Alle Artikel von lyrikzeitung

Nachts weinen die Soldaten

Bevor ich Borcherts „Nachts schlafen die Ratten doch“ las, kannte ich dies: „Nachts weinen die Soldaten“. Ich war sehr jung, Quasimodos Buch war eins der ersten aus der „Weißen Lyrikreihe“ des Verlages Volk und Welt, genauso legendär wie das im …

Poeterey/ ach nein/ ach nein!

Der „hochberühmte“ (Neu-)Cöllnische Dichter und Richter Nicolaus Peucker (um 1620 – 1774) ist heute vergessen. Seine Gedichte waren Gelegenheitsgedichte, im Buch gesammelt wurden sie erst postum. Fritz Martini druckte 1947 in einer Anthologie die ersten 5 Strophen dieses Gedichts und …

Philipp von Zesen

ARS NON HABET OSOREM NISI IGNORANTEM Die Kunst und Wissenschafft wird nimmerrnehr gehasst von einem der sie weiß und glücklich hatt gefasst: und wie es leichter ist zu tadeln eine sache / so ist es schwerer auch / daß man …

Adolf Endler

„Ficken“; gegen den stacheligsten inneren Widerstand dieser DDR-nostalgischen Notiz vorausgeschickt, gehört diese Vokabel neben einigen anderen („vögeln“, „bumsen“ et cetera) zu den vom Autor bis heute strikt gemiedenen; man wird, so lange man auch sucht, dieses Wort schwerlich in meinen …

Puschkin Zeitgenosse

Prosaübersetzungen gelten als Notbehelf. Aber in diesem Gedicht fehlt nichts. Der prägnante Parallelismus und die zweimal dreifache Anapher ergeben ein dichtes Gebilde, jeder Versuch, Reim und Jambus hineinzuzwingen, könnte es nur abdrängen….

Wuchert die Torheit

Friedrich Bodenstedt (1819-1892) Völkerhaß Durch Zäune trennt man Herden auf der Weide, Nach Grenzen, die durch Herrschermacht sich ändern, Nach Ursprung, Sitten, Sprachen und Gewändern Zieht man der Menschheit bunte Völkerscheide….

Aber dem war nicht so

Er kannte sich und wußte, daß ihm die Poesie abhandengekommen war. – Er kannte seine Genossen und wußte, daß sie ihn dafür loben würden. Einmal noch, nach Chrustschows halbverstecktem Tauwetter, erwachte ein poetischer Funken….