von Donna J. Hathaway, dass sich die Erde nur retten …
Silke Helmerdig zeigt in ihrem Buch „Berlin by Numbers“, wie das Prinzip des Suchbilds für ein Stadtpoträt nutzbar gemacht werden kann. Bis zum 9. September sind die Arbeiten der Finalisten des Deutsche-Börse-Fotopreises in Frankfurt zu sehen….
Die NZZ liest einen historischen Band über die Monarchisierung der Alpen. Die Zeit sagt es mit Bauchweh, dann aber doch: Meg Wolitzers feministischer Roman „Das weibliche Prinzip“ ist ihr zu brav. Da empfiehlt sie lieber die Bücher der Comic-Künstlerin Liv …
Meg Wolitzer stellt in ihrem Roman „Das weibliche Prinzip“ überzeugend die Machtfrage. Unbedingt lesen, empfiehlt die FR. Experimentell und zugleich zeitlos fängt der argentinische Comic-Künstler Alberto Breccia den Horror der Geschichten H….
Maxim Ossipows russische Charakter- und Milieustudien in „Nach der Ewigkeit“ zeigen der NZZ einen neuen Tschechow. Die FR empfiehlt Ananij Kokurins Roman „Der Tisch“, eine Erinnerung an die deutsche Besatzung Weißrusslands. Erstklassig findet die FAZ Robert Zoskes Hans-Scholl…
Lisa McInerney erzählt in ihrem rabenschwarzen Debüt „Glorreiche Ketzereien“ aus einem postkatholischen Irland, in dem die Heilige Dreifaltigkeit höchstens noch dem heillos unorganisierten Verbrechen dient. Gianrico Carofiglio ergründet in „Kalter Sommer“ die Entstehung der Mafia in Apulien.
Die FAZ bespricht einige Hörbücher, darunter ein Feature über „Die ungeliebte Demokratie“ mit O-Tönen aus der Weimarer Republik. Die SZ liest Can Mereys Gesprächsband mit seinem Vater, „Der ewige Gast“, als bittere Bilanz deutsch-türkischer Missverständnisse. Die taz empfiehlt William …
Zwei Freunde, die russische Revolution, Verrat und der „graue Niedergang der großen Ideale“ – das alles, dabei zwischen Zarenzeit, Revolution und den 50ern hin- und herspringend und mit einer ordentliche Prise Ironie gewürzt – verarbeitet die georgische …
Die FAZ erkundet mit Sigrid Rausing das „Desaster“, das Drogensucht in Familien anrichtet – und lernt eine Menge aus Rausings autobiografischem Bericht. Außerdem empfiehlt sie Francesca Melandris neuen Roman „Alle, außer mir“. Die FR liest die Briefe Brigitte Reimanns, …
Die SZ freut sich, dass Giorgio Scerbanencos Kommissar Lamberti endlich salonfähig wird. Mit Eva Meijer lernt sie die Kommunikation mit Tieren. Die FAZ blättert elektrisiert durch Plattencover-Kunstwerke aus der Agentur Hipgnosis….
Die NZZ liest gespannt „Drei wertlose Visa und ein toter Reisepass“, die Geschichte von Liao Yiwus Ausreiseversuchen aus China. Zeitgemäßer als „Stillleben mit Totenkopf“ kann ein Buch kaum sein, versichert die FAZ nach Lektüre der Erinnerungen des weitgereisten Hans Christoph …
In der Familie Münninghoff verbanden sich deutschbaltischer Adel, niederländische Hochfinanz, NS-Verirrungen und russisches Temperament zu einer explosiven Mischung. In seiner Chronik „Der Stammhalter“ erzählt der niederländischer Journalist Alexander Münninghoff die Geschichte seiner Familie, die ein Jahrhundert zwischen Riga und Den …
Die FAZ erkundet mit der ungarischen Philosophin Agnes Heller das europäische Denken und die Spielarten des Komischen. Außerdem verfolgt sie hingerissen Céline Minards Tänze mit einer buddhistischen Lebenskünstlerin hoch oben in den Alpen. Die FR lässt sich von Georg Seeßlen …
Francesca Melandri erzählt mit trockener Poesie die Kolonialgeschichte Italiens, Bodo Kirchhoff blickt feierlich und suhrkamphaft auf seine Jugend, Aka Morchiladze reist mit einer Prise Punk durch Georgien und Oliver Wainwright schaut in die quietschbunten Interieurs in Nordkorea. Dies alles und …
Die SZ lässt sich von den französischen Soziologen Luc Boltanski und Arnaud Esquerre erklären, wie der neue Kapitalismus der kulturellen Anreicherung funktioniert: Narrative, Historie und Tradition dienen dabei der Positionierung höherer Produktklassen. Geheimnisvoll, verstörend und trotzdem klar findet sie Hartmut …
Die taz lernt mit Emanuele Coccias Plädoyer für ein neues Verständnis der Pflanzen Einfühlungsvermögen für atmende Blätter und denkende Wurzeln. Die FAZ ruft mit Ed Yongs Loblied auf die Mikroben einen darwinistischen Paradigmenwechsel aus. Die SZ schmunzelt mit Carlos Gamerro …
Tänzerische Denkversuche findet die FAZ in Ulla Berkewiczs poetisch-essayistischem Text „Über die Schrift hinaus“, und die NZZ in Joseph Jouberts Notizen „Alles muss seinen Himmel haben“. Der Zeit entflechten sich mit Dirk van Laaks Globalgeschichte „Alles im Fluss“ die Netze …
Die FAZ stellt zwei Romane vor, die die Gegenwart in Rumänien finster und faszinierend widerspiegeln: Lavinia Branistes „Null Komma Irgendwas“ und Florin Lazarescus „Seelenstarre“. Die NZZ bespricht Kinder- und Jugendbücher, darunter drei, die das Zeltlager als jugendliche Horrorerfahrung schildern.