Günther Anders‘ Buch „Der Emigrant“: Sturz in die Unsichtbarkeit
Günther Anders‘ Philosophie der Emigration ist so schmerzhaft scharfsinnig wie deprimierend aktuell.
Günther Anders‘ Philosophie der Emigration ist so schmerzhaft scharfsinnig wie deprimierend aktuell.
Er sei ein gnadenloser Menschen-Erzähler, lobt die Regisseurin Christiane Ohaus den Schriftsteller John Steinbeck. Und genauso hat sie dessen Saga „Jenseits von Eden“ als fulminantes neunstündiges Hörspiel inszeniert.
Warum wir jede noch so doofe Mode mitmachen und neidisch werden bei Frauen mit Wespentaille: Liv Strömquist denkt in ihrem Comic „Im Spiegelsaal“ über Schönheit nach und die Tyrannei der Bilder.
Der Schauspieler Robert Stadlober hat sich in die frühen Gedichte von Stefan Heym verliebt – und den schweren Stoff mit einer dreiköpfigen Band federleicht vertont.
Der Theatermacher und Autor Einar Schleef und seine Mutter Gertrud haben sich selten gesehen. Einander aber berührende und erhellende Briefe geschrieben.
Seine Verfilmung macht dieses Buch über eine Abtreibung gerade weltbekannt. Aber die wahre Freiheit erkämpft Annie Ernaux‘ Erzählung „Das Ereignis“ durch ihre literarische Form.
So frei, so voller Gefühle und Geschichten aus den großen Zeiten des Theaters erzählt niemand, außer Emine Sevgi Özdamar. Nach langem Schweigen erscheint jetzt ihr vierter Roman. Er wirft einen um….
Der große Weltbürger László Krasznahorkai wählt das kleine Thüringen als Schauplatz einer transzendenten Verirrung. Es geht um Teilchenphysik, stumpfes Nazitum – und die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Nicht nur der fragt sich: „Wo soll ich fliehen hin“?…
Alice Zeniters Roman „Kurz vor dem Vergessen“ ist eine wundervolle Rhapsodie über das Vergehen der Liebe.
Irene Dische erzählt vom genderfluiden Chevalier d’Éon de Beaumont und bedeutet uns, dass wir nicht in der ersten Epoche leben, die mit dem Geschlecht kreativ umgeht. Tut das denn not?
Der Tod des eigenen Kindes bedeutet den einsamsten Schmerz. Die dänische Dichterin Naja Marie Aidt kann ihn uns dennoch begreiflich machen.
Bov Bjergs Debüt war verschollen, jetzt ist es wieder da. Und schon in „Deadline“ war seine Sprache unverstellter und reicher als das meiste in der deutschen Gegenwart.
Chris Kraus fantasiert in „Aliens & Anorexie“ von einer intellektuellen Schwesternschaft. Was könnte die Amerikanerin mit Ulrike Meinhof, Simone Weil gemeinsam haben?
Ein Glücksfall: Andrea Heusers Generationenroman „Wenn wir heimkehren“ macht alles richtig.
Ein aufregendes Buch: Ulrike Draesners Steinzeitepos „Doggerland“ erzählt von der Zeit, in der die Nordsee entstand.
Der Spaziergänger wird zum gehenden Aufnahmegerät: Der spanische Schriftsteller Antonio Muñoz Molina schreibt in seinem neuen Buch eine Hommage an das Flanieren.
In seinen „Plauderbriefen“ berichtete Alfred Kerr jahrzehntelang aus dem Wilhelminischen Berlin. Sie zeigen die Vorgeschichte der Berliner Republik, den Aufstieg der Stadt zur kosmopolitischen Weltmetropole.
In Marie NDiayes elegantem Roman „Die Rache ist mein“ übernimmt eine Anwältin die Verteidigung einer Kindsmörderin. Zwischen den beiden Frauen entfaltet sich bald das ganze Verhängnis der französischen Kultur.
Bei Miljenko Jergović fängt Gewalt immer mit den Zuschreibungen an. Sein neuer Roman aber ist ihm missglückt.
Wenn es ernst wird, gesellt sich jeder zu seinen Leuten: In Brandon Taylors Roman „Real Life“ brechen an einer amerikanischen Kleinstadtuni mühsam verdrängte Konflikte auf.
Beziehungen sind bei de Beauvoir eigentlich immer zuerst ein soziologisch-theoretisches Problem. Nun zeigt ein bisher unveröffentlichter Roman eine neue Seite der Philosophin: Liebe, in all ihrem Schmerz und ihrer Verklärung.
Sie waren enge Freundinnen, grundverschieden und gehörten zu den berühmtesten Schriftstellerinnen ihrer Zeit: der Briefwechsel zwischen Ilse Aichinger und Ingeborg Bachmann.
Wo werden eigentlich Bücher gemacht? Und wo die Literatur? Eine kleine Reise zu selten gesehenen Orten des literarischen Lebens in Zeiten von Papiermangel und globalisierten Märkten….
Vietnams schmerzensreiche Vergangenheit wird zu selten von jenen erzählt, die sie erlebt haben. Nguyen Phan Que Mai will das ändern.
Wovon Claire Fuller in ihrem Roman „Unsere unendlichen Tage“ erzähltRezension von Anne Amend-Söchting zuClaire Fuller: Unsere unendlichen TagePiper Verlag, München 2021