Pariser Ansichten (3) – vom Friedhof Père Lachaise
„Die Existenz des reinen Begriffs, in den der Geist aus seinem Körper geflohen, ist ein Individuum, das er sich zum Gefäße seines Schmerzes erwählte.“ (G.W….
„Die Existenz des reinen Begriffs, in den der Geist aus seinem Körper geflohen, ist ein Individuum, das er sich zum Gefäße seines Schmerzes erwählte.“ (G.W….
Weshalb photographieren wir? Und wieso betrachten wir uns in Ausstellungen mit solcher Inbrunst Photographien fremder Menschen? Das sind zunächst allgemeine und nichtssagende Fragen, doch wenn wir die Bilder von Stephen Shore anschauen und uns seine US-amerikanischen urbanen oder halburbanen Räume …
In bin kein so großer Buchpreisfreund und Fan von Vorankündigungen in Blogs, aber wenn auf einer Liste etwas dabei ist, das mich interessieren könnte, schreibe ich etwas dazu. Am 25.6….
Photographien sind – trivialerweise – ein Medium, durch das wir die Welt gefiltert und wie in einer Metapher verdichtet uns betrachten können. Das reicht vom schönen und doch kalten Schein Ansel Adamsscher Landschaften bis hin zum outrierten und auf Reizwirkung …
Wer die Fondation Cartier am Boulevard Raspail betritt, dem wird, wie mittlerweile in jedem Museum von Paris, gründlich per Apparat in die Tasche geleuchtet oder per Auge in den Rucksack geblickt. Safety first. Aber die Wachmänner scherzen und lächeln zumindest …
Die Sache kocht hoch, eine undichte Stelle enthüllte am Samstag geheime Details, die jedoch die meisten bereits ahnten. Von Wissen kann leider keine Rede sein, weil es bei demokratischen Staaten unabdingbar ist, Dinge unter Verschluß zu halten. Die Öffentlichkeit muß …
Kunstwochenende in Berlin. Im kecken Ton subjektiven Befindens plaudert Ronja von Rönne in der Samstagswelt des Feuilletons prominent auf der ersten Seite über das Gallery Weekend. Sie berichtet uns, daß sie mit moderner Kunst nichts anfangen könne….
Orphisch verdreht, die alte Leier, die alten Lieder, es blüht der Flieder. Wieder. Jedes Jahr wieder….
Photographien aus Paris, geschossen und locker in Reihe eingestreut. Nicht als Tagebuch oder als Dokument gedacht, daß ich zeigte, an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten Straße, in einem bestimmten Quartier gewesen zu sein, sondern als Blick auf eine Stadt, …
Selten wird bei AISTHESIS verlinkt. An dieser Stelle mache ich es mal, und zwar auf Peter Wawerzineks Aufruf. Den Hinweis darauf entnehme ich dem guten Perlentaucher, Pflichtlektüre am Morgen wie das Zähneputzen, der erste Kaffee und abends die Gläser Riesling….
Denn heute vor 25 Jahren starb Johnny Thunders – unter anderem bei den New York Dolls dabei. Und dieses Datum vergessen wir natürlich nicht und niemals. Post-Punk-Zeit der frühen 90er Jahre, Bierschwemme, Philosophieren mit Adorno, ein Leben und ein Labern …
Ich schriebe etwas über den andauernden Protest in Paris, genannt Nuit Debout. Er richtet sich gegen den Sozialabbau unter der Regierung des Sozialdemokraten Hollande. Die Aktionen fanden keine 2 km entfernt von meinem Hotel statt, am Place de la République….
Einige Tage schlendern, flanieren, spazieren, schauen. Über die Boulevards und die Straßen. Lange Zeit war ich nicht mehr in Paris….
„Gott ist ein Zeuge, der nicht unter Eid genommen werden kann.“ (Watt) „Wenn ich falle, werde ich weinen … vor Glück“ (Endspiel)…
Um einen Satz Walter Benjamins abzuwandeln: Photographieren heißt, den Dingen und Orten ihre Physiognomie wiederzugeben. Es ist dies eine spezielle Physiognomie. Eine Photographie lichtet das So-Sein einer Szene ab, und sie verschiebt diesen Gegenstand unter der Perspektive des Objektivs um …
Wie soll man das Sujet und diese Art zu photographieren nennen? Einen metaphysischen Realismus? Eine ungeschminkte Welt?…
In der „Zeit“ vom 31. März bringt der Dramaturg Bernd Stegemann die deutsche Flüchtlingspolitik mit Brechts Schauspiel „Der gute Mensch von Sezuan“ zusammen. Von der Kombination her spannend, denn es pointiert dieses Brecht-Stück den Dualismus des Gutseins….
„Niemand//zeugt für den//Zeugen“ (Paul Celan, Aschenglorie) Manchmal haftet das Ganze eines Lebens an einem einzigen und für die meisten unscheinbaren Detail und verdichtet sich darin: „Hitze in Budapest….
(Dieser Beitrag ist eine überarbeitete Version, die ich bereits zu Ostern 2012 auf AISTHESIS einstellte.) „Die Zeit, die bleibt“…
Unter dem Titel Zweiter Rat für Wien: Die Albertina und Lee Miller schrieb ich im Juli 2015 eine Besprechung, die ich an dieser Stelle zweitverwerte, da in Berlin ab dem 19. März eine Ausstellung über eine der bemerkenswertesten Photographinnen zu …
Am Stand des Compact Verlags in der Halle 5 schaute es aus, als patrouillieren am Tresen die Ordner der NPD-Schutzabteilung. Breite Stiernacken, einer mit einem Tattoo, das eine SS-Rune genausogut darstellen könnte wie einen Blitz, der sich am Hals in …
Wer Hamburgensien mag, kommt kaum an ihrer bösen Variante vorbei. Fritz Honka, mit Spitznamen Fiete, ein Frauenmörder, der die toten Weibskörper zerstückelte, in Müllsäcke stopfte und in seiner Wohnung aufbewahrte, so daß sich im Dachzimmer bald ein aasiger Geruch breitmachte. …
Kurz vor Beginn der Buchmesse. Mir graut vor der Fahrt im überfüllten IC, die Büchermenschengesichter, die Autoren, die Verleger, die Kritiker, die Lektoren, die Rollkoffer, wie jedes Jahr, ich hätte mit dem Auto fahren sollen, denke ich mir, dieses Mal …
„‚Jungs sind die am wenigsten vertrauenswürdigen Menschen überhaupt.‘“ (K. Fuchs, Mädchenmeute)…
„Es läuft glatter, wenn die Elite sich moralisch in Positur werfen kann, während sie Arme, Alte und Arbeitslose beklaut“ (Wolfgang Pohrt: FAQ) Ich gucke mir gerade das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten zu den Hartz IV-Gesetzen vom Dezember 2003 an – …